Ein groß angelegter Drohnenangriff aus der Ukraine hat drei Menschen getötet und mehrere verletzt. Das berichten russische Behörden. Der Angriff erfolgte in der Moskauer Region. Gleichzeitig laufen militärische Operationen in der ukrainischen Kursk-Region. Dort hat Russland nach Angaben des „Financial Times“ bis zu 38 000 Soldaten für eine Gegenoffensive eingesetzt. Einige dieser Truppen wurden von der südlichen Ukraine abgezogen.

Ein hochrangiger ukrainischer Militärgeheimdienstoffizier sagte, die Operation sei „noch nicht groß angelegt“. Russland müsse weitere, in Kämpfen erfahrene Sturmbrigaden einsetzen, um bedeutende Erfolge zu erzielen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky schätzte zuvor, dass 100 000 russische Soldaten nötig sein würden, um den Einfall, der im August begann, vollständig abzuwehren. Ukrainsche Truppen hatten zunächst rund 1190 Quadratkilometer im Kursk-Gebiet eingenommen. Doch es wachsen die Bedenken, dass die Initiative nun zu Gunsten Russlands verlagert wird.

Eine der Hauptbesorgnisse der ukrainischen Kommandeure ist, dass Russland bislang keine bedeutenden Kräfte aus dem Osten der Ukraine abgezogen hat. Dort sind die Truppen Kiews weiterhin unter Druck und verlieren Boden. In der Pokrowsk-Region im Donezker Gebiet, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, ist die Anzahl russischer Angriffe gestiegen.

Ukrainischer Vorgang für Waffenruhe

Während sich die militärischen Entwicklungen abzeichnen, kündigte der ukrainische Präsident Selensky zwei Tage vor dem geplanten russischen Waffenstillstand zum Siegertag eine vorbeugende Waffenruhe an. In einer Erklärung auf X schrieb er: „Es gab keine offizielle Anfrage an die Ukraine hinsichtlich der Modalitäten eines Waffenstillstands, die über russische soziale Medien verbreitet wurde.“ Er fügte hinzu: „Wir glauben, dass das Leben eines Menschen weit wertvoller ist als jede ‚Ehrung‘.“ Er kündigte an, dass die Waffenruhe um Mitternacht am 5. auf den 6. Mai beginnen werde.

Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiha unterstützte Selenskys Haltung. Er kritisierte Russland dafür, dass Friedensgespräche verzögert würden. Sybiha sagte: „Frieden kann nicht auf Paraden und Ehrungen warten.“ Er betonte, dass Moskau, wenn es wirklich den Krieg beenden wolle, jetzt konkrete Schritte unternehmen könnte.

Geopolitische Veränderungen in Lateinamerika

Parallel dazu hat sich in Lateinamerika eine weitere geopolitische Entwicklung abgezeichnet, die auch für den russischen Präsidenten Wladimir Putin von Bedeutung ist. Mit dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Verhaftung in den USA hat Putin weniger Verbündete im westlichen Hemisphäre. Der „Moscow Times“ berichtete, dass Maduros Absetzung Teil einer US-Operation namens „Absolute Resolve“ sei, die darauf abzielt, russischen und chinesischen Einfluss in der Region zu bekämpfen.

Seit 1999 hat Russland mehr als 20 Milliarden Dollar an Waffen und militärischem Gerät an Venezuela verkauft. Moskau unterhielt außerdem in dem Land ein nicht angekündigtes Spionagenetzwerk und wurde gebeten, einen Hafen oder eine Marinebasis im südlichen Karibikgebiet zu bauen oder zu verwalten. Der Abzug Maduros könnte ein breiteres Umschwenken des russischen Einflusses in den Amerikas signalisieren, da Washington versucht, Moskaus Zugang zu strategischen Partnern einzuschränken.

US-Präsident Donald Trump und seine Vertrauten beschrieben die Operation als notwendigen Schritt, um Fragen der Ressourcenausbeutung und Drogenhandels zu beheben. Allerdings gehen einige Analysten davon aus, dass die wahre Motivation darin besteht, russischen Einfluss in einer Region zu eliminieren, die unter der Monroe-Doktrin traditionell als Teil des US-Einflussbereichs angesehen wird.