WASHINGTON — US-Präsident Donald Trump hat einen der größten Konflikte in Jahrzehnten mit dem Iran begonnen, basierend nicht auf konkreten Beweisen, sondern auf einem ‘Gefühl’, wie er es bezeichnete. Dieser Ansatz löste scharfe Kritik von Experten aus und wirft Fragen zur Rechtmäßigkeit des militärischen Einsatzes auf.

Weiße Haus rechtfertigt Krieg mit ‘gutem Gefühl’

Am 5. März sagte Trump, der zuvor eine Reality-Show moderierte, einem Reporter von ABC News: ‘Ich hoffe, Sie sind beeindruckt. Wie gefällt Ihnen die Leistung?’ Seine Regierung betont Emotion statt Erklärung, mit sozialen Medien-Accounts, die den militärischen Einsatz in einer Art Videospiel darstellen, oft mit Untertiteln, die an Blockbuster-Kriegsfilme erinnern.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte am 4. März, der Präsident habe auf ‘ein gutes Gefühl’ gehandelt, dass die iranische Regierung Anlagen und Personal der USA in der Region angreifen würde. Diese Begründung wurde jedoch von Analysten und Journalisten skeptisch beäugt.

Experten kritisieren Trumps Kriegs-Kommunikation

Professor Sean Aday, ein Kommunikationswissenschaftler an der George Washington University, beschrieb die Kommunikation der Regierung als ‘incohärent, unmoralisch, arrogant, Amateuristisch und manchmal sogar offensichtliche Fälschungen’. Er stellte dies im Vergleich zu den Bemühungen des ehemaligen Präsidenten George W. Bush, der fast 18 Monate benötigte, um die Invasion Iraks im Jahr 2003 zu rechtfertigen.

Der ehemalige US-Diplomat Richard Haass bemerkte, dass Trump die formellen nationalen Sicherheitsprozesse weitgehend ignoriert hat. ‘Er hat den Großteil des letzten Jahres damit verbracht, das nationale Sicherheitsapparat zu entmachten’, sagte er. Der National Security Council, ein zentrales Beratungsgremium, wurde seit Trumps Rückkehr zur Macht im Januar 2025 deutlich verkleinert.

Konfliktige Narrative und Unschärfe

Trump war vage in Bezug auf die Gründe für den Krieg und die Ziele, die verfolgt werden. Anstatt Pressekonferenzen abzuhalten, gab er kurze Telefoninterviews, was zu einem Mosaik aus widersprüchlichen Aussagen führte.

Obwohl seine Kabinettmitglieder sagten, Washington suche nicht nach Regimewechsel, bestand Trump darauf, dass er bei der Wahl des nächsten iranischen Obersten Führers nach dem Tod des Ayatollah Ali Khamenei mitwirken sollte. Dieser Standpunkt hat das Narrativ um den Konflikt weiter kompliziert.

Der steigende Preis für Benzin, verursacht durch den Konflikt, könnte eine potenzielle Schwäche für die Republikaner unter Trump vor den Midterm-Wahlen 2026 darstellen. Eine Umfrage, die am 4. März von NBC veröffentlicht wurde, zeigte, dass 52 Prozent der US-Wähler den militärischen Einsatz im Iran ablehnen, was einen starken Kontrast zu der ursprünglichen öffentlichen Unterstützung für die Invasion im Irak 2003 und den Angriff auf Afghanistan 2001 darstellt.

Obwohl die öffentliche Unterstützung für diese Kriege zunächst wuchs, stieg die negativen Meinungen später, als die Kriege sich zogen. Analysten warnen, dass dasselbe Muster mit dem aktuellen Konflikt auftreten könnte, was sich negativ auf Trumps politische Stellung auswirken könnte.

Als sich die Situation weiterentwickelt, steht die Regierung unter steigendem Druck, ihre Ziele zu klären und eine kohärentere Erklärung für ihre Handlungen zu geben. Mit den anstehenden Midterm-Wahlen könnten die wirtschaftlichen und politischen Folgen des Konflikts noch stärker werden.