Jon Winkelried, Chef von TPG, kündigte an, eine KI-Taskforce innerhalb des Unternehmens zu gründen, um Investitionen in den Bereich Künstliche Intelligenz zu intensivieren. Winkelried betonte im Gespräch mit Dani Burger im Rahmen von Bloomberg Deals, dass Software einer der Schlüsselsektoren für TPG sei, insbesondere im Zeichen schneller technologischer Fortschritte.
TPG verwaltet über 300 Milliarden Dollar in den Bereichen Private Equity, Kredit und andere Strategien. Das Unternehmen hat sich bereits seit langem für Technologie-Unternehmen interessiert, doch Winkelrieds Äußerungen zeigen, wie wichtig KI für das Unternehmen geworden ist. „Wir gründen eine KI-Taskforce“, sagte er im Interview.
Winkelried, der 2023 zum CEO ernannt wurde, nachdem er TPG aus Texas Pacific Group aufbaute, betonte die Notwendigkeit, die Komplexitäten der KI zu meistern. TPGs Portfolio umfasst bereits Software-Unternehmen, doch die Taskforce zielt darauf ab, den Deal-Flow in generativer KI, maschinellem Lernen und verwandten Bereichen zu intensivieren. Angaben zu Umfang und Leitung der Taskforce wurden nicht sofort gemacht.
Diese Entwicklung geschieht im Kontext, in dem führende Private-Equity-Unternehmen versuchen, von der KI zu profitieren. Konkurrenten wie Blackstone und KKR haben bereits Milliarden in die Technologie investiert, wobei KI-Startups Rekordbewertungen erzielen. Winkelried betonte, dass TPGs breite Palette, von Impact-Investing bis zu Buyouts, es gut positioniert, um KI-Investitionen über verschiedene Strategien hinweg zu tätigen.
Im Interview sprach Winkelried über TPGs allgemeine Deal-Strategie. Er betonte, dass das Sammeln von Mitteln weiterhin strong sei, obwohl die Zinsen hoch seien. Das Unternehmen schloss letztes Jahr ein Buyout-Fonds mit 5,3 Milliarden Dollar ab und zielt auf Expansion in Asien und Europa ab.
Der Anstieg der KI-Investitionen folgt auf Durchbrüche wie ChatGPT von OpenAI und Gemini von Google. Venture-Capital-Investitionen in KI erreichten 50 Milliarden Dollar im Jahr 2023, laut Daten von PitchBook. Private-Equity-Unternehmen suchen nun nach späteren Investitionsmöglichkeiten, die Geschwindigkeit von Venture-Capital mit der Disziplin von Buyouts kombinieren.
Winkelried trat 1999 bei TPG bei und wurde 2015 zusammen mit Jim Coulter zum gemeinsamen CEO ernannt. Unter ihrer Führung stieg das verwaltete Vermögen von 20 Milliarden Dollar auf mehrere hundert Milliarden Dollar an. Die KI-Taskforce passt zu TPGs Geschichte der Spezialisierung in Sektoren wie Energie und Gesundheit.
Burger fragte Winkelried nach Risiken, einschließlich regulatorischer Prüfungen und dem Kampf um Fachkräfte. Er erkannte zwar Herausforderungen an, betonte aber, dass TPG eine Stärke in der operativen Unterstützung seiner Portfoliounternehmen habe. Die Taskforce wird wahrscheinlich Start-ups, Wachstumsunternehmen und sogar öffentlich gehandelte Tech-Unternehmen, die für Privatisierung in Frage kommen, erkunden.
TPGs Fokus auf Software reicht bereits mehrere Jahre zurück, mit Investitionen in Unternehmen wie Spotify und Uber vor deren Börsengang. Kürzlich wurden Investitionen in Bereiche wie Cybersecurity und Datenanalyse getätigt, die der KI nahe stehen. Analysten sagten, dass die Taskforce diesen Impuls beschleunigen könnte.
Wall Street reagierte positiv auf ähnliche Ankündigungen von Konkurrenten. Aktien in technologieintensiven Indizes stiegen nach der Gründung des KI-Fonds von KKR. TPG, das als Privatunternehmen gehalten wird, wird nicht an der Börse gehandelt, zieht aber Investoren durch Updates für begrenzte Partner an.
Winkelried schloss das Interview optimistisch. „KI ist transformierend“, sagte er. Die Taskforce positioniert TPG an der Spitze, was möglicherweise der größten Investitionswelle des Jahrzehnts sein könnte.
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