Dar es Salaam — Akteure im Start-up-Umfeld Tansalias haben einen klaren rechtlichen und regulatorischen Rahmen gefordert, um innovationsgetriebene Unternehmen zu unterstützen, während das Land seine erste nationale Start-up-Politik vorbereitet. Die Forderung wurde während eines Policy-Hackathons der Tanzania Startup Association (TSA) in Dar es Salaam geäußert, bei dem Branchenakteure den Entwurf der Nationalen Start-up-Politik überprüften und Vorschläge zur Verbesserung des Dokuments vor der Adoption einbrachten.
Rechtliche Lücken und Notwendigkeit der Anerkennung
Jahrelang haben Start-ups in Tansania ohne formelle rechtliche Anerkennung operiert, unter regulatorischen Rahmenbedingungen, die für herkömmliche Unternehmen konzipiert wurden. Laut Betreibern hat diese Situation ihre Fähigkeit eingeschränkt, Finanzierung, regulatorische Anreize und breitere Marktmöglichkeiten zu nutzen. Das Ministerium für Kommunikation und Informations-Technologie arbeitet derzeit an der Politik, um einen umfassenden Rahmen zu schaffen, der die Gründung, den Betrieb, das Wachstum und den Marktaustritt von Start-ups regelt.
Das Ministerium hat Feedback von Akteuren im Umfeld gesammelt, um sicherzustellen, dass die Politik die Herausforderungen von Unternehmern und Technologieinnovatoren widerspiegelt. Während des Hackathons sagte der Geschäftsführer der Tanzania Startup Association, Zahoro Muhaji, dass die Politik ein wichtiger Meilenstein für das Innovationsumfeld Tansalias sei.
„Tansania hat zum ersten Mal die Möglichkeit, einen spezifischen Rahmen zu etablieren, der Start-ups als einzigartige Kategorie von Unternehmen anerkennt. Diese Politik ist entscheidend, um Investitionen zu ermöglichen, Innovationen zu fördern und tansanische Unternehmer in die Lage zu versetzen, global zu konkurrieren“, sagte er.
Rechtsanwälte betonen Schlüssellücken
Rechtsanwälte, die an der Veranstaltung teilnahmen, wiesen darauf hin, dass eine der größten Lücken im aktuellen Umfeld die Abwesenheit einer formellen rechtlichen Definition eines Start-ups sei. Kheri Mbiro, Senior Partner bei Breakthrough Attorneys, sagte, dass die Definition eines Start-ups einen effektiveren regulatorischen Rahmen für Innovation und Unternehmertum schaffen würde.
„Derzeit hat Tansania keine rechtliche Definition, was ein Start-up ausmacht. Ohne diese Klarheit ist es schwierig, gezielte Regeln, Anreize oder Unterstützungsmechanismen zu entwickeln“, sagte er. Er fügte hinzu, dass die vorgeschlagene Politik dazu beitragen würde, Start-ups innerhalb des rechtlichen Rahmens des Landes offiziell anzuerkennen und regulatorische Wege zu schaffen, die Innovation und Verantwortung fördern.
Gründer von Start-ups betonten ebenfalls die Notwendigkeit, dass die Politik die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und öffentlichen Institutionen stärkt, insbesondere durch staatliche Auftragsvergabe und Partnerschaften. Der Geschäftsführer des Agritechnologie-Unternehmens Kilimo Freshi, Baraka Jeremiah, sagte, dass verbesserte Marktzugang für Start-ups entscheidend sei, die ihre Innovationen skalieren möchten.
„Für Start-ups ist der Zugang zu Märkten genauso wichtig wie der Zugang zu Kapital. Die Politik sollte Wege schaffen, damit Start-ups mit der Regierung über Auftragsvergabe und öffentlich-private Partnerschaften zusammenarbeiten können“, sagte er. Er fügte hinzu, dass die Erlaubnis für Start-ups, Innovationen in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen zu testen und zu skalieren, sowohl die technologische Entwicklung als auch das nationale Wirtschaftswachstum beschleunigen würde.
Weitere Schritte und Auswirkungen
Empfehlungen, die während des Hackathons generiert wurden, werden von der Tanzania Startup Association zusammengefasst und dem Ministerium für Kommunikation und Informations-Technologie als Teil des laufenden nationalen Konsultationsprozesses übermittelt, sagte die Organisation. Der vorgeschlagene Entwurf der Politik wird voraussichtlich bis Mitte 2025 finalisiert, nach weiteren Konsultationen mit Stakeholdern im ganzen Land.
Laut dem Ministerium für Kommunikation und Informations-Technologie enthält der Entwurf der Politik Regelungen für Steuererleichterungen, einen einfacheren Zugang zu Krediten und vereinfachte Registrierungsverfahren für Start-ups. Diese Maßnahmen sollen die Verwaltungsaufwendungen für Unternehmer reduzieren und mehr Investitionen in den Sektor fördern.
Die Politik wird auch die fehlende Finanzierung für Start-ups in frühen Phasen adressieren, indem sie einen Rahmen für Business Angels, Venture-Capital-Unternehmen und Entwicklungsfinanzierungsinstitute schafft, die effektiver in Tansania arbeiten können. Die Regierung hat das Ziel gesetzt, die Anzahl der registrierten Start-ups innerhalb der nächsten drei Jahre um 50 % zu erhöhen.
Branchenanalysten begrüßten den Schritt, da die fehlende formelle rechtliche Rahmenbedingung ein großes Wachstumshemmnis für das Start-up-Umfeld gewesen sei. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Afrikanischen Entwicklungsbank schätzt, dass über 70 % der Start-ups in Tansania Herausforderungen im Zusammenhang mit rechtlicher Anerkennung und regulatorischer Einhaltung gegenüberstehen.
„Die vorgeschlagene Politik ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es wird entscheidend sein, sicherzustellen, dass die endgültige Version sowohl umfassend als auch anpassungsfähig an die sich entwickelnden Bedürfnisse des Start-up-Sektors angepasst ist“, sagte Dr. Amina Kessy, eine Business-Entwicklungs-Expertin an der Universität Dar es Salaam.
Während die Regierung mit der Finalisierung der Politik fortfährt, drängen Stakeholder auf fortgesetzte Beteiligung, um sicherzustellen, dass die Interessen aller Parteien berücksichtigt werden. Die Politik wird voraussichtlich ein Schlüsselstein der breiteren Strategie Tansalias sein, sich als Zentrum für Innovation und Technologie in Ostafrika zu positionieren.
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