Ein zweimal mit dem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant in Seoul wurde bestraft, weil es Ameisen als Garnitur verwendete, eine Praxis, die unter südkoreanischen Lebensmittelgesetzen nicht genehmigt ist. Der Betreiber bekannte Schuld, aber er gab an, nicht gewusst zu haben, dass dies verboten ist — Das Restaurant Evett verwendete über fast vier Jahre Sorbets mit Ameisen als säuerlichen Topping. Dazu kamen insgesamt etwa 49.000 Ameisen aus den USA und Thailand.
Rechtliche Konsequenzen und verletzte Nahrungsmittelstandards
Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst eine Haftstrafe von einem Jahr und eine Geldstrafe von 20 Millionen Won gefordert; Der Gerichtshof verhängte letztendlich eine Geldstrafe von 15 Millionen Won für den Betreiber und 10 Millionen Won für das Restaurant. Der Richter stellte fest, dass in den Ameisen Schwermetalle in Mengen nachgewiesen wurden, die die Sicherheitsstandards überschritten. Das zeige, dass die Verletzung nicht unbedeutend sei.
Der Betreiber argumentierte, dass Ameisen nur in einem Gericht des 15-Gänge-Menüs verwendet wurden und dass Gegenangebote für die Gäste bestanden. Die Staatsanwaltschaft hingegen behauptete, Ameisen seien über 12.200-mal serviert worden und hätten rund 120 Millionen Won Umsatz erbracht.
Ameisen als globales Zutaten
Obwohl Ameisen in Südkorea nicht als Nahrung erlaubt sind, werden sie in anderen Ländern gegessen. In Thailand und Kambodza sind Webameisen und deren Eier Teil traditioneller Gerichte. In Kolumbien gelten Ameisenköniginnen als Delikatesse, vergleichbar mit Kaviar. Der Restaurantbetreiber wies darauf hin, dass Ameisen in Restaurants in Dänemark, Großbritannien und Australien als Zutat verwendet werden.
Trotz dieser internationalen Vorbilder bleiben Ameisen außerhalb der zehn genehmigten Insektenarten in Südkorea, darunter Grashüpfer und bestimmte Seidenraupen. Das Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittel-Sicherheit entdeckte die Verletzung durch Online-Bewertungen und dazugehörige Fotos.
Kontroverse und kulturelle Aspekte
Das Gericht berücksichtigte das Fehlen einer Vorstrafe des Betreibers und seine Schuldbeichte, hob aber die Ernsthaftigkeit des Falls aufgrund der Gesundheitsrisiken hervor. Der Betreiber war nicht gewusst, dass Ameisen in dem Land nicht für die Verzehr genehmigt sind, was möglicherweise dazu beitrug, dass eine Haftstrafe vermeidbar war.
Der Vorfall hat Debatten über die Schnittstelle zwischen globalen kulinarischen Praktiken und lokalen Nahrungsregulierungen ausgelöst. Michelin-Sterne-Restaurants sind bekannt für ihre frischen Ansätze, doch dieser Fall unterstreicht die Bedeutung der Einhaltung regionaler Standards. Der Michelin-Guide beschreibt Restaurants mit zwei Sternen als solche, die „hervorragende Kochkunst“ anbieten und „eine Abwechslung wert“ sind.
Das Gericht wird am 2. September eine endgültige Entscheidung verkünden.
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