China hat, wie es nannte, ‘Angstschüre’-Aufrufe abgetan, die USA sollten die KI-Industrie Pekings blockieren, obwohl der oberste chinesische Spionagechef warnte, dass die sich weiterentwickelnde Technologie die Herrschaft der Kommunistischen Partei gefährden könnte.

US-Technologieunternehmer fordert KI-Bremsung

Dario Amodei, Unternehmer und CEO von Anthropic, veröffentlichte am Wochenende einen Essay, in dem er eine globale Verlangsamung der KI-Fähigkeiten forderte — Er sagte zudem, Washington solle aktiv den Fortschritt Pekings behindern, um einen technologischen Vorteil zu behalten.

Amodei warnte, dass KI der chinesischen Kommunistischen Partei die Chance gebe, ‘demokratische Staaten militärisch zu dominieren’. Er sagte, er glaube, ‘eine chinesische Führung im KI-Bereich würde für die USA und die Welt eine große Gefahr darstellen’.

Chinas Reaktion auf KI-Bedenken

Das chinesische Außenministerium reagierte auf eine Frage zu Amodeis Essay mit der Aussage, dass alle Parteien gemeinsam an KI arbeiten sollten. ‘Angstschüre, Konfrontation und böswilliger Wettbewerb stören nur den Prozess der globalen KI-Governance, was niemandem dienlich ist’, sagte Sprecher Guo Jiakun am Montag in einer Pressekonferenz.

In seinem Essay sagte Amodei, dass ein Schwarm von KI-‘Agenten’ innerhalb von sechs bis zwölf Monaten das Internet übernehmen könnte, es sei denn, Forscher einigten sich auf eine Verlangsamung. Er betonte, dass ‘eine globale Verlangsamung Zusammenarbeit mit China erfordere’, aber auch Schritte nötig seien, um ‘die KI-Führung der Demokratien gegenüber Autokratien so weit wie möglich zu sichern’.

Auch andere Technologiebosse, darunter der CEO von OpenAI, Sam Altman, der Vorsitzende von Google DeepMind, Demis Hassabis, und der Chef von SpaceX, Elon Musk, zeigten allgemein Zustimmung zu Amodeis langem Essay, wenn auch nicht speziell zu China.

Chinesische Regierung bedroht

Obwohl Peking bestreitet, dass seine Dominanz im KI-Bereich gefährlich sei, teilt es Bedenken über die Geschwindigkeit der Entwicklung. Präsident Xi Jinping warnte im Juli auf einer Konferenz, dass KI ‘immer unter menschlicher Kontrolle bleiben’ müsse.

Die Ausmaße der Sorge der chinesischen Regierung zeigte ein Artikel, der am Sonntag in der staatlichen Zeitschrift China Cyberspace veröffentlicht wurde. Darin schrieb der oberste Geheimdienstchef, Chen Yixin, dass die Technologie die Macht der Regierung gefährden könnte. Chen schrieb, dass ‘feindliche Kräfte und Individuen mit verborgenen Motiven’ KI missbrauchten, um einen ‘Propaganda- und Informationskrieg gegen uns zu führen, der unsere politische, institutionelle und ideologische Sicherheit direkt bedroht’.

Chen erwähnte konkret US-Modelle wie Anthropics Claude und OpenAIs GPT-5.5-Cyber, die er als Waffen bezeichnete und als Beispiele für neue Bedrohungen der Cybersicherheit nannte.

Während die Öffentlichkeit, Regierungen und Technologiebosse nun Warnungen vor den Gefahren der KI ausgeben, hat Donald Trump solche Bedenken abgelehnt. Am Montag sagte der US-Präsident, dass KI lediglich ‘einen starken und klugen Präsidenten’ brauche, um ‘Sicherheitsvorkehrungen’ zu haben.

Trump ist besonders sensibel gegenüber Veränderungen an der Börse. KI-Unternehmen verloren an Wert, nachdem Bedenken über die Geschwindigkeit des Wachstums laut wurden.

Die US- und chinesischen Führer planen, am 24. September unter anderem über KI-Governance zu sprechen.

In einer Sonntagsredaktion kritisierte die staatliche chinesische Zeitung Global Times Amodeis Essay als verdeckten Aufruf, China einzuschränken. ‘Der Artikel ist voller Einschränkungsmaßnahmen gegen China und ist im Grunde genommen ein ‘Kaltstarts-Handbuch’ für den KI-Bereich’, hieß es darin.