Nusrat Osman wurde am 11. September gegen 12:30 Uhr vor ihrem Zuhause in Blantyre entführt. Die Polizei bestätigte am späten Donnerstag ihre Rettung und gab bekannt, dass es während der Rettungsaktion zu einem Feuergefecht mit bewaffneten Entführern kam. Vier der Entführer wurden getötet.

Die Polizei hatte zuvor 30 Millionen Malawi Kwacha (12.950 GBP) für Hinweise zur Rettung von Osman und Festnahme der Täter ausgelobt. Laut Polizei verfügten die Entführer über eine AK47 und eine Girsan Regard MC Pistole. Während der Aktion wurde auch ein Polizeibeamter, der stellvertretende Generalinspektor Mlowoka Noel Kayira, angeschossen und erhält derzeit medizinische Betreuung. Sein Zustand sei stabil, hieß es.

Osman, 47 Jahre alt, ist Auditorin und Mutter von zwei Kindern. Sie sei nach der Rettung in Sicherheit und „nicht allzu erschüttert“, sagte ihr Bruder Shobi Jiwa der „Sun“. Jiwa dankte der malawischen Polizei und nannte Kayira einen Helden, der sich vor seine Schwester stellte. „Er ist der Held unserer Familie. Er ist der Held des Landes. Er ist eigentlich der Held der Welt, weil er sein Leben riskierte“, sagte Jiwa.

Entführungen sind in Malawi selten. In den letzten Jahren stiegen jedoch Einbrüche und Taschendiebstähle durch oft bewaffnete Täter. Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit rund 22 Millionen Einwohnern hat es nach Angaben der Weltbank ein Durchschnittseinkommen von nur 672 Dollar im Jahr.

Ein Bericht der diplomatischen Sicherheitsdienstes des US-Außenministeriums aus dem Jahr 2024 stellte fest, dass Entführungen in Malawi keine weit verbreitete Bedrohung darstellen. Es gab keine jüngeren hohen Profileinsätze mit westlichen Betroffenen. Historisch gesehen waren Ausländer in dem Land keine bedeutenden Ziele für Entführungen. Häufig betreffen solche Vorfälle Mitglieder der asiatischen Geschäftscommunity, nicht jedoch ausländische Reisende oder Einwohner.

Osman, die ursprünglich aus Leicester stammt, arbeitete für ein lokales Wirtschaftsprüfungsunternehmen und lebte seit mehreren Jahren mit ihrem Mann und Kindern in Malawi. Vor ihrer Rettung gab die Familie keine Nachricht von ihr oder Kontakte der Entführer mit Forderungen nach Lösegeld bekannt.

Ihr Ehemann, Nazil Osman, sagte der „Nyasa Times”: „Ich weiß nicht, wo sie ist oder wie es ihr geht. Meine Frau ist eine Auditorin, und ich habe mit niemandem Probleme.“ Ihr Bruder sagte der „Sun” am Dienstag: „Meine Schwester ist seit fünf Tagen verschwunden, ohne Spur oder Anruf.“ Er fügte hinzu, die Familie könne sich keinen Anlass für ihre Entführung denken.

Die Polizei gab nicht bekannt, ob Hinweise, die aufgrund der ausgelobten Belohnung eingegangen waren, zur Rettung von Osman führten. Sie teilten mit, dass Ermittlungen laufend seien und weitere Details „im rechten Moment“ folgen würden.