Die Familie des ehemaligen zambischen Präsidenten Edgar Lungu hat einen Rechtsstreit gewonnen. Sein Körper soll in Südafrika beigesetzt werden, wo er starb. Das Oberste Berufungsgericht in Südafrika traf diese Entscheidung. Damit endet der Streit um die Ruhestätte des Ex-Präsidenten, der zwischen ihm und seinem Nachfolger, Präsident Hakainde Hichilema, entbrannte.
Rechtlicher Streit um die Beisetzung
Die zambianische Regierung hatte argumentiert, dass Lungu als ehemaliger Staatsoberhaupt in Zambia geehrt werden müsse und neben seinen Vorgängern in der Hauptstadt Lusaka beigesetzt werden solle. Doch Lungus Familie wollte nach dem Bruch der Verhandlungen mit der Regierung eine private Beisetzung.
„Die Zeremonie, die Abschluss bringen sollte, hat Familie und Staat gegeneinander ausgespielt“, sagte Richterin Raylene May Keightley in ihrem Urteil am Dienstag.
Vorherige Gerichtsurteile
Im August vergangenen Jahres entschied das südafrikanische Oberste Gericht in Pretoria, dass die zambianische Regierung die Leiche zurückerhalten und einen Staatsbegräbnis durchführen könne. In der Gerichtsverhandlung waren Lungus Angehörige deutlich sichtbar erschüttert.
Die Familie legte Berufung ein. Im April gab die zambianische Regierung überraschend bekannt, Lungus Leiche sei „offiziell an den Staat übergeben“ worden. Nur wenige Stunden später ordnete dasselbe südafrikanische Gericht an, dass die Regierung die Leiche zurückgeben müsse, bis das Verfahren erneut vor Gericht gebracht werde.
Politische Spannungen und private Wünsche
Lungus Amtszeit von 2015 bis 2021 war von zahlreichen Streitigkeiten mit Hichilema geprägt. Dieser war Oppositionsführer, bevor er seinen erbitterten Rivalen schließlich stürzte. Nach Lungus Tod teilte seine Familie mit, dass der Ex-Präsident nicht wollte, dass Hichilema an der Beerdigung teilnimmt oder „irgendwo in der Nähe“ seiner Leiche sein sollte.
In dem neuesten Urteil des Obersten Berufungsgerichts hieß es, es sei klar, dass der ehemalige Präsident sich in seinem eigenen Land, Zambia, nicht willkommen gesehen habe und fühlte, dass ihm bei Anwesenheit seines Nachfolgers keine würdige Abschiednahme geboten werde.
Die zambianische Regierung teilte mit, dass sie zwar mit dem Urteil nicht einverstanden sei, aber „keinen weiteren Rechtsstreit“ führen werde. Der ehemalige Präsident starb im Alter von 68 Jahren an einer nicht genannten Krankheit in einer Klinik in Pretoria. Nach seinem Tod brach Chaos aus. Trauergäste erhielten widersprüchliche Informationen von der Regierung und der Partei Lungus, der Patriotic Front (PF). Zwei separate Trauerzeiten wurden bekanntgegeben, und zu einem Zeitpunkt gab es sogar konkurrierende Trauerbücher.
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