United Airlines, einer der größten Fluggesellschaften der USA, betreibt eine Flotte aus 12 Boeing 787-8, 48 787-9 und 21 787-10. Die Entscheidung, den Dreamliner statt des Airbus A350 zu bevorzugen, ist vor allem auf die langfristigen Verpflichtungen aus dem Zusammenschluss mit Continental Airlines im Jahr 2010 und einen strategischen Verzögerungsschritt bei den A350-Lieferungen bis 2030 zurückzuführen.
Die Ursprünge der 787-Flotte von United
Die Wurzeln der 787-Flotte von United reichen bis ins Jahr 2004 zurück, als Continental Airlines die erste Fluggesellschaft in den USA wurde, die den Dreamliner bestellte. 2007 machte sie einen weiteren historischen Schritt, indem sie die erste US-Fluggesellschaft wurde, die den 787-9 bestellte. Ray Conner, Vizepräsident der Vertriebsabteilung für Nordamerika bei Boeing Commercial Airplanes, betonte damals, dass der 787 die Flotte von Continental mit seiner unrivallierten Kraftstoffeffizienz und Flexibilität für regionale und Langstreckenflüge verbessern würde.
Nach dem Zusammenschluss von United und Continental Airlines im Jahr 2010 erhielt United eine umfangreiche Bestellung für Boeing 787. Die neu gebildete Fluggesellschaft verpflichtete sich, 11 787-8 und 14 787-9 zu liefern. Glenn Tilton, der später als Nicht-Executive-Vorsitzender des kombinierten Unternehmens diente, erklärte, dass der Zusammenschluss eine „weltklasse und wirklich globale Fluggesellschaft“ schaffen würde, die „operativ und finanziell stärker und effizienter“ sei.
Eine strategische Verzögerung bei den A350-Bestellungen
United hat eine Bestellung für 45 Airbus A350-900 aufgegeben, hat sich aber entschieden, die Lieferung dieser Flugzeuge bis 2030 zu verschieben. Dies ist Teil einer breiteren Strategie, die veralteten 777-200ER und 767-300ER auszumustern. Kürzliche Entwicklungen haben jedoch Zweifel an dem Lieferzeitplan geweckt, da die A350-Bestellung potenziell verzögert werden könnte.
Der Boeing 787 und der Airbus A350 werden von ihren Herstellern als Flaggschiff-Flugzeuge der Mittelklasse betrachtet. Beide sind neu entwickelte Modelle, die im Vergleich zu älteren Modellen bedeutende Verbesserungen bei Betriebskosten und Umweltverträglichkeit bieten. Die Tabelle unten vergleicht den 787-10 und den A350-900, zwei Flugzeuge mit ähnlicher Kapazität:
Eigenschaften
A350-900: Reichweite 8.500 Seemeilen, Fluggeschwindigkeit Mach 0,85, maximale Startmasse 624.000 lbs, Flügelspanne 64,75 m, Kraftstoffkapazität 42.000 US-Gallonen (168.000 Liter).
787-10: Reichweite 6.330 Seemeilen, Fluggeschwindigkeit Mach 0,85, maximale Startmasse 560.000 lbs, Flügelspanne 60,12 m, Kraftstoffkapazität 33.399 US-Gallonen (126.429 Liter).
Die besondere Rolle des 787-10 in der Flotte von United
United ist die einzige US-Fluggesellschaft, die derzeit den 787-10 betreibt, und nutzt ihn hauptsächlich für transatlantische Flüge. Die größere Größe des Flugzeugs ermöglicht eine höhere Kapazität und damit mehr Erträge. Der 787-10 erlaubt United zudem, bestimmte Strecken zu bedienen, ohne ihre Boeing 777-200ER-Flugzeuge umzustellen.
United verfügt über 21 787-10 und 48 787-9. Dies steht im Kontrast zu Delta Air Lines, die eine Bestellung für den 787-10 aufgegeben hat, aber ursprünglich den A350 bevorzugte. Deltas ursprüngliche Präferenz für den A350 wurde von Bedenken beeinflusst, die sich aus der Fusion mit McDonnell Douglas bei der Zuverlässigkeit und Ingenieursqualität von Boeing ergaben.
Ein United Airlines 787-10 hatte im September 2025 technische Probleme, was den Flug gezwungen hat, kurz nach dem Start nach Tokio Haneda zurückzukehren. Ein Sprecher erklärte, dass der Flug sicher landete und die Passagiere normal am Gate abgestiegen sind. Ähnliche Probleme wurden mit einem All Nippon Airlines 787 gemeldet, obwohl beide Flugzeuge sicher landeten, ohne Verletzte.
Obwohl solche Vorfälle in der kommerziellen Luftfahrt nicht ungewöhnlich sind, zeigen sie die Herausforderungen, mit denen sowohl Boeing als auch Airbus bei ihren neueren Flugzeugen konfrontiert sind. Uniteds weiterhin starke Abhängigkeit vom 787 wird auch von ihrer langfristigen Flottenstrategie beeinflusst, die vorsieht, bis 2030 ihre veralteten 767- und 777-Flotten auszumustern.
Uniteds Entscheidung, den 787 statt des A350 zu nutzen, spiegelt eine komplexe Wechselwirkung aus historischen Verpflichtungen, strategischem Planung und Branchendynamik wider. Während die Fluggesellschaft ihre Flotte weiter entwickelt, wird die Wahl zwischen dem Dreamliner und dem A350 vermutlich weiterhin ein zentraler Punkt im laufenden Wettbewerb zwischen Boeing und Airbus im Mittelklasse-Markt bleiben.
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