US-Präsident Donald Trump hat laut Associated Press (AP) gewarnt, dass die USA den Handel mit Ländern beenden könnten, bei denen ein Handelsdefizit besteht, wenn die Federal Reserve (Fed) ihre Leitzinsen nicht senkt. Die Drohung, die Trump auf Truth Social verbreitete, nannte die Europäische Union (EU), Kanada und Mexiko als Ziele.

Trump und sein Handelsgedankengut

Am 4. März (Ortszeit) teilte Trump auf Truth Social mit, dass er sich über starke US-Arbeitsmarktzahlen freue und forderte, dass die Fed die Zinsen auf das weltweit niedrigste Niveau senke. Laut AP erklärte er, dass die USA den Handel mit Ländern, bei denen ein Handelsdefizit besteht, einstellen könnten, wenn die Fed nicht nachgibt, but Diese Äußerungen spiegeln seine langfristige Druckstrategie gegenüber der Fed wider und zeigen, wie er Handelspolitik mit breiteren wirtschaftlichen Zielen verknüpft.

Laut dem Atlantic Council hat Trump bereits Zölle auf Handelspartner in Europa, Afrika und Asien erhoben, um bessere Handelsbedingungen zu erzwingen. Seine Regierung setzte mit unermüdlicher Kampagne zur Neudefinition von Handelsbeziehungen fort, wobei der Fokus nun auf das United States,Mexico,Canada Agreement (USMCA) gelegt wird, dessen obligatorische Überprüfung am 16. März begann.

Strategische Implikationen des USMCA

Mexiko und die USA sind einander größte Handelspartner. Ein großer Teil ihres Handels umfasst Zwischenprodukte, die mehrfach die Grenze überqueren, um in komplexen Fertigungsversorgungsketten verarbeitet zu werden. Diese tiefe Integration, die sich über mehr als drei Jahrzehnte entwickelt hat, bildet die Grundlage der industriellen Stärke Nordamerikas, so der Atlantic Council.

Der USMCA-Überprüfungsvorgang erlaubt es den drei Parteien, das Abkommen bis zum 1. Juli zu erneuern oder sich an jährlichen Treffen über die nächsten zehn Jahre zu treffen, um Unterschiede zu klären. Sollte bis 2036 kein Konsens erzielt werden, endet das USMCA automatisch. Jede Partei kann jedoch mit sechs Monaten Vorlaufzeit aus dem Abkommen aussteigen. Obwohl ein Artikel von Bloomberg vom 11. Februar andeutete, dass Trump in Betracht zieht, das Abkommen zu beenden, gilt dies als äußerst unwahrscheinlich, da dadurch kritische Sektoren wie die US-Autobranche und republikanische Hochburgen wie Texas geschädigt würden.

Handelspolitik und politische Realitäten

Trump hat sich oft durch klare Aussagen und Ultimaten in der Handelspolitik hervorgetan. Doch die praktischen Folgen seiner Drohungen müssen gegen wirtschaftliche und politische Realitäten abgewogen werden. Sollte das USMCA beendet oder der Handel mit wichtigen Partnern wie Mexiko und der EU gestoppt werden, wären die wirtschaftlichen Folgen für die USA beträchtlich – insbesondere in Regionen, die stark von der Handelsintegration profitieren.

Der Atlantic Council mahnt, dass Mexiko sich bei der Neuverhandlung des USMCA weder beeilen noch zögern sollte. Mit der Wiederherstellung des Fokus der US-Regierung auf ihre unmittelbaren Nachbarn werden die nächsten Monate entscheidend sein für die Zukunft des Abkommens und der umfassenden US-Handelspolitik.