Die Polizei Bangladeshs hat vier Personen festgenommen und 47 menschliche Schädel und Knochen sichergestellt, die einem vermuteten Schmuggelring für menschliche Skelette in der Hauptstadt Dhaka zugeordnet werden. Die Festnahmen fanden am Montagabend während Razzien in drei Stadtteilen statt, wie Mohammad Ibn Mizan, stellvertretender Kommissar der Polizeidivision Tejgaon der Dhaka Metropolitan Police, mitteilte.
Menschenknochen aus dem College-Gebiet sichergestellt
Die Razzien fanden in Manipuripara im Bezirk Tejgaon, im Bereich der Tejgaon-College und im Bereich der Polizeistation Uttara Pashim statt. Die Festgenommenen – Kazi Jahirul Islam, 25, genannt Soumik, Md Faisal Ahammed, 26, Asadul Munshi, 32, genannt Jashim oder Ershad, und Md Abul Kalam, 39 – sind Mitglieder einer siebenköpfigen Gruppe, die beschuldigt wird, menschliche Skelette aus unmarkierten und schlecht überwachten Gräbern in der Stadt zu sammeln.
Laut Mizan verkauft die Gruppe die Skelette für zwischen 15.000 und 20.000 Bangladeshi Taka (etwa 170 bis 227 US-Dollar) an Medizinstudenten. Die vier Verdächtigen sind auch Teil eines Online-Netzwerks illegaler Skeletthändler mit 700 aktiven und 20.000 allgemeinen Mitgliedern.
Operative Details und Geständnisse
Die Polizei handelte auf einen Hinweis hin und verhaftete Kazi Jahirul Islam in der Nähe des Tors Nummer 1 in Manipuripara, wo ein Skelett gefunden wurde. Auf Grundlage seiner Angaben verhafteten die Beamten Asadul Munshi und Md Abul Kalam in der Nähe des Tejgaon-College und sicherten zwei weitere Skelette. Md Abul Kalam, zuvor in 21 Fällen illegaler Skeletthandel und Drogenhandel verwickelt, sowie Ershad, der in zwei Fällen angeklagt wird, wurden zur Vernehmung in die Polizeistation Tejgaon gebracht.
Während der ersten Vernehmung gestanden die drei Verdächtigen, dass ihr Anführer ein Praktikant im Krankenhaus der Sapporo Dental College and Hospital in Sector 9 von Uttara ist. Die Polizei razzionierte anschließend das Zimmer des vierten Festgenommenen, Md Faisal Ahammed, und sicherte weitere 44 Skelette.
Auswirkungen auf die medizinische Ausbildung
Die Festnahmen zeigen ein wachsendes Problem des Schwarzmarktes für menschliche Leichen in Bangladesch. Medizinstudenten, die oft Kadaver für ihre Studien benötigen, könnten auf illegale Quellen zurückgreifen, wenn legale Wege begrenzt sind. Die Praxis, menschliche Leichen aus unmarkierten Gräbern zu beziehen, wirft ethische und rechtliche Fragen zur Behandlung der Toten und zur Integrität der medizinischen Ausbildung auf.
Behörden haben bereits Bedenken hinsichtlich des Handels mit menschlichen Leichen geäußert, insbesondere in Gebieten, in denen unregulierte Friedhöfe und unmarkierte Gräber verbreitet sind. Dieser Fall markiert eine der größten Festnahmen menschlicher Leichen in den letzten Jahren, wie die Polizei mitteilte.
Ähnliche Operationen wurden bereits durchgeführt, darunter eine Razzia 2019 in Dhaka, bei der 12 Personen festgenommen und 30 menschliche Schädel und Knochen sichergestellt wurden. Dieser Fall ist jedoch besonders aufgrund der hohen Anzahl der Leichen und der Beteiligung von Medizinstudenten auffällig.
Die Polizei hat den Anführer des Rings noch nicht identifiziert, doch die Ermittlungen laufen weiter. Behörden haben erklärt, dass die Verdächtigen rechtliche Schritte unter den Gesetzen Bangladeshs gegen illegalen Leichenhandel und drogenbezogene Verbrechen zu erwarten haben.
Weiteres für die Verdächtigen
Die Verdächtigen befinden sich derzeit in Polizeigewahrsam und werden voraussichtlich wegen illegaler Besitznahme und Schmuggel von menschlichen Leichen angeklagt. Der Fall wird an den Staatsanwalt weitergeleitet, um weitere rechtliche Schritte zu ergreifen. Die Polizei hat auch eine Untersuchung des Online-Netzwerks illegaler Händler begonnen, was zu weiteren Festnahmen in den nächsten Wochen führen könnte.
Lokale Beamte haben zu strengeren Regeln für medizinische Einrichtungen und Friedhofsbetreiber aufgerufen, um solchen Schmuggel zu verhindern. Sie riefen auch die Öffentlichkeit auf, verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Verkauf oder Besitz menschlicher Leichen zu melden.
Mizan sagte, die Polizei arbeite mit dem Gesundheitsministerium und dem Institut für Rechtsmedizin zusammen, um sicherzustellen, dass legale Wege zur Beschaffung von Kadavern für die Forschung ordnungsgemäß aufrechterhalten und durchgesetzt werden.
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