Die USA haben sich nach einem Schlagabtausch mit dem Iran auf einen ‘Rückzug’ geeinigt, meldet die BBC; Am Samstag hatte der Iran mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain reagiert. Die USA teilten mit, dass keine dieser Angriffe ihre Ziele erreichten und es keine Opfer oder Schäden gab.

Regionale Spannungen und Friedensbemühungen

Der Hormus-Streifen ist eine Schlüsselroute für Öl- und Gaslieferungen. Nach Angriffen der USA und Israel auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt dort wirksam unterbrochen. Am Freitag vermittelten die USA zudem die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Israel und dem Libanon, das den Weg für einen dauerhaften Frieden ebnen soll.

Doch der Waffenstillstand sah nach Beginn der Kämpfe zwischen israelischen Streitkräften und der von Iran unterstützten Hisbollah im Süden Libanons unsicher aus. Der Führer der libanesischen Hisbollah-Miliz lehnte das Abkommen ab und beschuldigte die Regierung in Beirut, die Souveränität Libanons zu untergraben. Zwei Tage nach der Unterzeichnung des Abkommens teilte die israelische Armee mit, sie habe eine 200 Meter lange Tunnelanlage der Hisbollah im Süden Libanons angegriffen, die nach Angaben der Streitkräfte hunderte Waffen enthielt. Laut einer Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz war Washington vor dem Angriff informiert worden. Teheran betont, dass die Kämpfe im Libanon beendet werden müssen, damit ein umfassender Waffenstillstand Bestand hat.

Potenzialer Eskalation und militärische Optionen

Derzeit sind die Kämpfe zwischen Israel und dem Iran auf die beiden Länder beschränkt. An den Vereinten Nationen und anderswo gibt es weit verbreitete Appelle zur Zurückhaltung. Doch was, wenn diese auf taube Ohren stoßen? Was, wenn die Kämpfe eskalieren und sich ausweiten? Hier sind einige mögliche, Worst-Case-Szenarien.

Amerika wird hineingezogen. Trotz aller US-Leugnungen glaubt der Iran, dass amerikanische Streitkräfte Israelische Angriffe zumindest stillschweigend unterstützten. Iran könnte US-Ziele im gesamten Nahen Osten angreifen, etwa Spezialeinheiten in Irak, Militärstützpunkte im Golf oder diplomatische Vertretungen in der Region. Die Iranischen Proxy-Gruppen – Hamas und Hisbollah – könnten zwar stark geschwächt sein, doch die Unterstützungsverbände im Irak bleiben bewaffnet und einsatzfähig.

Die USA fürchteten solche Angriffe und zogen einige Personal ab. In ihrer Öffentlichkeitsarbeit warnte Washington den Iran klar vor den Folgen eines Angriffs auf amerikanische Ziele. Was könnte passieren, wenn ein US-Bürger beispielsweise in Tel Aviv oder anderswo getötet würde? Donald Trump könnte gezwungen sein, zu handeln. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird seit langem vorgeworfen, er wolle die USA in die Hilfe beim Kampf gegen den Iran ziehen.

Iranische Staatsmedien und militärische Haltung

Militärische Analysten sagen, nur die USA verfügten über Bomber und Stollenbomber, die tief in die iranischen Atomstätten eindringen könnten, insbesondere in Fordow. Trump versprach seiner MAGA-Basis, er werde keine sogenannten ‘ewigen Kriege’ im Nahen Osten beginnen. Gleichzeitig unterstützen viele Republikaner sowohl die israelische Regierung als auch deren Auffassung, dass es jetzt an der Zeit sei, in Teheran eine Regierungsumbildung zu forcieren. Doch wenn Amerika aktiv in den Krieg eingreifen würde, wäre das eine große Eskalation mit langfristigen, möglicherweise verheerenden Folgen.

Eine Meldung der iranischen Staatsmedien berichtete, dass am Montag eine anonyme Textnachricht an Menschen im ganzen Land gesendet wurde: „Der US-Präsident ist ein Mann der Tat. Wartet es ab.“ Der Präsident der Sharif-Universität für Technologie warnte Studierende, die sich in Demonstrationen beteiligten, am Montag, dass rechtliche Maßnahmen eingeleitet werden könnten und einige Demonstrationsteilnehmer möglicherweise Reiseverbote erhielten, falls die Proteste andauerten. Der Economist berichtete, dass Donald Trump nach einer massiven US-Aufrüstung im Nahen Osten eine breite Palette an militärischen Optionen gegen den Iran habe. Die Ausmaße der Streitkräfte deuten laut der Zeitschrift darauf hin, dass jede Aktion über einen begrenzten Angriff hinausgehen könnte. Washington habe zwei Flugzeugträger, rund 200 Kampfjets, Aufklärungsflugzeuge und Kriegsschiffe eingesetzt, die mit Kreuzfahrtsilben feuern können. Das gebe Trump die Möglichkeit, eine andauernde Luftoffensive zu starten, sollte er das wünschen.

Mögliche Ziele könnten die iranischen Atomstätten, Ballistikanlagen, der Islamische Revolutionsgarden oder sogar führende Persönlichkeiten sein. Die Folgen eines Angriffs wären jedoch ungewiss. Die Berichte sagten, dass der Iran weiterhin die Fähigkeit besitzt, sich mit Ballistikanlagen und Drohnen gegen Israel oder US-Stützpunkte in der Region zu rächen, was das Risiko eines breiteren Konflikts erhöhe, selbst wenn diplomatische Gespräche weitergeführt werden.