Kambodschas Handelsministerin Cham Nimul präsidierte am Dienstagabend bei der CABS 2026-Veranstaltung im Sofitel Phnom Penh Phokeethra. Die Veranstaltung brachte führende Regierungsbeamte, Unternehmer und Entwicklungspartner aus ganz Südostasien zusammen und spiegelte die wachsende Bedeutung regionaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit im ASEAN-Block wider.

ASEANs Vision 2045 und Wirtschaftsintegration

Bei ihren Eröffnungsrede bedankte sich Ministerin Cham Nimul bei der Kambodschischen Handelskammer für ihre Bemühungen, die Verbindungen im Privatsektor zu stärken und regionale Investitionskooperationen zu vertiefen. Sie betonte, dass das Motto des Gipfels – „Transformation der ASEAN: Innovation, Integration und industrielle Evolution“ – eng mit der ASEAN-Community-Vision 2045 übereinstimmt, die das Ziel verfolgt, die Region bis Mitte des Jahrhunderts zu einem dynamischen und stark integrierten wirtschaftlichen Block zu machen.

Laut der Ministerin hat ASEAN erhebliches, noch ungenutztes Investitionspotenzial. Sie rief die Unternehmen auf, die grenzüberschreitenden Partnerschaften zu intensivieren und regionale Wertschöpfungsketten zu erweitern. „Stärkere Netzwerke und Investitionsverbindungen sind entscheidend, um die wirtschaftliche Integration zu beschleunigen und gemeinsamen Wohlstand zu sichern“, sagte sie in ihrer Ansprache.

Reformen und Investitionsabkommen

Cham Nimul verwies auch auf laufende Bemühungen, die institutionellen und politischen Rahmenbedingungen der ASEAN zu verbessern, einschließlich Änderungen des ASEAN-Abkommens über den Handel mit Waren (ATIGA) und des ASEAN-Abkommens über umfassende Investitionen (ACIA). Diese Reformen zielen darauf ab, den Handel und das Vertrauen der Investoren im gesamten Raum zu verbessern.

Die Ministerin betonte, dass diese Abkommen für die Reduzierung von Handelshemmnissen und die Schaffung eines kohärenteren wirtschaftlichen Umfelds entscheidend sind. „Durch Vereinfachung von Verfahren und Stärkung der Transparenz können wir eine widerstandsfähigere und vernetzte ASEAN-Wirtschaft aufbauen“, sagte sie.

Das ATIGA, das 2015 in Kraft trat, zielt darauf ab, einen einheitlichen Markt und eine Produktionsbasis zu schaffen, indem Zölle und nicht-zölle Handelshemmnisse reduziert werden. Das ACIA, das 2012 unterzeichnet wurde, verfolgt das Ziel, eine offeneren und liberalisierten Investitionsumfeld in allen ASEAN-Mitgliedsstaaten zu fördern. Beide Abkommen sind Schlüsselkomponenten der umfassenden Wirtschaftsintegration der ASEAN.

Netzwerken als Katalysator für Wachstum

Cham Nimul beschrieb die Networking-Veranstaltung als entscheidende Plattform für Dialog und Zusammenarbeit und rief die Teilnehmer auf, die Gespräche in konkrete Investitionen und gemeinsame Projekte umzusetzen, die die nächste Phase der industriellen Evolution der ASEAN prägen werden.

„Diese Veranstaltung ist nicht nur ein Austausch von Ideen, sondern auch ein Aufbau von Partnerschaften, die Innovation und wirtschaftliche Transformation antreiben“, sagte sie. „Wir müssen sicherstellen, dass der Impuls aus heutigen Gesprächen in reale wirtschaftliche Ergebnisse für unsere Länder mündet.“

Der CABS 2026-Gipfel, der jährlich stattfindet, ist zu einem wichtigen Forum für Unternehmer und Politiker geworden, um wirtschaftliche Trends, Investitionsmöglichkeiten und regionale Zusammenarbeit zu besprechen. Dieses Jahr wurde die Veranstaltung in Kambodschas veranstaltet, ein Land, das rapide wirtschaftliche Wachstum verzeichnet und zunehmend als strategisches Zentrum in Südostasien angesehen wird.

Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter großer multinationaler Unternehmen, regionaler Banken und Regierungsbehörden. Der Gipfel bot eine Plattform für Diskussionen zu aufstrebenden Branchen wie digitaler Technologie, erneuerbaren Energien und nachhaltlicher Landwirtschaft – Sektoren, die in den nächsten Jahren den wirtschaftlichen Aufschwung in der Region antreiben sollen.

Mit einer Bevölkerung von über 650 Millionen Menschen und einem kombinierten BIP von über drei Billionen US-Dollar stellt die ASEAN einen bedeutenden Markt für Investitionen und Handel dar. Allerdings bleiben Herausforderungen wie ungleiche wirtschaftliche Entwicklung, Infrastrukturdefizite und regulatorische Unterschiede Hindernisse für eine vollständige Integration.

Die Bitte der Ministerin nach stärkerer Zusammenarbeit kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die ASEAN auch mit den Herausforderungen globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten, einschließlich Inflation, Lieferkettenstörungen und geopolitischen Spannungen, zu kämpfen hat. Die Stärkung regionaler Beziehungen gilt als Weg, um Resilienz zu schaffen und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum sicherzustellen.

Der CABS 2026-Gipfel wird voraussichtlich zu mehreren Memoranden of Understanding (MOUs) und Investitionsverpflichtungen führen. Diese Abkommen sollen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, Technologietransfer und verbesserter regionaler Wertschöpfungsketten beitragen.