BAGHDAD – Die US-Armee bestätigte am Mittwoch, dass alle amerikanischen Soldaten den Irak verlassen haben. Damit endete ein zweijähriger Rückzug, der eine 12-jahrelange Mission gegen die Terrormiliz Islamischer Staat abschloss. Die letzten US-Truppen verließen den Flughafen Irbil im semiautonomen kurdischen Norden des Irak, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Sean Parnell, mit.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Abzug als „einen Sieg für die USA, einen Sieg für den Irak und einen entscheidenden Sieg über den Islamischen Staat“. In einer Nachricht auf Truth Social nannte er das Unternehmen eine „sehr teure Expedition in die Hölle“. Iraks Premierminister Ali al-Zaidi beschrieb den US-Ausstieg als Beginn einer „neuen Phase, definiert durch die Souveränität Iraks, die Stärke seiner Institutionen, die Bereitschaft seiner Streitkräfte, die Einheit seiner Entscheidungsfindung und ausgewogene Partnerschaften mit seinen Freunden“.
US-Truppen kamen erstmals 2003 in den Irak, um Saddam Hussein zu stürzen, und zogen sich 2011 zurück. Sie kehrten 2014 zurück, um den Islamischen Staat zu bekämpfen, nachdem dieser weite Teile des Landes erobert hatte. Die Mission, offiziell als Operation Inherent Resolve bezeichnet, endete mit dem Abzug. Parnell betonte, dass die USA weiterhin „zielgerichtete Ausbildung und Geheimdienstunterstützung für unsere irakischen Partner“ anbieten würden.
Der Abzug erfolgte im Zuge eines anhaltenden Krieges zwischen den USA und dem Iran, der gelegentlich in den Irak hineinschwappte. Iran-treue Milizen attackierten US-Truppen im Irak immer wieder, und die USA führten Angriffe auf ihre Stützpunkte durch. Der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran begann am 28. Februar 2026, und die Spannungen blieben hoch.
Die irakische Regierung sieht den US-Ausstieg als Zeichen wachsender Souveränität und innerer Stärke. Gleichzeitig konfrontiert sie jedoch erhebliche Herausforderungen, unter anderem die Präsenz von Iran-treuen Milizen, die sich der Auflösung widersetzen. Al-Zaidi versprach, alle Waffen unter staatliche Kontrolle zu bringen, stieß aber auf Widerstand mächtiger Gruppierungen. Der Deadline für die Auflösung der Milizen wurde auf den Juni 2027 verschoben.
In der kurdischen Region bestehen weiterhin Befürchtungen vor einem Wiederaufflammen des Islamischen Staates und einem Anstieg von Angriffen durch Iran-verbündete Gruppen. Kurdische Beamte befürchten, dass der US-Abzug diese Gruppen mutiger machen könnte. Die BBC berichtete, dass die kurdischen Peshmerga-Truppen entscheidend dazu beigetragen hätten, den Irak vor dem IS zu schützen. Ohne US-Unterstützung ist ihre Fähigkeit, die Stabilität zu sichern, jedoch ungewiss.
Das Vereinigte Königreich beendete ebenfalls seinen Abzug aus dem Irak. Die letzten britischen Soldaten verließen Irbil gemeinsam mit den US-Truppen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, dass die irakischen Sicherheitskräfte und die Peshmerga nun „gut gerüstet sind, die primäre Sicherheitsverantwortung für das Land zu übernehmen“.
Obwohl die USA ihre Truppen abgezogen haben, erklärten sie, weiterhin Unterstützung für den Irak anzubieten, „durch eine normalisierte bilaterale Sicherheitsbeziehung“. Die US-Armee werde „zielgerichtete Ausbildung und Geheimdienstunterstützung“ für irakische Partner leisten.
Trump behauptete, die Anti-ISIS-Mission sei Teil der Invasion des Irak im Jahr 2003 gewesen. Dies ist faktisch falsch. Die Mission 2003 hieß Operation Iraqi Freedom, während die Anti-ISIS-Mission, Operation Inherent Resolve, erst 2014 begann.
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