Die Jamaikanische Regierung plant, das Abwasserbehandlungswerk Soapberry mit einem umfassenden Upgrade zu modernisieren. Das Projekt könnte das Immobilienwachstum entlang der Südküste fördern und gleichzeitig die Umweltverträglichkeit verbessern. Der Plan sieht eine öffentlich-private Partnerschaft vor, um die Kapazität der Anlage von 75.000 auf 150.000 Kubikmeter Abwasser pro Tag zu erhöhen. Der Investitionsbetrag wird auf 100 bis 150 Millionen US-Dollar geschätzt.
Matthew Samuda, der ohne Portfolio im Ministerium für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschaffung, bestätigte, dass die Regierung die Anlage verkaufen und die Erweiterung starten will. Er betonte bei einer Veranstaltung der Realtors Association of Jamaica, dass das Projekt Immobilienentwicklung in Regionen wie Clarendon und St. Thomas ermöglichen wird, in denen fast zwei Drittel der 2,7 Millionen Einwohner Jamaikas leben.
Samuda erklärte, dass die Modernisierung das Werk von einer sekundären auf eine tertiäre Abwasserbehandlung umstellen wird, was für den Schutz des Kingston-Hafens entscheidend ist. „Der Kingston-Hafen kann nur wirklich blau sein, wenn die tertiäre Behandlung am Soapberry-Werk stattfindet“, sagte er und betonte die Umwelt- und Wirtschaftsvorteile des Projekts.
Durch die Modernisierung sollen Abwasserrecycling und die Entwicklung erneuerbarer Energien wie Solarenergie und Windkraft ermöglicht werden. Die Entwicklungsbank Jamaikas (DBJ), die staatliche Vermögensverkäufe verwaltet, erklärte in offiziellen Dokumenten, dass dies die Umweltverträglichkeit und Widerstandsfähigkeit der Anlage verbessern wird.
Öffentlich-private Partnerschaft und Umweltwirkung
Der Verkauf der Anlage ist Teil einer 20-jährigen öffentlich-privaten Partnerschaft, um die wachsenden Anforderungen an die Abwasserbehandlung in Jamaika zu decken. Derzeit behandelt Soapberry Abwasser aus Teilen von Portmore in St. Catherine, Kingston und St. Andrew (KSA). Die National Water Commission hat eine erhebliche Zunahme der Abwasserströme aus dem KSA prognostiziert, was die Erweiterung auf 150.000 Kubikmeter pro Tag erforderlich macht.
Laut der DBJ wird das Projekt nicht nur die steigende Nachfrage nach Abwasserbehandlung decken, sondern auch Chancen für die Entwicklung erneuerbarer Energien schaffen. „Das Projekt bietet Potenzial für das Recycling von Abwasser und die Entwicklung erneuerbarer Energien, wie Solar- und Windkraft, was zu einer umweltverträglichen und widerstandsfähigen Anlage führen wird“, betonte die DBJ auf ihrer Website.
Die Umweltwirkung der Modernisierung ist besonders für den Kingston-Hafen von Bedeutung, der ein wichtiger ökologischer und wirtschaftlicher Asset ist. Samuda betonte, dass die tertiäre Behandlung sicherstellen wird, dass die Wasserqualität des Hafens internationale Standards erfüllt, was langfristige Vorteile für Tourismus, Meeresleben und lokale Gemeinschaften haben könnte.
Weitere Wasserinfrastrukturpläne
Samuda erläuterte zudem weitere Pläne, um die langfristigen Wasserprobleme in Kingston zu lösen. Dazu gehört die Fertigstellung der Wasserbehandlungsanlage Rio Cobre in Content, St. Catherine, die täglich 15 Millionen Gallonen Wasser für etwa 600.000 Einwohner in Kingston und St. Andrew bereitstellen soll.
Weitere Initiativen umfassen den Bau einer neuen Wasserleitung von Ferry in St. Catherine bis Cooper’s Hill in St. Andrew sowie die Abwicklung des Transaktionsdesigns für den neuen Hermitage-Staudamm. Samuda erklärte, dass diese Projekte sicherstellen werden, dass Kingston und St. Andrew „innerhalb von 18 Monaten wasserresistent und trockenheitsresistent“ werden.
Der Upgrade des Soapberry-Werks ist Teil einer umfassenden Strategie, die Wasserinfrastruktur Jamaikas zu modernisieren, Immobilienentwicklung zu fördern und die Umweltverträglichkeit zu verbessern. Mit dem geplanten Verkauf im laufenden Jahr hofft die Regierung, Investitionen aus dem Privatsektor anzuziehen und eine Grundlage für langfristiges wirtschaftliches Wachstum zu schaffen.
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