Die US-Regierung plant, am 20. Mai kriminelle Anklagen gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro zu erheben, berichtet ein Sprecher des Justizministeriums — Die Anklage betrifft ein Ereignis im Jahr 1996, bei dem kubanische Jets zwei Flugzeuge abgeschossen wurden, die von einer Exilgruppe betrieben wurden.
Hintergrund des Vorfalls von 1996
Der Vorfall von 1996 bleibt ein politisch umstrittenes Ereignis in den modernen US-Kuba-Beziehungen. Laut Quellen schossen kubanische Jets zwei zivile Flugzeuge ab, die von der Exilgruppe Brothers to the Rescue betrieben wurden. Das Ereignis fand am 25. Februar statt. Kubanische Behörden behaupteten damals, die Flugzeuge flögen im kubanischen Luftraum und verletzten die Souveränität des Landes. Die USA betonen seitdem, die Flugzeuge seien über internationalen Gewässern unterwegs und seien nicht bewaffnet gewesen.
Republikanische Abgeordnete in den USA haben sich seit langem für strafrechtliche Konsequenzen in diesem Fall eingesetzt und zielen dabei auf Raúl Castro, den jüngeren Bruder von Fidel Castro, ab. Die Möglichkeit, kubanische Beamte anklagen zu können, gewann neue Dynamik, nachdem Präsident Donald Trump eine Geheimoperation gegen den ehemaligen Präsidenten Venezuelas Nicolás Maduro veranlasste. Trump deutete an, dass Kuba als nächstes dran sein könnte.
Kürzere diplomatische und wirtschaftliche Druckmaßnahmen
Die USA haben den Druck auf Kuba durch eine Ölblockade verstärkt, die die Energiekrise auf der Insel verschlimmert hat. Die Trump-Regierung hofft, dass diese Maßnahmen die kubanische Regierung zu politischen und gesellschaftlichen Reformen zwingen. CIA-Direktor John Ratcliffe führte eine Delegation nach Havanna, um am 14. Mai eine Botschaft von Trump an kubanische Behörden und Raúl „Raulito“ Guillermo Rodriguez Castro, den Enkel des älteren Castros, zu überbringen.
Die Nachricht von der möglichen Anklage ist Teil einer umfassenderen Strategie, die kubanische Regierung zu isolieren. Eine Anklage erfordert jedoch die Zustimmung eines Grand Juries nach Vorlage der Beweise. Die Staatsanwaltschaft in Miami plant am 20. Mai eine Veranstaltung, um die Opfer des Vorfalls von 1996 zu ehren, berichtet ein Einladung, die Journalisten vorlagen. Die Staatsanwaltschaft hat auf Anfrage nicht reagiert.
Politische und rechtliche Auswirkungen
Der 94-jährige Castro war Jahrzehnte lang eine zentrale Figur in der kubanischen Politik, bis er 2018 als Präsident abtrat und die Macht an den Nachfolger seines Bruders übergab. Die Anklage gegen Raúl Castro spiegelt eine Verschiebung in der US-Außenpolitik unter der Trump-Regierung wider, die einen aggressiveren Kurs gegenüber Kuba verfolgt. Eine Anklage wäre ein seltenes Beispiel dafür, dass die USA strafrechtliche Schritte gegen einen ausländischen Führer wegen Ereignisse aus Jahrzehnten erheben.
Einige Analysten vermuten, dass die geplante Anklage, nur Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl, darauf abzielt, eine harte Haltung gegenüber den Beziehungen zu Kuba zu signalisieren. Die Angelegenheit hat Aufmerksamkeit von beiden politischen Parteien erregt, wobei einige US-Abgeordnete die Trump-Regierung dafür kritisieren, dass sie die Spannungen ohne klare Strategie zur Lösung eskalieren lässt.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts