Am 24. April kündigte das US-Justizministerium an, seine kriminelle Untersuchung gegen Jerome Powell, den Präsidenten der Federal Reserve, zu beenden. Damit fiel ein großer Hinderungsgrund für die Bestätzung von Kevin Warsh als Nachfolger Powells im Senat. US-Anwältin Jeanine Pirro teilte mit, dass die Untersuchung zu Powells Handlungen und Renovierungskosten am Sitz der Fed an das interne Aufsichtsorgan der Zentralbank übergeben werde, wie The Straits Times berichtete.
Trump-Druck und Fed-Unabhängigkeit
Die Untersuchung hatte Kritik auf sich gezogen, da sie die Unabhängigkeit der Fed untergraben zu haben schien. Präsident Donald Trump hatte wiederholt nach niedrigeren Zinssätzen gedrängt und Powell öffentlich kritisiert. Ms. Pirro betonte, sie würde bei neu auftauchenden Fakten die kriminelle Untersuchung sofort wieder aufnehmen, da sie den Bestätigungsprozess für Mr. Warsh verzögert hatte, den Trump nominiert hatte, um Powell zu ersetzen, dessen Amtszeit am 15. Mai endet.
Powell erklärte in einer Erklärung vom 18. März, dass die Untersuchung des Justizministeriums ein „Vorwand sei, um die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben“, wie die DBS Group Research analysierte. Um sein Rücktritt nicht als stilles Abtreten oder als Schuldbekenntnis wahrgenommen zu werden, zog Powell eine Bestimmung des Federal Reserve Acts in Betracht, mit der er sich verpflichtete, bis zur Bestätigung seines Nachfolgers im Amt zu bleiben und bis Januar 2028 als Gouverneur der Fed tätig zu sein.
Warshs Haltung zur Unabhängigkeit
Bei einer Anhörung vor dem Senatsbankenausschuss am 21. April betonte Mr. Warsh seine Verpflichtung zur Unabhängigkeit der Fed. Er erklärte: „Präsidenten bevorzugen meist Zinssenkungen. Wenn es Unterschiede gibt, äußert Präsident Donald Trump das sehr offen, ohne Stellvertreter oder Ausflüchte“, wie Das Volksblatt berichtete. Er fügte hinzu: „Aber die Unabhängigkeit der Fed liegt bei der Fed selbst“, was seine Bereitschaft signalisierte, direktem politischen Druck zu widerstehen.
Trump hat gedroht, Powell zu entlassen oder einen interimistischen Fed-Chef zu ernennen, sollte der Senat Warsh bis zum 15. Mai nicht bestätigen. Die Strategie der Regierung wird jedoch als rechtlich unklar beschrieben und könnte vom Board of Governors, das Powells Weiterführung unterstützt, angefochten werden. Philip Wee von der DBS Group Research erwähnte das Risiko einer „Zwei-Päpste“-Situation, also eines Führungsstreits zwischen Powell und Warsh, der Unsicherheit an den Finanzmärkten auslösen könnte.
Marktfolgen und politische Spannungen
Mit Abschluss der Untersuchung durch das Justizministerium wird der Senat voraussichtlich mit der Bestätzung von Warsh als nächsten Fed-Chef fortfahren. Der Übergang bleibt jedoch politisch heikel. Trump hat Warsh trotz seiner Nominierung nicht öffentlich unterstützt, und eine chaotische oder langwierige Führungsänderung könnte laut DBS den US-Dollar als sicheren Anlageort beeinträchtigen.
Angesichts steigender Spannungen mit Iran könnte eine Phase der Doppelführung bei der Fed die Marktvolatilität erhöhen, insbesondere wenn die Unabhängigkeit der Zentralbank weiter in Frage gestellt wird. Gleichzeitig übernimmt das interne Aufsichtsorgan der Fed nun die Untersuchung zu den Renovierungskosten, die zuvor unter Trumps Druck vom Justizministerium durchgeführt wurde.
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