Der Chef von Air Canada. Michael Rousseau, entschuldigte sich für seine mangelhaften Französischkenntnisse, die er für eine Trauerbotschaft nach einem tödlichen Unfall verantwortlich machte, berichtete die BBC. Er sagte, dass sein Fehlen der Sprache die Aufmerksamkeit von den Familien der beiden Piloten, die im Unfall ums Leben kamen, abgelenkt habe.
Sprache und Führung unter der Lupe
Rousseau veröffentlichte am Donnerstag eine Videobotschaft in Reaktion auf Kritik, dass seine Trauerbotschaft ausschließlich auf Englisch verfasst wurde, obwohl Französisch eine offizielle Sprache Kanadas ist. In seiner Erklärung sagte er, er sei „tief bestürzt“, dass seine Unfähigkeit, auf Französisch zu sprechen, die Aufmerksamkeit von den Opfern und dem Personal von Air Canada abgelenkt habe.
„Ich kann mich nicht ausreichend auf Französisch ausdrücken, obwohl ich in den letzten Jahren Kurse besuchte“, sagte Rousseau in einer schriftlichen Erklärung, die auf Englisch und Französisch veröffentlicht wurde. Die Erklärung beantwortete nicht die Forderungen nach seinem Rücktritt, die seit dem Unfall am Sonntag gestiegen sind.
Antoine Forest, einer der beiden Piloten, die im Unfall ums Leben kamen, war ein kanadischer Franzose. Der Vorfall löste politischen Unmut aus, wobei Premierminister Mark Carney sagte, dass Rousseaus ausschließlich englische Botschaft „ein Mangel an Mitgefühl“ zeige.
Der Premierminister von Québec, François Legault, forderte Rousseau ebenfalls auf, zurückzutreten, wenn er nicht in der Lage sei, Französisch zu sprechen. „Wenn er nicht in der Lage ist, Französisch zu sprechen, sollte er nicht in der Position sein, in der er sich befindet“, sagte Legault in einer Erklärung.
Details des Unfalls und die Folgen
Der Unfall geschah, als ein Air Canada-Flugzeug, das von Jazz Aviation betrieben wurde, auf dem LaGuardia Airport in New York einen Feuerwehrauflieger kollidierte, kurz nachdem es gelandet war. Der Flug hatte von Montreal, Québec, abgeflogen und führte zu zwei Todesopfern und zahlreichen Verletzten. Bis Mittwoch blieben vier Passagiere im Krankenhaus.
Rousseau veröffentlichte kurz nach dem Unfall eine Videobotschaft auf X (früher Twitter), in der er „tiefes Leid für alle Betroffenen“ ausdrückte. Die Botschaft wurde auf Englisch verfasst, mit Untertiteln auf Englisch und Französisch. Die Kritiker argumentierten jedoch, dass eine vollständige Französisch-Botschaft erforderlich sei.
Der Vorfall hat die Aufmerksamkeit des kanadischen parlamentarischen Ausschusses für offizielle Sprachen erregt, der Rousseau aufforderte, zu erklären, warum seine Botschaft ausschließlich auf Englisch verfasst wurde. Der Ausschuss wird erwartet, Rousseau vor Mitgliedern des Parlaments zu befragen.
Historischer Kontext und Sprachanforderungen
Rousseau wurde bereits zuvor wegen seiner mangelnden Flüssigkeit in Französisch kritisiert. Kurz nach seiner Ernennung zum Chef von Air Canada im Jahr 2021 entschuldigte er sich und versprach, seine Französischkenntnisse zu verbessern. Der jüngste Vorfall hat jedoch die Kritik an seiner Fähigkeit, die Sprachanforderungen seiner Position zu erfüllen, erneut entfacht.
Air Canada, die ursprünglich eine staatliche Gesellschaft war und 1988 in eine private Gesellschaft umgewandelt wurde, unterliegt weiterhin dem kanadischen Gesetz über offizielle Sprachen. Ankündigungen an Bord der Flugzeuge werden auf Englisch und Französisch gemacht. Rousseaus Versäumnis, seine Trauerbotschaft auf beiden Sprachen zu verfassen, hat jedoch Fragen zur Einhaltung der Gesetze durch die Fluggesellschaft aufgeworfen.
Ermittlungen zum Unfall laufen weiter. Am Dienstag veröffentlichten Behörden Details aus den letzten drei Minuten der Cockpit-Überwachungsaufnahmen und der Kommunikation mit dem Tower. Die Aufnahmen zeigten, dass die Luftverkehrscontroller sowohl das Flugzeug als auch den Feuerwehrauflieger zur Überquerung der Start- und Landebahn freigaben. Kurz vor dem Unfall wurde eine Stimme gehört, die den Feuerwehrauflieger aufforderte, anzuhalten.
Die Betriebsabläufe am LaGuardia Airport wurden nach dem Unfall reduziert. Am Donnerstag wurde das beschädigte Flugzeug abgeschleppt, und Behörden sagten, sie würden die Start- und Landebahn, an der der Unfall stattfand, „spätestens am Freitagmorgen“ wieder öffnen.
Rousseaus Entschuldigung und seine weiteren Bemühungen, seine Französischkenntnisse zu verbessern, haben die Kritiker noch nicht beruhigt. Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung der Sprache in Führungspositionen, insbesondere in einem Land, in dem sowohl Englisch als auch Französisch offizielle Sprachen sind. Mit dem parlamentarischen Ausschuss, der Rousseau befragen wird, bleibt die Situation weiterhin unter Beobachtung.
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