EDINBURGH — Der Kinderarzt Thomas O’Neill hat seine Approbation verloren. Ein Tribunal stellte seine Eignung zur Ausübung des Arztberufs fest als beeinträchtigt. Grund war seine Verurteilung wegen unanständiger Kommunikation mit einem 15-Jährigen.
O’Neill arbeitete bis 2020 in der Notaufnahme des Royal Hospital for Children and Young People. Das Krankenhaus wird lokal als Sick Kids Hospital bezeichnet. Er lernte den Jungen, damals 14, über eine Kollegin kennen, hieß es in Gerichtsakten.
Im November 2019 fragte O’Neill den Jungen auf einer Autofahrt nach dessen Masturbationsgewohnheiten. Der Kontakt eskalierte rasch. O’Neill schickte über WhatsApp unangemessene Fragen. Später folgten Penisbilder via Snapchat.
Er teilte dem Jungen mit, Sexspielzeug gekauft zu haben. O’Neill lieferte ein Silikon-Gerät persönlich am Wohnort des Jungen ab. Das zeigte das Tribunal.
Der Junge blockierte O’Neill. Dieser nutzte daraufhin Accounts mit männlichen und weiblichen Namen auf anderen Plattformen. Unter einem männlichen Namen fragte er: ‘Are you gay?’ Er schickte ein weiteres Penisbild und fragte, ob der Junge die Genitalien erkenne.
Im März 2024 verurteilte das Sheriff Court in Edinburgh O’Neill. Er erhielt einen Community-Payback-Befehl, 18 Monate Aufsicht und muss sich als Sexualstraftäter registrieren.
Das Medical Practitioners Tribunal Service urteilte am Donnerstag. Vorsitzender Lee Davies erklärte die Streichung aus dem Register für notwendig. ‘Dr. O’Neills Handlungen, explizite Bilder und Nachrichten an ein Kind zu schicken, untergraben das Vertrauen von Patienten und Öffentlichkeit in den Arztberuf’, sagte Davies.
Davies fügte hinzu, O’Neill zeige keine Einsicht in die Schwere seines Verhaltens. Er habe keine Remediation versucht. ‘Die Interessen von Dr. O’Neill wiegen leichter als der Schutz der Öffentlichkeit und der Erhalt des Rufs des Berufsstands’, schloss Davies.
O’Neill studierte 2013 an der University of Brighton und University of Sussex. 2014 registrierte er sich beim General Medical Council. Neben dem Sick Kids Hospital war er Research Fellow an der University of Edinburgh.
YouTube-Videos zeigten ihn früher bei der Unterstützung von LGBT-Mitarbeitern der Universität. Nach Medienanfragen löschte Edinburgh University die Clips. Die Universität schwieg zu Rückfragen.
NHS Lothian bestätigte, O’Neill sei nicht mehr angestellt. Tom Power, Direktor für Personal und Kultur, erklärte: ‘Wir äußern uns nicht zu Einzelschicksalen. Wir erwarten von allen Mitarbeitern höchste Standards an Professionalität, Integrität und Patientenversorgung. Wo das fehlt, ergreifen wir geeignete Maßnahmen.’
Das Tribunal verbietet O’Neill lebenslang die Ausübung der Medizin. Kein Zusammenhang zu Krankenhauspatienten liegt vor. Der Fall lenkt den Blick auf Kinderschutz in pädiatrischen Einrichtungen.
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