Die britische Regierung hat umfassende Reformen für das System zur Unterstützung von Kindern mit besonderen Bildungsbedürfnissen und Behinderungen (SEND) angekündigt, das bis 2035 die Unterstützung für Kinder mit komplexen Bedürfnissen in Schulen in ganz England grundlegend verändern wird. Die Reformen, die in der am dies Wochen veröffentlichten Schulpolitik-Publikation detailliert beschrieben werden, sollen das bestehende System für Bildungs-, Gesundheits- und Pflegepläne (EHCP) überarbeiten, das seit langem wegen seiner langen Bearbeitungszeiten und bürokratischen Hürden kritisiert wird.

Neubewertung der Rechte und neue Pläne

Unter den vorgeschlagenen Änderungen wird die Berechtigung zur Erstellung von EHCPs neu bewertet, sobald Kinder zwischen Bildungsstufen wechseln, ab September 2029. Bis 2035 sollen diese Pläne ausschließlich für Kinder mit den komplexesten Bedürfnissen reserviert werden. Um die Lücke zu schließen, will die Regierung neue individuelle Unterstützungspläne (ISPs) einführen, die von Schulen erstellt werden und in drei Kategorien unterteilt sind: gezielt, gezielt plus und spezifisch. Ziel ist es, eine maßgeschneiderte Unterstützung bereits in einem frühen Stadium zu gewährleisten, so die Regierung.

Die Regierung hat sich verpflichtet, in den nächsten drei Jahren 4 Milliarden Pfund in die Unterstützung für SEND zu investieren, um den Übergang zu ermöglichen. Bildungsministerin Bridget Phillipson betonte, dass die Reformen darauf abzielen, die Unterstützung „früher, schneller und ohne dass Eltern in einen Streit geraten“ zu gewährleisten.

Familien und Bildungspersonal äußern Bedenken

Allerdings haben Familien, Lehrkräfte und lokale Behörden Skepsis gegenüber den vorgeschlagenen Änderungen geäußert. Viele haben Bedenken geäußert, dass das neue System möglicherweise nicht ausreichend Unterstützung für Kinder mit weniger komplexen Bedürfnissen bietet und sie dadurch ohne die benötigten Ressourcen bleiben könnten.

Eltern von Kindern mit Lernbehinderungen und Autismus haben Angst geäußert, dass die Neubewertung der EHCPs dazu führen könnte, dass Kinder beim Übergang zwischen Bildungsstufen den Zugang zu kritischen Unterstützungsmaßnahmen verlieren. Einige haben das aktuelle System als „zerbrochen“ und „überlastet“ beschrieben, mit langen Wartezeiten und ungleichen Bewertungen.

Eine Elternvertreterin, die Anonymität wünschte, sagte: „Wir haben jahrelang für einen EHCP für unseren Sohn gekämpft. Wenn das System erneut geändert wird, befürchten wir, dass es noch schwieriger wird, die Unterstützung zu erhalten, die wir benötigen.“

Auch lokale Behörden haben Bedenken hinsichtlich der finanziellen und logistischen Herausforderungen der Umsetzung des neuen Systems geäußert. Einige Kommunen haben gewarnt, dass die vorgeschlagenen Änderungen zusätzlichen Druck auf bereits strapazierte Ressourcen ausüben könnten, insbesondere in Gebieten mit einer hohen Anzahl von Kindern, die Unterstützung im Rahmen von SEND benötigen.

Was Analysten sagen

Bildungsexperten haben unterschiedliche Reaktionen auf die Vorschläge geäußert. Einige argumentieren, dass die Reformen den Prozess der Unterstützung vereinfachen und die Bürokratie reduzieren könnten, doch andere warnen davor, dass viele Kinder dadurch nicht die Unterstützung erhalten könnten, die sie benötigen.

Dr. Emily Carter, Bildungspolitik-Expertin an der University of Manchester, sagte: „Die Regierung versucht, anhaltende Probleme im SEND-System zu beheben, doch die vorgeschlagenen Änderungen könnten unerwartete Folgen haben. Wenn die neuen individuellen Unterstützungspläne nicht klar definiert sind, besteht die Gefahr, dass viele Kinder im Stich gelassen werden.“

Das Bildungsministerium hat die Reformen verteidigt und betont, dass sie notwendig sind, um sicherzustellen, dass Ressourcen vor allem für die Kinder mit den größten Bedürfnissen bereitgestellt werden. Beamte haben betont, dass die Investition von 4 Milliarden Pfund dazu dienen wird, den Übergang zu ermöglichen und sicherzustellen, dass kein Kind zurückbleibt.

Die Reformen unterliegen weiteren Konsultationen und Prüfungen, bevor sie endgültig festgelegt werden. Die Regierung hat noch keine genaue Zeitangabe für die vollständige Umsetzung des neuen Systems bekannt gegeben, doch Beamte haben angekündigt, dass die Änderungen schrittweise über mehrere Jahre hinweg umgesetzt werden sollen.

Mit den vorgeschlagenen Änderungen, die bis 2035 in Kraft treten sollen, wird der Streit über die Zukunft der SEND-Unterstützung in England vermutlich weitergehen. Familien, Bildungspersonal und lokale Behörden werden genau beobachten, wie die Reformen umgesetzt werden und ob sie die versprochenen Verbesserungen für Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen tatsächlich liefern.