Chinesische Aktien könnten um 20 Prozent steigen, wenn sich die Inflationserwartungen zu besseren Gewinnen entwickeln, so UBS Securities Asia. Analysten des Brokers vermuten, dass mehr chinesische Unternehmen im Jahr 2025 Preisanpassungen vornehmen werden, da die Kosten für Rohstoffe steigen und die Kapazitäten sich verbessern.
Reflationäre Umgebung und Bewertungsschub
Laut einer Bottom-up-Umfrage bei Sektoranalysten wird eine reflationäre Umgebung zu einer Bewertungsschätzung und stärkerem Wachstum der Gewinne pro Aktie führen. Dies könnte den MSCI China Index um 20 Prozent steigern, wie in einer Mitteilung von UBS-Strategen unter Leitung von James Wang am Donnerstag (26. Februar) festgestellt wurde.
Wang betonte, dass bei steigenden Preisen der potenzielle Aktienkursreaktion tendenziell nach oben gerichtet ist, da die Erwartungen an eine Reflation niedrig sind und die Positionierung bei Inflationsaktien wie dem Konsumsektor gering ist. Dieser Gedanke folgt einem Tech-gestützten Aufschwung, der in diesem Monat an Impuls verloren hat.
Märkten Leistung und breiterer Ausblick
Der MSCI China-Index ist im Februar um 5 Prozent gefallen und hat damit die Gewinne des Jahres bis heute nach einem Anstieg um 40 Prozent von seinem April-Tief verloren. Chinesische Aktien haben sich in diesem Jahr gegenüber asiatischen und globalen Konkurrenten schwach geschlagen. Dennoch stützt sich der optimistische Ausblick von UBS auf kürzliche Verbesserungen im Produzentenpreisindex, der weniger negativ geworden ist, und die Verbesserung der Unternehmensgewinne.
Wang erwähnte auch, dass die Zinsen an den Anleihen leicht gestiegen sind, was auf gewisse Reflationserwartungen der Investoren hinweist. Trotz dieser positiven Indikatoren warnte die Analyse, dass die Gewinnerwartungen gesenkt werden könnten, wenn Unternehmen aufgrund von Verkaufsdruck keine Preiserhöhungen durchsetzen können, was zu einem Rückgang um 7 bis 10 Prozent bei chinesischen Aktien führen könnte.
Historische Markterfahrungen, wie der chinesische Aktienmarkt im Jahr 2022, deuten darauf hin, dass Sektoren wie Rohstoffe, Finanzen und Immobilien typischerweise während reflationärer Perioden besser abschneiden. In China könnten frühere Gewinner bestimmte Konsumsektoren sein, da die Investorenpositionierung gering ist, so UBS.
Strategische Anpassungen und Sektorausblick
Der Broker hat seine Sektorenbewertungen angepasst, wobei Immobilien und Konsumgüter von untergewichtet auf neutral bewertet wurden, während der Softwaresektor auf untergewichtet gesenkt wurde. Dieser Schritt spiegelt anhaltende Bedenken bezüglich technologischer Störungen und hoher Bewertungen im Softwaresektor wider.
Auch andere große Banken haben positive Ausblicke auf lokale Märkte, getrieben von künstlicher Intelligenz und politischen Maßnahmen. Im Januar prognostizierte Goldman Sachs Group einen Anstieg um 20 Prozent für den chinesischen Index, was mit den Erwartungen von UBS übereinstimmt.
UBS‘ vorherige Prognose im November erwartete, dass der MSCI China-Index bis Ende 2026 auf 100 steigen würde. Mit aktuellen Marktsituationen, die Zeichen einer Reflation und verbesserten Unternehmensgrundlagen zeigen, bleibt der Broker zuversichtlich bezüglich der langfristigen Aussichten für chinesische Aktien.
Investoren beobachten die bevorstehenden Wirtschaftsdaten und politischen Ankündigungen genau, um weitere Hinweise zu Inflation und Wachstum zu erhalten. Die Leistung der Schlüsselsektoren, insbesondere des Konsums und der Immobilien, könnte weitere Einblicke in die Entwicklung des chinesischen Aktienmarktes in den nächsten Monaten geben.
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