Das britische Unternehmen Bibby Marine hat eine Analyse veröffentlicht, die zeigt, dass Hybrid-eCSOVs, also batteriebetriebene Offshore-Dienstboote, die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Dieselboote um bis zu 40 % reduzieren können. Mit der Nutzung von Offshore-Ladestationen steigen die Einsparungen auf bis zu 70 %. Der Bericht betont das Potenzial für erhebliche finanzielle und ökologische Vorteile, während die Offshore-Windbranche unter Druck steht, ihre Emissionen zu reduzieren.

Kostenersparnisse und Umweltwirkung

Laut der Analyse von Bibby Marine nutzen Hybrid-eCSOVs Dual-Generator-Systeme, um Batterien für den Hauptantrieb zu laden, wenn keine Ladestationen verfügbar sind. Dieser Ansatz optimiert den Motorbetrieb, reduziert den Kraftstoffverbrauch, die Energiekosten und CO₂-Gebühren. Laut dem Bericht führt dies zu jährlichen Einsparungen von 1 Million Dollar bei Hybridmodellen. In voll elektrischem Betrieb mit Offshore-Ladestationen sinken die Emissionen auf null, und die jährlichen Einsparungen steigen auf 1,8 Millionen Dollar.

Diese Erkenntnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, da die europäischen CO₂-Regelungen ab 2027 die Offshore-Winddienstboote über das EU-Emissionshandelssystem (ETS) und die FuelEU Maritime-Regelung beeinflussen werden. Diese Vorschriften verlangen, dass Schiffe Emissionen reduzieren und den Kraftstoffverbrauch managen, was die Kosten für Betreiber erheblich steigern könnte, die keine Emissionsreduktion umsetzen.

Die Analyse von Bibby Marine betont auch die Rolle von Fortschritten in der Batterietechnik, um die Herstellungskosten von eCSOVs zu senken. Obwohl die Technologie für die Elektrifizierung bereits vorhanden ist, erfordert die Umsetzung von Offshore-Ladestationen eine Koordination zwischen Häfen, Entwicklern, Turbinenherstellern und Originalausrüstungsanbietern (OEMs). Zudem ist eine Lizenzierung erforderlich, um die Integration von Ladestationen in bestehende Infrastrukturen wie Turbinen, Monopilen oder schwimmenden Plattformen sicherzustellen.

Branchenreaktion und zukünftige Ziele

„eCSOVs bieten einen klaren Weg, die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen CSOVs zu senken, indem sie den Energieverbrauch reduzieren, die Exposition gegenüber steigenden CO₂-Kosten begrenzen und die Betriebsabläufe zukunftssicher machen“, sagte Gavin Forward, Projektleiter für Neubauten bei Bibby Marine. Der Bericht betont, dass diese Schiffe nicht nur kosteneffizienter sind, sondern auch mit den breiteren Dekarbonisierungszielen der Branche übereinstimmen.

Nigel Quinn, CEO von Bibby Marine, fügte hinzu: „Eine Flotte von emissionsfreien Offshore-Dienstboote sollte das zentrale Ziel der Offshore-Windbranche sein, um ihre eigene Dekarbonisierungsmission zu stärken. Die vollständige Elektrifizierung der Schiffsklasse bietet eine Gelegenheit für erhebliche Einsparungen und hat das Potenzial, die Budgetstabilität für Betreiber zu sichern, zu einem Zeitpunkt, an dem Kostenkontrolle für die Nachhaltigkeit des Sektors entscheidend ist.“

Bibby Marine hat bereits Schritte unternommen, um dieses Ziel zu verwirklichen. Das Unternehmen legte 2025 in der Werft Armon Vigo in Spanien den Kiel für ihr Hybrid-eCSOV mit Unterstützung von Kongsberg, Corvus Energy und Stillstrom. Das Schiff wird voraussichtlich bis Mitte 2027 im Nordmeer in Betrieb genommen werden, was ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu emissionsfreien Offshore-Betriebsabläufen ist.

Was kommt als nächstes für Offshore-Windboote?

Der Bericht betont die Bedeutung der fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen Branchenakteuren, um die erfolgreiche Umsetzung von Offshore-Ladestationen sicherzustellen. Mit den neuen europäischen Vorschriften, die 2027 in Kraft treten, ist der Umsetzungszeitraum eng, was eine sofortige Handlung aller Beteiligten erfordert.

Laut der Analyse wird der Nordsee allein bis zur Einführung der neuen Vorschriften eine Offshore-Windkapazität von 45 GW haben. Dies wird erheblichen Druck auf Betreiber von Schiffen ausüben, ihre Emissionen zu reduzieren und den Kraftstoffkosten effizient zu managen. Der Übergang zu eCSOVs wird als machbare Lösung angesehen, um diese Herausforderungen zu meistern, während er auch langfristige finanzielle Vorteile bietet.

Das Hybrid-eCSOV-Projekt von Bibby Marine ist Teil einer breiteren Branche-Veränderung hin zu nachhaltigen und kosteneffizienten Offshore-Betriebsabläufen. Mit der Weiterentwicklung der Batterietechnik und der Ausweitung der Ladestationen wird das Potenzial für weitere Kosteneinsparungen und Emissionsreduktionen voraussichtlich wachsen. Die Bemühungen des Unternehmens, diese Schiffe zu entwickeln und einzusetzen, werden vermutlich den zukünftigen Kurs der Offshore-Windbranche beeinflussen, während sie sich einem nachhaltigeren Modell zuwendet.