Ein Bericht des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) zeigt: Jeder EU-Bürger zahlte 2022 150 Euro ($175) zusätzlich für Gas und Strom an die USA.
Fossile Unternehmen ernten historische Gewinne
Die weltweite Öl- und Gasbranche erzielte 2023 satte 2,7 Billionen Dollar Umsatz — Nur vier Prozent der Investitionen flossen in saubere Energie.
Diese Krisen zeigen eine extreme Ungerechtigkeit: Die Menschen tragen die Kosten für fossile Brennstoffe durch Klimaschäden und immer wiederkehrende Preiskrisen, die zu Hungern, Arbeitslosigkeit und Energieeinsparungen führen.
Konflikte treiben Preise und Gewinne in die Höhe
Die Rückkehr zu riesigen Gewinnen bei fossilen Unternehmen ist direkt auf Konflikte zurückzuführen — Im späten Februar griffen die USA und Israel den Iran an; Dies löste regionale Spannungen aus, die mehr als 3000 iranische Todesopfer verzeichneten, darunter über 150 Schülerinnen und Lehrer.
Weitere 2000 Menschen in Libanon, 23 Israelis und Dutzende in der Golfregion kamen ums Leben.
Der geschlossene Hormuz-Strick treibt die globalen Öl- und Gaspreise in die Höhe. Berichte für den ersten Quartal des Jahres, einschließlich des ersten Kriegsmonats, zeigen bereits Überschüsse bei Energieunternehmen.
Der britische Konzern BP meldete Gewinne von 3,2 Milliarden Dollar, deutlich über den erwarteten 2,63 Milliarden. Die Aktien stiegen an diesem Tag um 2,5 Prozent.
TotalEnergies meldete einen 29-prozentigen Anstieg der ersten Quartalsergebnisse auf 5,4 Milliarden Dollar. Bei ExxonMobil waren die Q1-Ergebnisse niedriger, doch dies wurde auf Verzögerungen bei Märzumsätzen zurückgeführt.
Forderung nach Gewinnbesteuerung und Energiereform
Analysten erwarten einen Preisanstieg auch, wenn der Hormuz-Strick bald wieder geöffnet wird. Dies zeigt, dass die Überschüsse weiter andauern könnten.
Eine kürzliche Analyse von Oxfam International prognostiziert, dass fossile Unternehmen 2026 3000 Dollar pro Sekunde verdienen werden.
Diese Situation ist eine natürliche Konsequenz eines globalen Energiesystems, das auf die Förderung und den Transport eines kritischen Brennstoffs über verletzliche Engpässe angewiesen ist. Gleichzeitig wird sie durch Gier und Profitstreben getrieben.
Fossile Unternehmen haben sich historisch darum bemüht, die Menschheit in diesem System zu halten. Dazu gehörten Klimaverleugnung und Angriffe auf Alternativen seit den 1980er Jahren. Zudem schufen sie künstlich Nachfrage durch Lobbyarbeit und Investitionen in energieabhängige Branchen.
Der Energie-Thinktank Ember weist darauf hin, dass vorangegangene Energiekrise das System nicht brachen. Diesmal sind jedoch Wind, Solar, Energie-Speicher und Elektroautos deutlich günstiger als 2022.
Ember betont, dass es keine vorbestimmte Zukunft gibt, und warnt vor der Versuchung, zu altbekannten Strategien zurückzukehren: mehr Bohrungen, mehr Subventionen und mehr Versorgungsdiversifizierung. Doch diese Versuchung lässt sich widerstehen.
Kurzfristige Absenkungen der Fossilenergie-Steuer übertragen einfach mehr Geld von normalen Menschen zu den Mächtigen. Diese spontanen Politikreaktionen sollten durch gezielte Unterstützung für die Verletzlichsten ersetzt werden.
Mindestens sollten fossile Unternehmen einer Gewinnbesteuerung unterzogen werden. Die Einnahmen sollten eingesetzt werden, um einkommensschwache Haushalte und Länder zu unterstützen, die am stärksten von Klimawandel betroffen sind. Diese Mittel würden als Entschädigung von hohen Emittenten an die Betroffenen dienen.
Die Einnahmen aus der Gewinnbesteuerung sollten auch in die Transformation weg von fossilen Brennstoffen fließen, um Länder robuster gegen Energiekrise zu machen. Regierungen sollten dringende Programme zur Ölverbrauchsreduktion einführen, die auf Öffentlicher Verkehr und kleine Autos fokussiert sind.
Neue Politikmaßnahmen, wie Australiens günstige Solarstrom-Programme am Tag, sollten eingeführt werden, um die verletzlichsten Bürger zu unterstützen.
Die Menschheit an einen Brennstoff zu binden, der mit mehr Konflikten und Blutvergießen profitiert, ist eine Garantie für mehr Leiden in jeder erdenklichen Form.
Die in diesem Artikel vertretenen Ansichten sind die des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die redaktionelle Haltung von Al Jazeera wider.
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