Kanadas Premierminister Mark Carney hat ein 24-köpfiges Beraterkomitee gebildet, um das Land auf angespannte Handelsverhandlungen mit den USA vorzubereiten, berichtet The Guardian. Das Komitee besteht aus Personen aus verschiedenen politischen Strömungen und Branchen, um sicherzustellen, dass Kanada gut positioniert ist, um seine Interessen während der Gespräche zu vertreten.

Politische und Branchenvertretung

Zu den Mitgliedern des Beraterkomitees zählen unter anderem ehemalige Konservative Erin O’Toole und Lisa Raitt, sowie ehemalige Provinzpremierminister PJ Akeeagok und Jean Charest; Auch Ralph Goodale, ehemaliger kanadischer Botschafter in Großbritannien, ist dabei. Nur vier Mitglieder des vorherigen Beratergremiums, das von ehemals Premierminister Justin Trudeau zusammengestellt wurde, wurden übernommen.

Carney hat auch Manager aus den Banken-, Schienen-, Energie- und Landwirtschaftsbranchen ins Gremium aufgenommen — Führer aus der Automobilindustrie, der Canadian Chamber of Commerce und einer der größten Gewerkschaften Kanadas sind ebenfalls dabei.

Handelskonflikte und US-Politikwechsel

Das Beraterkomitee wird erstmals am 27. April tagen. Als Kanada sich auf einen bedeutenden Wechsel in der US-Haltung zum freien Handel einstellt — In einem 10-minütigen Video, das am Sonntag veröffentlicht wurde, sprach Carney direkt an die Kanadier und erklärte, was er für Veränderungen im US-Handelssystem sieht.

Carney erklärte, die USA, die einst ein langjähriger politischer und wirtschaftlicher Verbündeter waren, hätten sich grundlegend in ihrer Haltung zum freien Handel verändert — Er sagte, die USA hätten ihre umstrittenen Zölle auf ein Niveau erhöht, das „zuletzt während der Großen Depression gesehen wurde“.

In einer Maßnahme. Die offensichtlich Kanada ins Visier nahm, ordnete ehemaliger US-Präsident Donald Trump hohe Zölle auf Stahl, Aluminium, Kupfer, Holz und die Automobilindustrie Kanadas an. In Reaktion darauf haben Provinzführer amerikanische Spirituosen und Weine vom Regal genommen, und Kanadier haben eine informelle, aber wirksame Boykottierung von Reisen in die USA beibehalten.

„Viele unserer früheren Stärken, die auf unseren engen Beziehungen zu Amerika beruhten, sind zu Schwächen geworden“, sagte Carney in seinem Video. „Schwächen, die wir korrigieren müssen.“

Überprüfung des Handelsabkommens und wirtschaftliche Bedenken

Die Überprüfung der aktuellen Version des Nordamerikanischen Freihandelabkommens (NAFTA) zwischen Kanada, den USA und Mexiko ist für Juli geplant. Carney, der kürzlich eine Mehrheit durch Floor Crossings und Sonderwahlen sicherte, warnte, dass die bevorstehenden Gespräche Schäden für die kanadische Wirtschaft verursachen könnten.

Er sagte, er werde regelmäßig über die Bemühungen seiner Regierung berichten, sich von den USA abzuwenden. „Sicherheit kann nicht dadurch erreicht werden, indem man offensichtliche Dinge ignoriert oder die echten Bedrohungen, mit denen wir Kanadier konfrontiert sind, herunterspielt“, sagte er. „Ich verspreche Ihnen, ich werde unsere Herausforderungen nie wegzureden versuchen.“

Am letzten Freitag bezeichnete US-Handelsminister Howard Lutnick das aktuelle nordamerikanische Handelsabkommen, das während Trumps ersten Amtszeit ausgehandelt wurde, als „schlechtes Geschäft“ für Amerikaner, das im Sommer „ablaufen“ könnte. Er kritisierte Kanadas Entscheidung, die Verhandlungen zu verlangsamen, als „die schlimmste Strategie, die ich je gehört habe“.

Die vielfältige Zusammensetzung des Beraterkomitees, die sowohl politische als auch Branchenführer umfasst, spiegelt Carneys Bemühungen wider, einen breiten und gut informierten Ansatz für die bevorstehenden Handelsverhandlungen sicherzustellen. Die erste Tagung des Gremiums ist für den 27. April geplant, was einen wichtigen Schritt in Kanadas Vorbereitung auf eine herausfordernde Verhandlungsphase mit dem südlichen Nachbarn darstellt.