Ein Feuer brach in einer Klimaanlage im dritten Stock der Mutter-Kind-Einheit des Pakistan Institute of Medical Sciences (PIMS) in Islamabad aus und tötete 14 von insgesamt 15 Anwesenden Babys, wie ein Sprecher berichtete. Nur ein Baby überlebte. Das Feuer führte zudem zur Rettung von sieben weiteren Babys, zwei Männern und zehn Müttern aus anderen Bereichen der Klinik.

Zeugen schildern Chaos und Verzögerungen

Hivsa Walid, die sich in der Nähe des betroffenen Raums befand, sagte, sie habe zunächst gedacht, ein Patient sei gestorben, als sie einen Schrei hörte. Doch dann bemerkte sie Rauch und floh mit dem Neugeborenen ihrer Schwägerin, das noch keinen Namen hat. „Wir dachten nicht mal an unsere Sachen. Wir nahmen einfach das Baby und rannten die Treppe hinunter“, sagte sie. „Einige Mütter hatten ihre Babys erst in der Nacht zuvor geboren. Ich weiß nicht mal, wie wir hinunterkamen – es war alles ein Chaos.“

Khurram Mehmood, dessen drei Tage altes Tochterkind im Brand ums Leben kam, teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass Rettungskräfte mehrere Stunden gebraucht hätten, um einzutreffen. „Wir saßen auf der Straße und warteten auf Hilfe“, sagte er. Ein weiterer Zeuge, Abdul Ghafoor, berichtete, dass sich das Feuer „sehr schnell“ ausbreitete und er den Geburtsraum aufgrund dichter Rauchentwicklung und Chaos nicht erreichen konnte.

Jaweria, Mutter einer weiteren Opferin, sagte, die Tür der Geburtsstation sei verschlossen gewesen. „Zwei Stunden lang habe ich geschrieen und geweint“, sagte sie. „Die Polizei kam erst nach vier Stunden und sagte, sie sei hier, um zu untersuchen.“ Sie fragte, warum die Ärzte die Kinder allein gelassen hätten: „Zur Hölle mit euch, Rettungsteam und Polizei. Babys wurden dort verbrannt, aber niemand konnte sie retten.“

Offizielle Reaktion und Entlassungen

Pakisans Ministerpräsident Shehbaz Sharif entließ den Gesundheitssekretär der Bundesregierung, Aslam Ghauri, einen hohen Beamten im Gesundheitsressort, und entfernte ihn von seinem Posten. Der Premierminister leitete eine hochrangige Sitzung zum Brand in der Klinik und äußerte „tiefe Wut“ über einige Beamte, wie das Informationsministerium berichtete.

Rana Imran Sikander, der Leitender Direktor der Klinik, teilte der BBC mit, dass die Tür des Raums nicht verschlossen, sondern von Personal bewacht gewesen sei. Er begründete dies mit der Notwendigkeit, Babys vor Diebstählen zu schützen, was in staatlichen Kliniken bereits vorgekommen sei. Einige Familien identifizierten ihre verstorbenen Babys anhand von Handgelenksbändern, andere anhand ihres Alters. Einige waren erst drei Stunden alt, wie der pakistanische Innenstaatssekretär Talal Chaudhry berichtete.

Sicherheitsbedenken und Vorschriften

Die Babys im Raum befanden sich entweder in Inkubatoren oder waren an Sauerstoffgeräte angeschlossen, sagte Pakistans Gesundheitsminister Mustafa Kamal im Sender Geo News. Sauerstoff ist an sich nicht brennbar, kann aber Brände beschleunigen und Materialien heißer und schneller brennen lassen. Walid vermutete, dass die Sicherheitsvorschriften an PIMS unzureichend seien, obwohl es sich um eine große Institution handele.

Zeugen beschrieben chaotische und erschreckende Szenen in der Klinik, darunter dichten Rauch und zersprungene Glasfenster. Einige kritisierten, dass Rettungskräfte langsam reagiert hätten. Der Vorfall löste öffentliche Empörung aus und stellte Fragen zu der Notfallbereitschaft und Sicherheit in pakistanischen Kliniken auf.