Baku – Aserbaidschan zog im Januar 2026 Auslandsinvestitionen in Höhe von 402 Millionen Manat (236 Millionen Dollar) in den Festkapitalbestand an. Das Statistische Staatskomitee meldete dies. Der Zufluss machte 28,6 Prozent aller Investitionen in feste Anlagen im Monat aus.
Fast der gesamte Betrag – 395 Millionen Manat oder 98,3 Prozent – stammte aus zehn Ländern. An der Spitze lagen Investoren aus Großbritannien, gefolgt von der Türkei, Russland, den USA, Japan, der Schweiz, dem Iran, Ungarn, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Genaue Anteile pro Land nannte das Komitee nicht.
Das Statistische Staatskomitee erfasst diese Ströme monatlich zur Beurteilung der Wirtschaftslage. Festkapitalinvestitionen umfassen Langfristvermögen wie Gebäude, Maschinen und Infrastruktur. Ausländische Quellen gewinnen in Aserbaidschans Wirtschaft an Bedeutung. Das Land ist stark von Ölexporten abhängig, strebt aber Diversifizierung an.
Die Januarzahlen übertrafen Erwartungen einiger Analysten. Globale Märkte zeigten Volatilität. Energiepreise blieben stabil und stützten das Vertrauen. Die Zentralbank Aserbaidschans verzeichnete einen Jahresanstieg der Auslandsinvestitionen. Jahresprognosen bleiben vorsichtig.
Britische Firmen, oft in Energie und Logistik aktiv, führten wieder die Liste an. Türkei-Investitionen zielen auf Bau und Handel ab. Russische Mittel fließen trotz Sanktionen in Transportkorridore. US-Unternehmen setzen auf Technik und Erneuerbare. Japanische und schweizerische Kapitalströme gehen in die Fertigung.
Weitere Indikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. Das BIP Aserbaidschans wuchs 2025 um 4,2 Prozent, vorläufige Zahlen zufolge, getrieben von Kohlenwasserstoffen. Die Arbeitslosigkeit lag bei 5,1 Prozent. Die U-Bahn-Erweiterung in Baku erhält ein Darlehen von 180 Millionen Dollar der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank und schafft Jobs. Goldnotierungen erreichten 4950 Dollar pro Unze.
Herausforderungen bestehen weiter. Das Zollkomitee verfehlte 2025 sein Einnahmeziel um sieben Prozent, gaben Beamte zu. Inflation sank auf 3,8 Prozent, Lebensmittelpreise bleiben hoch. Die Regierung verspricht Anreize wie Steuererleichterungen in der Freien Wirtschaftszone Alat.
Experten beobachten, ob Investitionen zu Jobs und Wachstum führen. „Ausländisches Geld stärkt Festanlagen, die lokale Aufnahmefähigkeit zählt“, sagte Ökonom Vugar Bayramov vom Zentrum für Wirtschaftsreformen. Februardaten erscheinen später im Monat.
Aserbaidschan positioniert sich als Kaspisches Drehkreuz zwischen Europa und Asien. Pipeline-Projekte und Digitalinitiativen wecken Interesse. Geopolitische Spannungen von Bergkarabach bis Ukraine wirken nach. Investoren schätzen Stabilität, die Baku bisher bietet.
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