Russland hat unerwartete Vorteile aus dem großflächigen Angriff der USA und Israel auf den Iran gezogen, wobei Präsident Wladimir Putin von höheren Öl- und Gaspreisen profitiert, die die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes mildern könnten. Gleichzeitig nutzt er Russlands geopolitische Macht als Alternative für Energieversorgung und könnte von der Nahost-Krise profitieren, wenn die Lieferung US-hergestellter Luftabwehrsysteme für die Ukraine unter Druck gerät. Allerdings muss Putin sich auch mit einer neuen Weltordnung unter Trump auseinandersetzen, die den Einfluss Russlands begrenzt und Moskaus langjährige Strategien für internationale Partnerschaften stört.

Trump’s Ungebremste Macht Herausforderung für Putins Globale Strategie

Jahrelang hat Putin autoritäre Regime in Iran, Venezuela und Kuba unterstützt, unter der Annahme, dass Washington nicht entschieden gegen ihre Führer vorgehen würde. Diese Annahme wurde unter Trump auf den Kopf gestellt, der bereit ist, internationale Normen zu ignorieren und militärische Macht der USA aggressiv einzusetzen. Dies hat Druck auf Russlands Allianzen ausgewirkt und seine Position in der globalen Arena geschwächt.

Obwohl Iran während der Anfangsphase des Ukraine-Kriegs Russland unterstützte, blieb Moskau größtenteils stumm, als die USA und Israel die Führung und die Streitkräfte Irans angriffen. Das Kreml hat lediglich leichte Verurteilungen geäußert und sich bewusst von direkter Kritik an Trump distanziert.

Laut Angela Stent, einer Russland-Expertin und emeritierten Professorin an der Georgetown University, spiegelt dies die Grenzen des russischen Einflusses wider: „Was bedeutet es, ein Partner Russlands zu sein?“, sagte sie, wobei sie den starken Kontrast zu Irans Rolle hervorhob, die Moskau während des Ukraine-Konflikts unterstützte.

Russlands Stille bei Schnellen US-Aktionen

Die letzten beiden Monate haben eine Reihe dramatischer US-Aktionen gegen Führer, die Russland sympathisch sind, gezeigt, einschließlich des Mordes an Irans Obersten Führer, dem Ayatollah Ali Khamenei; der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro; und einer US-ökonomischen Blockade, die auf die Führung Kubas abzielt. In jedem Fall hat Russland kaum Unterstützung gezeigt.

Bobo Lo, ein Russland-Analyst und ehemaliger australischer Diplomat in Moskau, bemerkte, dass Trumps aggressive Taktiken den Machtverhältnisse verändert haben: „Er ist jetzt nicht mehr der schlimmste Typ in der Stadt“, sagte Lo, fügte hinzu, dass „die Last ist auf Trump übergegangen“. Er beschrieb Putin als „ein bisschen erbärmlich“ in dieser neuen Realität.

Alexander Gabuev, Direktor des Carnegie Russia Eurasia Centers, wies darauf hin, dass Russland, bereits im Krieg in der Ukraine verwickelt, nicht realistisch in Irans Verteidigung eingreifen könnte, ohne ein größeres Konflikt mit den USA oder Israel zu riskieren. „Es gab sehr wenig, was Russland, auch in Zusammenarbeit mit China, hätte tun können, um dies zu ändern“, sagte Gabuev, wobei er auf die Geheimdienstspionage in Iran verwies.

Eine Komplexe Auswärtspolitik Landschaft

Trotz dieser Herausforderungen könnte Putin immer noch langfristige Strategien im Spiel haben. Trump hat nicht explizit versucht, die Eliten in den Ländern, in denen er eingegriffen hat, zu stürzen, was Raum für Putin lässt, Beziehungen mit ihnen zu unterhalten. Diese Dynamik könnte für das Kreml ein Doppelschwert sein.

Trump’s Außenpolitik hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf Russland. Durch das Gastgeberschaft für Führer aus Zentralasien und das Vermitteln eines Friedensversprechens zwischen Aserbaidschan und Armenien hat Trump in das, was Putin als seinen Einflussbereich betrachtet, eingegriffen. Allerdings hat Trumps öffentliche Kritik an dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und sein Auflösen der USAID Moskau gefreut, das diese Aktionen als Schlag gegen den westlichen Einfluss sieht.

Trump’s jüngste Drohungen, Grönland von Dänemark zu übernehmen, haben auch das Risiko, NATO zu spalten, was ein langerfristiges Ziel für Putin ist. Trotz dieser Entwicklungen hat Putin vorsichtig in seiner öffentlichen Kritik an Trump geblieben, konzentriert sich stattdessen darauf, sein gewünschtes Ergebnis in der Ukraine zu sichern.

Während eines Interviews mit Politico wiederholte Trump seine Kritik an Zelensky, nicht an Putin, als die Hauptbarriere für den Frieden. Obwohl ukrainische Streitkräfte im Februar territoriale Fortschritte machten, wiederholte Trump seine Behauptung, dass die Ukraine nicht über die notwendige Macht verfüge.

Die geopolitische Landschaft verändert sich rasch, mit Trumps Aktionen, die die Dynamik der internationalen Beziehungen neu gestalten. Während Russlands Einfluss abnimmt, bleibt die Frage, wie Moskau sich auf diese neue Realität anpassen wird und ob es seine strategischen Partnerschaften in Anwesenheit wachsender US-Assertivität aufrechterhalten kann.