Mindestens 1.114 Menschen sind in Nepal umgekommen, und fast 4.000 weitere fehlen, teilte das nepalesische Katastrophenschutzamt mit; Auf der tibetischen Seite belief sich die Opferzahl laut chinesischen staatlichen Medien auf 16, und mehr als 500 Menschen sind nicht aufzufinden.
Überschwemmung durch Gletscherabgang ausgelöst
Ein massiver Blitzflut, der vermutlich durch einen Gletscherabgang ausgelöst wurde, wütete am vergangenen Mittwoch durch einen Himalaya-Tal und zerstörte Dörfer; Laut dem nepalesischen Katastrophenschutzamt wurden seither nahezu 12.000 Menschen gerettet.
Weitere Tausende, darunter hunderte Ausländer aus Indien, Großbritannien, Australien, den USA, Malaysia und anderen Ländern, sind immer noch vermisst; Eine Woche nach dem Unglück wachsen die Befürchtungen, dass die Opferzahl weiter steigen wird.
Probleme bei der Rettung und der Bergung
Chinesische staatliche Medien berichteten, dass auf der tibetischen Seite bislang keine Überlebenden gefunden wurden. Die Suche geht dennoch weiter, während Peking, das Tibet in den 1950er Jahren annektierte, die Region strikt kontrolliert. Alle Informationen stammen aus staatlichen Medien, und ausländische Journalisten benötigen eine Genehmigung, um dorthin zu reisen.
Rettungskräfte, die mit schwerer Technik rund um die Uhr arbeiten, konnten den Weg zum Grenzübergang Gyirong zwischen Nepal und Tibet wieder freimachen und die Straße von Schutt befreien. Dies wird die Suche nach den Vermissten beschleunigen, hieß es in den chinesischen staatlichen Medien.
Die Rettungsoperationen laufen weiterhin unter schwierigen Bedingungen. Experten aus China und Indien helfen dabei, provisorische Brücken zu bauen, um an abgelegene Gebiete zu gelangen. Drohnen fliegen über schwer zugängliche Gebiete, um nach Überlebenden zu suchen.
Der UN-Hilfswerk teilte mit, dass der größte Herausforderung nun die Zugänglichkeit sei. Mehr als 40 Brücken seien zerstört worden. Die abgelegensten Gemeinschaften verlassen sich auf Hubschrauberflüge der Armee, um Versorgungsgüter zu erhalten. Viele Dörfer kämpfen weiterhin mit Treibstoff- und Strommangel.
Hilfeleistungen und Unterkunftsprobleme
In Nepal wurden fast 3.500 Menschen obdachlos und in 27 Orten – hauptsächlich Schulen, untergebracht, was die Bildung stört. Die Priorität für sie sei nun, „humanitäre Hilfe zu erhalten, ihre Angehörigen zu identifizieren, vermisste Verwandte zu finden und getrennte Kinder zu vereinen sowie psychosoziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen“, erklärte das UN-Hilfswerk.
Die Bevölkerung in überfüllten Unterkünften, verunreinigtes Wasser und beschädigte Gesundheitsstationen erhöhen das Risiko von Krankheiten, besonders während der Monsunzeit, fügte das Amt hinzu. Nepals Premierminister Balendra Shah betonte, es gäbe nun einen verstärkten Fokus auf das Schutz der Überlebenden, die medizinische Versorgung und psychologische Betreuung.
Die nepalesische Regierung und die UN haben beschlossen, eine viermonatige humanitäre Soforthilfe zu starten. Laut dem UN-Hilfswerk ist die Reaktion nun in eine neue Phase getreten, in der die Behörden die Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen intensivieren.
In Nepal laufen weiterhin Bemühungen, Arbeiter zu retten, möglicherweise hunderte, die in Tunneln einer Wasserkraftanlage eingeschlossen sein könnten.
Die volle Auswirkung der Überschwemmung in Tibet ist unklar. China hat Informationen über die Zerstörung an der Grenze über staatliche Medien verbreitet, hat aber kaum Details über die Opfer oder die Auswirkungen auf die lokalen Dorfbewohner geliefert.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts