China verhandelt laut drei diplomatischen Quellen intensiv mit Iran, um den sicheren Durchgang von Öltankern und Flüssiggaskontainern (LNG) durch den Hormus-Straßengürtel zu sichern. Dies geschieht im Kontext gestiegener Spannungen, da die Kampagne der USA und Israel gegen Iran intensiviert wird und eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten blockiert.

Strategische Bedenken und Auswirkungen auf die globale Lieferkette

Der Hormus-Straßengürtel, durch den etwa 20 % der weltweiten Ölvolumina und 15 % des LNG-Verkeers fließen, ist aufgrund des Konflikts fast unpassierbar geworden. Länder weltweit stehen nun vor Störungen in einem erheblichen Teil ihrer Energieversorgung. China, das stark von Öl aus dem Nahen Osten abhängt, ist besonders besorgt über die Auswirkungen einer Schließung auf seine Energieversorgungssicherheit.

Laut den Quellen drängt China Iran, den sicheren Durchgang für seine Öltanker und LNG-Verkehr durch den Straßengürtel zu ermöglichen. Dies würde helfen, den wachsenden Druck auf die globalen Energiemärkte zu verringern und das Risiko weiterer wirtschaftlicher Instabilität zu reduzieren.

China importiert etwa 45 % seines Öls über den Hormus-Straßengürtel. Angesichts der aktuellen Situation besteht für das Land die Gefahr, schwerwiegende Lieferkettenstörungen zu erleiden, was zu Energieknappheit und inflationären Druck führen könnte.

Schifffahrtsdaten und Marktreaktionen

Daten von Vortexa zeigen, dass ein Schiff namens Iron Maiden nachts durch den Straßengürtel fuhr, nachdem es seine Signale geändert hatte, um anzuzeigen, dass es chinesisch besitzt. Jedoch werden deutlich mehr solcher Schifffahrten benötigt, um das Vertrauen in die globalen Ölmärkte und den LNG-Verkehr wiederherzustellen.

Seit Beginn des Konflikts sind die Rohölpreise um mehr als 15 % gestiegen, getrieben von Produktionsstopps und Angriffen auf Energieeinrichtungen im Golf. Irans Raketen haben auch bis Zypern, Aserbaidschan und Türkei erreicht, was die globalen Märkte weiter destabilisiert und führende Volkswirtschaften vor potenzielle Inflationsrisiken gewarnt hat.

Laut Vortexa sanken die Rohöltransporte durch den Hormus-Straßengürtel am 1. März, dem Tag nach Beginn der Feindseligkeiten, scharf auf nur vier Schiffe, verglichen mit einem Durchschnitt von 24 pro Tag im Januar. Laut Vortexa und dem Schifffahrtsverfolger Kpler sind etwa 300 Öltanker im Straßengürtel festgefahren.

Regionale Handels- und Zuckerindustrie-Insights

Laut Mike McDougall, einem Veteranen der Zuckerindustrie, haben Manager im Nahen Osten beobachtet, dass einige Schiffe derzeit den Hormus-Straßengürtel passieren, wobei alle entweder chinesisch oder iranisch besitzt sind. Es gibt jedoch Berichte, dass nicht alle Schiffe durch den Straßengürtel passieren dürfen.

Jamal Al-Ghurair, Geschäftsführer von Al Khaleej Zucker in Dubai, sagte Reuters, dass einige Schiffe, die Zucker transportieren, derzeit durch den Hormus-Straßengürtel passieren dürfen, doch er gab keine weiteren Details zu den Bedingungen oder Einschränkungen bekannt.

Die iranische Regierung hat erklärt, dass keine Schiffe, die den USA, Israel, europäischen Ländern oder deren Verbündeten gehören, durch den Hormus-Straßengürtel passieren dürfen. Die Erklärung erwähnte jedoch nicht China, was darauf hindeutet, dass die Islamische Republik Ausnahmen für nicht-westliche Länder in Betracht ziehen könnte.

Der laufende Konflikt hat eine komplexe und unsichere Umgebung für den globalen Handel geschaffen. Während China versucht, den sicheren Durchgang für seine Energieverkehrsschiffe zu sichern, bleibt die Situation im Hormus-Straßengürtel ein zentraler Punkt internationaler diplomatischer Bemühungen und wirtschaftlicher Stabilität.