Bitfinex, ein großer digitaler Vermögenswerttausch, wies Ängste bezüglich Quantencomputing als dringliche Bedrohung für Bitcoin zurück. In einem Beitrag auf X erklärte die Plattform, dass das Knacken der Kryptografie von Bitcoin einen Quantencomputer mit Millionen stabiler Qubits erfordern würde, die in der Lage sind, den Algorithmus von Shor in großem Umfang auszuführen.

Eine solche Maschine müsste zudem über einen langen Zeitraum hinweg fehlerfrei funktionieren. Laut Bitfinex sind aktuelle Quantenhardware-Systeme weit von diesen Anforderungen entfernt. Hardware-Einschränkungen halten die Technologie noch Jahre davon ab, eine reale Bedrohung darzustellen.

Selbst wenn sich der Fortschritt beschleunigt, bietet der Abstand genügend Zeit, damit Bitcoin-Entwickler sich anpassen können. Adressen, die Bitcoin bereits ausgegeben haben, sind besonders anfällig, da sie öffentliche Schlüssel auf der Blockchain preisgeben. Bitfinex betonte, dass Upgrades diese Offenlegungen vor einem möglichen Quanten-Throughput minimieren könnten.

Der Austausch schätzt das früheste potenzielle Risiko auf die Mitte der 2030er oder die 2040er Jahre. Die Entwicklergemeinschaft von Bitcoin forscht bereits nach Abwehrmaßnahmen. Pläne umfassen den Wechsel zu Wallet-Typen, die eine langfristige Offenlegung von öffentlichen Schlüsseln vermeiden, sowie die Einführung von Gitter-basierten Signaturen.

Eine konkrete Idee ist BIP 360, ein Vorschlag zur Umstrukturierung von Bitcoin und zur Beseitigung der wichtigsten Quanten-Verwundbarkeiten. Bitfinex hob diese Bemühungen hervor, um zu zeigen, dass Nutzer sich nicht sorgen müssen. „Die Community bereitet sich aktiv vor“, hieß es in dem Beitrag.

Michael Saylor, Mitgründer von Strategy, stimmte der Zuversicht zu. Er argumentierte, dass Quanten-Entwicklungen Bitcoin stärken würden, statt sie zu zerstören. Saylor sagte, dass der Netzwerk-Konsens vermutlich Teile des alten Protokolls einfrieren würde, bevor eine echte Bedrohung auftaucht.

Bitcoin-Besitzer zeigen kaum Panik. Handelsvolumina und Preise blieben während der Diskussion stabil. Die Botschaft von Bitfinex untermauert eine breitere Gemeinschaftsmeinung, dass proaktive Maßnahmen das Netzwerk schützen werden.

Der Hype um Quantencomputing löst häufig Diskussionen in der Kryptowelt aus. Google und IBM arbeiten weiterhin an der Steigerung der Qubit-Zahlen, wobei IBMs neueste Systeme über 400 Qubits verfügen. Experten sind sich jedoch einig, dass fehlertolerante, millionen-Qubit-Maschinen noch weit entfernt sind. Die Analyse von Bitfinex entspricht Berichten von Quantenforschern, die eine Frist von 10 bis 20 Jahren für solche Fähigkeiten schätzen.

Der Austausch riet, sich auf aktuelle Stärken zu konzentrieren. Der Proof-of-Work-Konsens und die elliptische Kurvenkryptografie von Bitcoin haben sich über 15 Jahre bewährt. Entwickler testen post-quanten-Schemen in Sidechains und Schichten wie dem Lightning Network.

Keine großen Forks oder dringenden Updates scheinen derzeit notwendig zu sein. Bitfinex prognostizierte einen glatten Übergang, ähnlich wie bei früheren Skalierungs-Upgrades. In Community-Forums diskutieren Techniker über wissenschaftliche Arbeiten zu quantenresistenten Hashes und Signaturen.