Ein neuer Welle der Bandengewalt in der haitianischen Hauptstadt hat hunderte Menschen vertrieben und dazu geführt, dass das Hilfswerk Medecins Sans Frontieres (MSF) die Arbeit in lokalen Krankenhäusern einstellte.
Gewalt zwingt zur Evakuierung und Flucht
Die Organisation, auch als Ärzte ohne Grenzen bekannt, teilte am Montag mit, dass etwa 800 Einwohner sich während der Kämpfe in ihr Krankenhaus in der Port-au-Prince-Bezirk Cite Soleil geflüchtet hatten, bevor die Betriebsführung eingestellt wurde.
„Im Moment ist kein einziges Krankenhaus in der Kriegszone geöffnet“, hieß es in einer Erklärung von MSF. Zudem betonte das Hilfswerk. Dass die medizinische Nachfrage nach wie vor hoch sei, aber es keine Sicherheit für Personal oder Patienten gebe, da in der Gegend Schusswechsel stattfänden — Ein Sicherheitswachmann wurde im Gelände durch ein abgefeuertes Schuss verletzt.
Die Kämpfe zwischen mächtigen Banden, die seit dem Mordanschlag auf den haitianischen Präsidenten Jovenel Moise im Jahr 2021 weite Teile der Hauptstadt faktisch kontrollieren, haben zu weitreichender Gewalt und einer Belastung der Bevölkerung geführt.
Gesundheitseinrichtungen unter Druck
Bemühungen der Behörden, die Kämpfe zu beenden und die Einflussnahme krimineller Gruppen einzudämmen, erwiesen sich bisher weitgehend als wirkungslos.
Ein weiteres Krankenhaus in der Region, das Hopital Fontaine, teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass es Neugeborene aus der Intensivstation evakuiert habe, but MSF berichtete, dass es einige Patienten aus diesem Krankenhaus behandelt habe, darunter schwangere Frauen, die in der Nacht geboren hätten.
Im April traf eine Abordnung ausländischer Soldaten in Haiti ein, um im Rahmen eines mit den Vereinten Nationen verbundenen Einsatzes zu helfen. Frühere Interventionen brachten jedoch kaum Verbesserung in der Unsicherheitssituation.
Flüchtlinge berichten von Angst und Verdrängung
„Ich schlafe jetzt auf der Straße“, sagte Monique Verdieux, 56 Jahre, der Associated Press. Sie habe Angst, nach Hause zurückzukehren, nachdem sie gesehen habe, wie Kriminelle in ihrem Viertel Gebäude in Brand setzten.
Weitere Haitianer, die am Wochenende aufgrund der Kämpfe vertrieben wurden, suchten Schutz auf der Straße zum Flughafen Toussaint Louverture.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts