Eine 67-jährige Frau namens Level sprang während des verheerenden Erdbebens in Venezuela aus ihrem Fenster im Erdgeschoss und brach sich dabei das Bein — Ihre Angehörigen hatten es vermutlich nicht so gut. Am Donnerstag saß sie vor einem der eingestürzten Gebäude, den Residencias Villamar, und hoffte, dass ihre Nichte und ihr Neffe überlebt hätten, indem sie aus ihrem fünften Stock auf ein Matratzenlager sprangen.
Level glaubte. Ihre Mutter und ihre Schwester. Die im benachbarten Condominium Residencias Anna Mar wohnten, seien fast sicher tot. „Wir haben sie verloren“, schluchzte sie, während sie vor den Trümmern wartete, um Nachrichten zu erhalten und auf staatliche Hilfe. „Bitte, wir brauchen dringend internationale Hilfe. Jede Unterstützung. Jeder Helfer wäre willkommen“. Bat sie, während Freiwillige die Trümmer nach Überlebenden durchsuchten, da offizielle Zivilschutzteams fehlten. „Wir waren nicht auf etwas wie das vorbereitet – wir kennen das nicht.“.
La Guaira am stärksten betroffen
Die Hotel Avenue in La Guaira, eine heruntergekommene Hafenstadt um Venezuelas wichtigsten internationalen Flughafen, wurde stark beschädigt. In einer Fernsehansprache erklärte Venezuelas interimistische Führerin Delcy Rodríguez, dass La Guaira der am stärksten betroffene Bereich sei. Rodríguez bezeichnete das Erdbeben als „einzigartiges seismisches Phänomen“. Sie besichtigte am Donnerstag, was sie als „Nullpunkt“ bezeichnete, und versprach: „Wir hoffen, so viele Leben wie möglich zu retten.“ Zudem kündigte sie an, dass internationale Rettungsteams anfingen einzutreffen.
Regierung meldet 250 zerstörte Gebäude
Der Bruder der amtierenden Präsidentin, Jorge Rodríguez, Präsident des Nationalkongresses, berichtete, dass 250 Gebäude zerstört worden seien, wobei die meisten davon in La Guaira lagen. Die Ausmaße der Zerstörung zeigen die Schwere der Katastrophe, die viele Einwohner unvorbereitet traf in einer Region, die nicht für häufige seismische Aktivitäten bekannt ist.
Freiwillige ersetzen fehlende Zivilschutzteams
Da offizielle Zivilschutzteams fehlten, übernahmen lokale Freiwillige die Aufgabe, die Trümmer nach Überlebenden abzusuchen. Diese Initiative unterstreicht das Fehlen von Vorbereitung auf solche Ereignisse in einem Land, das ohnehin mit wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen kämpft. Der Ruf nach internationaler Hilfe spiegelt die Verzweiflung von Überlebenden wie Level wider, die nun die schwere Aufgabe haben, ihr Leben nach dem Erdbeben neu aufzubauen.
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