Donald Trump wird erstmals seit Jahren an dem Weißen Haus Presse-Dinner teilnehmen, berichtet Al Jazeera. Dies markiert eine Abkehr von seinem bisherigen Verhalten, Einladungen zu dem Event abzulehnen. Seit dem Start seiner ersten Präsidentschaftskampagne hat Trump eine konfrontative Haltung gegenüber der Presse eingenommen. Er attackierte Journalisten persönlich und brachte Klagen gegen Medienunternehmen ein, die er als unfaire Berichterstattung betrachtete.

Kontroverse Tradition und Kritik

Das schwarze-Tie-Gala-Event, eine Tradition seit 1921, bleibt umstritten. Kritiker argumentieren, dass der freundschaftliche Umgang mit dem Präsidenten das Unabhängigkeitsgefühl der Presse gefährdet. Trump selbst ist einer der Kritiker des Dinners. Bis zu diesem Jahr lehnte er es abzugehen, sich damit bewusst gegen eine Tradition zu stellen, dass sitzende Präsidenten mindestens einmal im Jahr mit der Presse essen. Seine Teilnahme am Samstagabend hat die Frage nach der Rolle des Events in der modernen Zeit nochmals befeuert.

Trump lehnte fünf Einladungen in der Vergangenheit ab, sowohl während seiner ersten als auch zweiten Amtszeit. Sein erster Besuch am Samstagabend war von Änderungen im Format begleitet: Vor allem die seit Langem etablierte Praxis, dass ein Comedian auftritt, wurde gestrichen. Journalistenverbände und Rechgruppen forderten indes das Veranstaltungsgremium, die Weißen Haus Presse-Assoziation (WHCA), auf, dem Präsidenten eine „klare Botschaft“ über die Freiheit der Presse zu senden.

Vanity und Macht beim Presse-Dinner

Das Weißen Haus Presse-Dinner (WHCD) ist einzigartig, da es den Tag markiert, an dem die drei Machtzentren Amerikas, Washington, New York und Hollywood – zusammenkommen, schreibt The Free Press. Jeden April, wenn die Kirschblüten in voller Pracht blühen, strömen soziale Aufsteiger aller Art in die Hauptstadt. Obwohl die offizielle Begründung des jährlichen Treffens darin besteht, die Institution der freien Presse in Amerika zu stärken, wissen alle, die an der wöchentlichen Party-Session aus Brunchs, Cocktailempfängen und Nachveranstaltungen teilnehmen, dass dies nur eine dünne Rechtfertigung ist, um sich aufzutun, auszugehen und berühmte Leute kennenzulernen.

Als mehr oder weniger gelegentlicher Veteran der Veranstaltungen um das Dinner (die ich selbst nie besuchte) habe ich in den letzten zwei Jahrzehnten meine faire Quote an Promi-Begegnungen erlebt. Früher in meiner Karriere hatte ich das Glück, den verstorbenen Christopher Hitchens kennenzulernen, der viele Jahre lang das exklusivste Event des Wochenendes, die Vanity Fair Nachveranstaltung, in seiner geräumigen Wohnung in Kalorama veranstaltete. Als die Party später in das Residenz des französischen Botschafters um die Ecke zog, schmuggelte er mich hinein. Dort hörte ich Scarlett Johansson kritisieren, dass der durchschnittliche Service des Four Seasons in Georgetown dafür sorgen sollte, dass das Hotel in Zukunft als „Three Seasons“ bezeichnet wird. Ich traf Mike Myers, wartete mit Jonathan Rhys Meyers in der Damentoiletten-Schlange und sah zu, wie Hitchens Richard Belzer für die Behauptung verhöhnte, dass 9/11 ein Innenangriff gewesen sei. Ich sang „Hey Jude“ gemeinsam mit Don Lemon, begleitet von Darren Criss am Klavier.

Ivanka Trump und soziale Wiedereinbindung

Ivanka Trump nahm am Freitagabend an Kim Kardashians 43. Geburtstag in Beverly Hills teil, berichtet Business Insider. Die Veranstaltung fand in der Funke statt und zog weitere Stars an, darunter Hailey Bieber und Lauren Sanchez, Partnerin von Jeff Bezos, dem Amazon-Gründer. Kardashian postete Fotos der Veranstaltung auf Instagram, darunter ein Gruppenfoto, das Trump zeigt, der einen stilvollen, glitzernden weißen Zwei-Stück-Set trug. In einem anderen Foto saß sie neben Ivanka und lachte.

Ivanka teilte das Story-Foto erneut, taggte Kardashian und schrieb: „Genießt etwas Face Time an eurem besonderen Tag.“ Mehrere Kommentare unter Kardashians Post verurteilten Trumps Anwesenheit auf der Party, wobei einige schrieben: „Nicht Ivanka!“ Mitra Ahouraian, eine Unterhaltungsanwältin mit prominenten Mandanten, sagte, sie sei nicht überrascht, dass Ivanka Trump und Kardashian gemeinsam auf einer Party zu sehen waren.

„Obwohl Ivanka ihren Vater unterstützte, sogar in seinen verschiedenen Unternehmen und im Weißen Haus arbeitete, versuchte sie nach seinem Amtsantritt, sich von ihm abzugrenzen“, sagte Ahouraian dem Insider. „Ich bin überhaupt nicht überrascht, dass Ivanka es geschafft hat, sich wieder in ihre sozialen Kreise einzubinden und sich als eigenständig und getrennt von ihrem Vater zu positionieren.“ Ahouraian sagte, dass Ivanka Trump wahrscheinlich mit der Balance zwischen ihrer engen Beziehung zu ihrem Vater und den Dingen, in denen sie mit ihm nicht übereinstimmte oder seine Handlungen missbilligte, zu kämpfen hatte – etwas, mit dem Kardashian sich identifizieren könne.