Eine Routine-Flug von Jamaika erreichte den New Yorker John F. Kennedy International Airport mit einer unerwarteten Neuerung – einem Neugeborenen. Eine Frau gebärt während des Fluges, was eine komplexe Situation für die Staatsangehörigkeit des Neugeborenen erzeugen könnte, berichtet Caribbean Airlines.

Das medizinische Ereignis auf Flug BW005

Das „medizinische Ereignis“ ereignete sich auf einem Flug der Caribbean Airlines von Kingston am Samstag, wie in einer Pressemitteilung des Unternehmens bekannt gegeben wurde. Die Airline gab nicht bekannt, ob es sich bei dem Baby um einen Jungen oder ein Mädchen handelte, noch zu welchem Zeitpunkt des vierstündigen Fluges die Geburt stattfand.

In einem Gespräch zwischen dem Piloten des Fluges BW005 – bezeichnet als Caribbean 5 – und dem Tower am Flughafen Queens sagte ein Luftverkehrskontrolleur einen Namen für das Baby vor. „Okay. Sag ihr, sie muss es Kennedy nennen“, sagte der Kontrolleur, nachdem der Pilot auf die Frage „Ist es schon da?“ mit „Ja“ antwortete.

„Ah, Kennedy, das klingt gut“, antwortete der Pilot, während er lachte, wie aus einem Transkript von CBS News hervorgeht. Die Airline erklärte, dass die Mutter und das Neugeborene nach der Landung von medizinischem Personal betreut wurden und die notwendige Pflege erhalten.

Staatsangehörigkeit und rechtliche Implikationen

Die Geburt löste rasch eine Debatte über die Staatsangehörigkeit des Babys aus, die weiterhin unklar bleibt, da keine Informationen über den Status der Eltern vorliegen – und auch nicht, wo sich das Flugzeug genau zum Zeitpunkt der Geburt befand.

Wenn mindestens ein Elternteil bereits US-Bürger ist, wird das Baby ebenfalls US-Bürger. Andernfalls gelten die US-Gesetze zur Staatsangehörigkeit, die vom Außenministerium veröffentlicht wurden. Nach dem Gesetz gilt die US-Luftspace als gleich wie die US-territorialgewässer, also innerhalb von 12 Meilen von der Küste. „Die Regeln, die für Schiffe gelten, gelten offensichtlich auch für Flugzeuge“, heißt es in dem Dokument. „Daher erlangt ein Kind, das auf einem Flugzeug in den USA oder über deren Territorium geboren wird, die US-Staatsangehörigkeit bereits zur Geburt.“

Allgemein gesagt. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) würde eine Dokumentation zur Geburt verlangen, meistens einen Auszug aus dem medizinischen Logbuch des Schiffs/Flugzeugs oder dem Kapitän/Commander-Logbuch, das den Zeitpunkt, die Breite und Länge der Geburt reflektiert. Die US-Regierung veröffentlicht keine Zahlen zu Babys, die auf internationalen Flügen in ihrem Luftspace geboren wurden.

Historischer Kontext und rechtliche Herausforderungen

Die neueste Forschung ist eine Studie, die 2019 von einem Professor an der Bowling Green State University in Ohio veröffentlicht wurde, die 74 Geburten auf 73 kommerziellen Flügen zwischen 1929 und 2018 dokumentiert – mit zwei Babys, die nicht überlebten. Laut dem 14. Zusatz zur US-Verfassung „sind alle Personen, die in den USA geboren oder naturalisiert wurden und der Jurisdiktion der USA unterliegen, Bürger der USA.“

Das Executive Order, das Donald Trump am Anfang seiner zweiten Präsidentschaft erließ, um die US-Staatsangehörigkeit auf Kinder zu beschränken, die nur von Bürgern und legalen dauerhaften Einwohnern geboren werden, wurde von einem Bundesgericht blockiert und wartet auf eine endgültige Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof nach mündlichen Verhandlungen am 1. April.

Airlines beschränken in der Regel schwangere Frauen darin, Flüge ab 36 Wochen Schwangerschaft zu unternehmen, und erlauben denen, die ab 28 Wochen schwanger sind, nur mit medizinischer Genehmigung zu reisen. Die Politik von Caribbean Airlines ist es, schwangere Passagiere bis zum Ende ihrer 32. Schwangerschaftswoche ohne medizinische Genehmigung zu erlauben.

In ihrer Erklärung sagte Caribbean Airlines, dass während des Fluges kein Notfall ausgerufen wurde – und dass die Mutter und ihre Familie Privatsphäre gewünscht haben. „Die Airline lobt die Professionalität und die behutsame Reaktion ihres Personals, das die Situation gemäß den etablierten Verfahren bewältigte, um die Sicherheit und den Komfort aller an Bord zu gewährleisten“, sagte die Erklärung.