Am 11. Juli ereignete sich der Vorfall während des Festivals, an dem rund 13 000 Menschen teilnahmen. Polizeichef Frank Barredo bezeichnete den Zwischenfall als Schusswechsel zwischen mehreren Personen. Zwei Waffen wurden sichergestellt, und Ermittler konzentrieren sich auf drei verschiedene Tatorte. Die Polizei hat noch keine Bestätigung gegeben, ob die Schützen unter den Toten oder Verletzten sind, noch hat sie Verdächtige genannt.

Von den sechs Verletzten wurden vier mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, berichtete Barredo. Eine Augenzeugin, Pamela Garcia, sagte gegenüber CP24, sie habe drei Schüsse gehört und sah Menschen rennen und schreien. Ein anderer Zeuge, Jacy Lin, beschrieb, wie Rettungskräfte einen Mann während der Evakuierung mit Herz-Lungen-Wiederbelebung versorgten. Zudem sei die Musik an der Salsa-Bühne abrupt abgeschaltet worden, und die Menschen hätten den Veranstaltungsort verlassen.

Politiker verurteilen „sinnlose“ Gewalt

Kanadas Premierminister Mark Carney bezeichnete den Vorfall als erschütternd. In einer Erklärung betonte er, er sei entsetzt über den Schusswechsel und wünsche den Familien der Opfer sein Mitgefühl. Zudem dankte er den Rettungskräften für ihre Bemühungen, einen größeren Schaden zu verhindern. Ontario-Ministerpräsident Doug Ford bezeichnete die Gewalt als „sinnlos“ und bestätigte, dass zwei Menschen ums Leben gekommen und weitere verletzt wurden. Er forderte, den Täter zu fassen, vor Gericht zu bringen und „den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen“.

Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow zeigte sich wütend über die Gewalt, da das Fest für Familien gedacht war und viele Kinder anwesend waren. „Ich bin tief beunruhigt und wütend über diesen waghalsigen, verantwortungslosen Gewaltakt mitten auf einem Festival“, sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Fest feierte 22. Jubiläum unter Polizeibegleitung

Das Salsa on St. Clair Festival, das in diesem Jahr sein 22. Jubiläum feierte, ist eine der größten Veranstaltungen zur Anerkennung lateinamerikanischer Kultur in Toronto. Live-Musik, Tanzvorführungen und Food-Stände prägten das St. Clair Avenue Viertel, ein belebter Geschäfts- und Einkaufsgegend im Zentrum. Das Fest sollte bis zum 12. Juli andauern, wurde aber durch die Schüsse unterbrochen. Die Polizei rief die Öffentlichkeit dazu auf, den Bereich zu meiden und Informationen zu liefern, die die Ermittlungen unterstützen könnten.

Die Behörden haben noch keine Namen der Opfer veröffentlicht und auch keine Angaben über etwaige Beziehungen zwischen den Opfern und den mutmaßlichen Tätern gemacht. Die Toronto Police Service bestätigte, dass die Ermittlungen „komplex“ sein würden und die Täter möglicherweise unter dem Pulk der Menschen geflohen seien.