Am warmen Augustabend 2002 verließen die zehn Jahre alten besten Freundinnen Holly Wells und Jessica Chapman das Familienbarbecue in Soham, Cambridgeshire, um bei einem Sportzentrum Süßigkeiten zu kaufen. Sie zogen sich identische Manchester United-Shirts und schwarze Shorts an, posierten mit Hollys Mutter für ein Foto und verschwanden kurz darauf; Ninety Minuten später waren die beiden Mädchen verschwunden, Opfer eines Verbrechens, das das Land zerschmetterte.
Die Stadt im Schock
Die Verschwinden der Holly und Jessica löste Schockwellen in Soham aus, einer kleinen, ruhigen Stadt, die zuvor noch nie eine solche Horrorerfahrung durchlebte, while Poster mit den Gesichtern der Mädchen wurden an Laternenmasten, Ladenfenstern und auf den Titelseiten von Zeitungen im ganzen Land befestigt. Die Stadt war von Angst ergriffen. Und die Suche nach den vermissten Mädchen bestimmte das Leben aller in der Gemeinschaft.
Die Polizei führte Fingerabdrucksuche durch und nutzte das Soham Village College als Kommandozentrale für tägliche Berichte. Reporter, darunter der Sun-Reporter Paul Sims, füllten den Saal, ohne zu wissen, dass der Mann, der am Ende des Raums stand – Ian Huntley, der College-Wärter – später als Mörder enttarnt werden sollte.
Huntley, in einem navyblauen Polo-Shirt und blauen Hosen, war stets anwesend. Er besaß den Schlüssel zur Schule, öffnete sie für die Polizei und legte sogar Plastikstühle für die Berichte bereit. Während die Tage vergingen, wuchs der Druck auf die Polizei, und die Angst in der Stadt wuchs.
Der Durchbruch und die Festnahme
Der Wendepunkt kam, als Jessicas Mobiltelefon gefunden wurde, das ausgeschaltet war, was ein Signal auslöste, das die Ermittler auf drei mögliche Orte in Soham führte – einen davon direkt vor Huntleys Haus. Das führte zur Festnahme Huntleys wegen Mordes, und am nächsten Tag wurden zwei Leichen in einem Ablaufgraben nahe dem Lakenheath Airbase in Suffolk entdeckt.
Paul Sims beschrieb den Moment, als er von der Entdeckung erfuhr: „Mein Herz sank wie ein Stein.“ Die Leichen der beiden Mädchen, deren Kleidung zerrissen und teilweise verbrannt war, wurden in einem Graben gefunden, wo sie tagelang gelassen worden waren. Die Stadt versank in Stille, trauerte den beiden Schulmädchen, die für Süßigkeiten ausgingen, aber nie wieder heimkamen.
Huntley, der sich bekanntermaßen für junge Mädchen interessierte, war vor seiner Versetzung nach Soham in Grimsby wegen sexueller Übergriffe angeklagt worden. Er wurde 2003 vor dem Old Bailey verurteilt, wo er behauptete, die Tode der Mädchen seien ein Unfall gewesen. Er wurde mit einer Mehrheit von 11 zu 1 verurteilt und zu einer Mindeststrafe von 40 Jahren verurteilt. Seine Komplizin Maxine Carr wurde wegen Veruntreuung der Justiz verurteilt und 2004 entlassen, später unter einem neuen Namen lebend.
Die Nachwirkung einer Tragödie
24 Jahre später hängt die Auswirkung der Soham-Morde noch nach. Die Stadt hat sich nie vollständig erholt, und das Gedächtnis der Mädchen bleibt eine Quelle von Schmerz für ihre Familien und die Gemeinschaft. Ihre Eltern, Kevin und Nicola Wells, kämpften unermüdlich um Gerechtigkeit, hielten sich an den „Schimmer der Hoffnung“ fest, der sie durch die dunkelsten Tage trug.
„Es war ein unglaublicher Abendspaziergang“, sagte Kevin Wells zu dieser Zeit. „Wir erfuhren die Nachricht offiziell gegen 6:30 Uhr. Es war extrem beunruhigend. Wir hatten offensichtlich die schlimmsten Befürchtungen, aber wir sind immer noch hier, um den Kampf fortzusetzen.“
Die Tragödie hatte auch langfristige Auswirkungen auf das nationale Bewusstsein. Sie legte Schwächen im Justizsystem offen und zeigte die Verletzlichkeit von Kindern in kleinen Städten. Der Fall bleibt eine Warnung, wie schnell Unschuld gestohlen werden kann und wie tief solche Verbrechen eine Gemeinschaft beeinflussen können.
Für Paul Sims wird die Geschichte für immer in seinem Gedächtnis verankert. „Was vor 24 Jahren in Soham geschah, wird mich für immer prägen“, sagte er. Die Stadt mag sich in einigen Aspekten weiterentwickelt haben, doch für viele bleiben die Narben jenes Sommers bestehen.
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