Im Zuge der US-amerikanischen militärischen Schläge gegen den Iran bereitet sich der Kongress auf eine Abstimmung vor, ob Präsident Donald Trump rechtmäßig war, Angriffe ohne Zustimmung des Kongresses durchzuführen. Die Entscheidung erfolgt im Kontext wachsender Bedenken bezüglich der Rechtmäßigkeit der Operation, die nur Tage vor geplanten Abstimmungen im Repräsentantenhaus und im Senat stattfand.
Rechtliche und verfassungsrechtliche Bedenken
Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien kritisierte den Angriff als rechtswidrig und erklärte, Trump habe nicht mit dem Kongress beraten oder eine Debatte ermöglicht, ein Prozess, den sogar ehemaliger Präsident George W. Bush während des Irak-Kriegs befolgt habe. Khanna bezeichnete die Aktion als ‘einen Schlag ins Gesicht des US-Kongresses.’
Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky, bekannt für seine anti-interventionistische Haltung, kritisierte ebenfalls den Angriff und sagte: ‘Das ist nicht ‘America First’. Die Verfassung verlieh dem Kongress das Recht, Krieg zu erklären oder zu beginnen, aus einem Grund, um Kriege weniger wahrscheinlich zu machen.’
Parteieninterne Spannungen und legislativer Schritt
Senator Rand Paul, ein führender Republikaner im Senat, äußerte ähnliche Bedenken und erklärte, dass sein ‘Amtseid dem Verfassungsgesetz gilt, daher muss ich mit Vorsicht einen weiteren Präsidentenkrieg ablehnen.’ Die Abstimmungen zur Verpflichtung des Präsidenten, die militärischen Aktionen gegen den Iran durch den Kongress genehmigen zu lassen, werden die Loyalität der rechten Flanke der Republikaner testen, die sich lange für Trumps Versprechen eingesetzt haben, die USA aus fremden Kriegen zu halten.
Trotz der Widerstände sagten mehrere republikanische Quellen CNN, dass die drei Republikaner – Massie, Paul und Abgeordneter Warren Davidson – in ihrer Partei isoliert sein würden. Die Demokraten hingegen glauben, dass ihre Haltung ausreichen könnte, um die Regierung zu kritisieren.
Khanna deutete an, dass die Abstimmung als bedeutender Rückschlag für die Regierung gesehen werden könnte, und verglich sie mit der historischen Abstimmung von 2002, die den US-Einfall in den Irak legitimiert hatte. Allerdings würden die Abstimmungen, selbst wenn sie angenommen werden, einem Präsidentenverbot unterliegen, und die Aufhebung dieses Verbots erfordert eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern.
Unterstützung und Widerstand innerhalb der Republikaner
Obwohl einige Republikaner, darunter der Vorsitzende des Repräsentantenhauses Mike Johnson und der Mehrheitsführer im Senat John Thune, Trumps Aktionen lobten, äußerten andere Bedenken hinsichtlich der Transparenz. Der ehemalige Army Ranger Warren Davidson erklärte eindeutig, dass er den Präsidenten für den Angriff auf den Iran nicht unterstütze und betonte, dass ‘Krieg eine Genehmigung durch den Kongress erfordert.’
Senator Thom Tillis, ein republikanischer Abgeordneter aus North Carolina, der sich zurückzieht, erkannte an, dass Trump ‘rechtens entschieden hat, dass diese theokratische Diktatur nicht toleriert werden kann’, fügte aber hinzu, dass er erwartete, dass das Weiße Haus über die Details der Operation transparent sei. Er sagte: ‘Ich erwarte, dass alle Abgeordneten des Kongresses bald über Operation Epic Fury informiert werden und entscheiden, ob eine umfassendere Ausrichtung und weitere militärische Aktionen eine Genehmigung durch den Kongress erfordern.’
Der republikanische Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska, ein weiterer sich zurückziehender Zentrist, drückte den Wunsch nach mehr Dialog mit dem Weißen Haus aus. Er erklärte, dass er zwar nicht ‘Soldaten auf den Boden schicken’ wolle, aber glaube, dass ‘wir sie ordentlich bombardieren sollten.’
Der Angriff hat Monate der Frustration unter den Abgeordneten über das Fehlen von Informationen über Operationen im Iran und Venezuela verschärft. Obwohl Außenminister Marco Rubio und CIA-Direktor John Ratcliffe eine geheime Update-Berichterstattung für die ‘Gruppe von Acht’ im Kongress bereitstellten, erhielt der gesamte Kongress keine detaillierte Erklärung für die rechtliche Begründung der Schläge.
Demokratische Führungskräfte arbeiteten stillschweigend mit Massie zusammen, um Abgeordnete zu überzeugen, der Regierung eine offizielle Kritik zu senden. Sie standen jedoch vor erheblichen Hindernissen, einschließlich Widerstands von einigen pro-Israel-Demokraten. Die demokratische Fraktion im Repräsentantenhaus wird am Sonntagabend eine Fraktionsversammlung abhalten, um die Parteireaktion auf den Angriff zu besprechen.
Als der Streit weitergeht, werden die bevorstehenden Abstimmungen über Trumps Kriegsbefugnisse ein entscheidender Moment im laufenden Konflikt zwischen der Exekutive und der Legislative über die Durchführung von US-Militäraktionen sein.
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