Spermwale erzeugen ein spezifisches Muster aus Klickgeräuschen, wenn sie Schiffsgeräusche wahrnehmen, wie Forscher des Projekts Ceti festgestellt haben — Diese Muster können nun genutzt werden, um das Vorhandensein von Schiffen vorherzusagen.
Forschung zu Walgeräuschen
Wissenschaftler des Projekts Ceti. Einer gemeinnützigen Organisation. Die die Kommunikation der Spermwale entschlüsseln will, untersuchten über vier Jahre die Geräusche von 15 Spermwalen vor der Küste von Dominica; Ihr Fokus lag auf den sogenannten ‘Codas’ – spezifischen Klicksequenzen, die zur Kommunikation dienen.
Wenn die Wale Schiffsverkehr wahrnahmen, wurden ihre Klicksequenzen kürzer und eine bestimmte Coda wurde häufiger genutzt. Diese Erkenntnis wurde in der Fachzeitschrift Ecological Informatics veröffentlicht.
Änderungen im Klickmuster
David Gruber, Gründer und Leiter von Project Ceti, betonte, dass die Forschung Fragen aufwirft: Diskutieren die Wale über die Schiffe, oder beeinflusst das Vorhandensein der Schiffe ihre Geräusche? Er fügte hinzu, dass ein Verständnis dieser Veränderungen politische und rechtliche Entscheidungen beeinflussen könnte.
Aufzeichnungen von einem Wal namens ‘Atwood’ zeigten ein spezifisches Coda-Muster aus fünf Klicks im Rhythmus 1-1-3. In der Nähe eines Schiffes produzierte Atwood denselben Rhythmus, aber schneller, mit kürzeren Pausen zwischen den Klicks.
Gašper Beguš, Leiter der Linguistik bei Project Ceti, stellte fest, dass der Zusammenhang so stark sei, dass die Geräusche allein das Vorhandensein von Schiffen vorhersagen könnten. Die Forscher nahmen über 1000 Codas von den 15 Walen auf, wobei sie Drohnen nutzten, um die Geräusche möglichst nicht einzuflussen.
Einzigartige Kommunikationsmuster
Die Hintergrundgeräusche durch Schiffsverkehr wurden mithilfe digitaler Geolocation-Daten bestätigt. Anders als in anderen Studien, in denen Meeresbewohner ihre Lautstärke erhöhen, um Geräuschen zu begegnen, veränderten diese Spermwale die Geschwindigkeit und Art ihrer Codas.
Frühere Forschungen von Project Ceti zeigten, dass die Kommunikation der Spermwale menschliche Vokale ähneln. Durch kürzere Abstände zwischen den Klicks erzeugten sie Geräusche, die den Vokalen ‘aaaa’ und ‘iiii’ ähneln.
Bei lauteren Bedingungen nutzten die Spermwale die ‘aaaa’-Coda häufiger. Beguš betonte, dass dies darauf hindeute, dass die ‘vokalähnlichen’ Geräusche möglicherweise bedeutungsvolle Informationen tragen, da sie sich in der Nähe von Schiffen veränderten.
Einige Forscher kritisierten die Methoden von Ceti, argumentierend, dass Begriffe wie ‘Vokale’ oder ‘Sprache’ die Vergleichbarkeit von Wal- und Menschenkommunikation übertreiben. Gruber erkannte dies an und verwendete Begriffe wie ‘vokalähnlich’ oder ‘sprachähnlich’, um Bedenken zu beruhigen.
Nathan Merchant, Experte für Unterwassergeräusche bei der britischen Regierungsorganisation Cefas, betonte, dass andere Faktoren die Veränderungen in den Walgeräuschen beeinflussen könnten, der Zusammenhang mit dem Schiffsverkehr sei aber wahrscheinlich kausal. Er hob hervor, dass die Studie eine neue Dimension zur Erforschung des Einflusses von Unterwassergeräuschen auf Wale beiträgt.
Merchant fügte hinzu, dass weitere Forschung notwendig sei, um zu klären, ob die Veränderungen in den Geräuschen bedeuten, dass die Wale ihre Kommunikation schwerer bewältigen oder ob sie in der Nähe von Schiffen andere Informationen übermitteln.
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