Zypern hat die Jugendbeschäftigung zum zentralen Thema seiner aktualisierten Arbeitsmarktpolitik für die Jahre 2026 bis 2028 gemacht, wie Arbeitsminister Marinos Mousiouttas erklärte. Dies geschieht vor dem Hintergrund anhaltender Sorgen um die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die im Dezember 2025 bei 15 % lag. Dies entspricht dem EU-Durchschnitt, liegt aber leicht über dem Wert der Eurozone mit 14,8 %.
Herausforderungen am Jugendarbeitsmarkt
Laut Eurostat bleibt die Jugendarbeitslosigkeit in Zypern weiterhin hoch, mit einem Stand von 15 % im Dezember 2025. Dies steht im Kontrast zu den Zahlen des Vorjahres, als die Arbeitslosenquote unter 15- bis 24-Jährigen noch bei 9,6 % lag. Kürzlich veröffentlichte Daten des zypriotischen Statistikamts (Cystat) zeigten, dass die Quote im vierten Quartal 2025 auf 14,7 % stieg. Männer und Frauen standen dabei vor ähnlichen Herausforderungen, mit 14,8 % und 14,7 %.
Arbeitsminister Mousiouttas antwortete auf Fragen des Abgeordneten der Grünen, Charalambos Theopemptou, zur Entwicklung und Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für die Jugendbeschäftigung, der 2017 endete. Er erläuterte verschiedene Initiativen, darunter ein Frühwarnsystem für NEETs – junge Menschen, die weder arbeiten noch in Ausbildung oder Weiterbildung sind –, die innerhalb eines Monats nach der Registrierung bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung an Berater weitergeleitet werden.
Initiativen und ihre Grenzen
Zu den Maßnahmen gehörte ein gezieltes Erreichungsprogramm für NEETs im Alter von 15 bis 29 Jahren, das von Januar 2024 bis August 2025 lief. Mobile Teams arbeiteten sowohl in städtischen als auch ländlichen Gebieten, unterstützt von 12 spezialisierten Arbeitsvermittlern, einem Koordinator und Personal der öffentlichen Arbeitsvermittlung. Diese Teams sollten junge Menschen identifizieren, die außerhalb des Arbeitsmarktes und Bildungssystems standen, um so das Risiko der sozialen Ausgrenzung zu verringern und ihre Chancen auf eine Beschäftigung zu verbessern.
Allerdings waren die Ergebnisse begrenzt, da nur 542 NEETs durch das Programm identifiziert wurden. Daher entschied sich die Regierung, das Programm nicht zu verlängern. Trotzdem fördert das Arbeitsamt weiterhin verschiedene Anreizprogramme für junge Menschen, darunter ein Programm zur Rekrutierung von NEETs im Alter von 15 bis 29 Jahren unter flexiblen Arbeitsarrangements.
Mousiouttas betonte auch die laufende Entwicklung der technischen und beruflichen Bildung, für die derzeit ein Budget von mehr als 30 Millionen Euro bereitgestellt wird. Dies folgt einer Studie des Internationalen Arbeitsamts aus dem Jahr 2013, die strukturelle Probleme am zypriotischen Arbeitsmarkt identifizierte, die langfristige Lösungen erforderten.
Zukünftige Strategien und laufende Reformen
Die Regierung hat zudem an der Modernisierung der öffentlichen Arbeitsvermittlung und des Arbeitsamts gearbeitet, ein Projekt, das 2014 begann und bis 2027 andauern soll, mit einem aktuellen Budget von 17,8 Millionen Euro. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterbildung von Berufsberatung, was zur Gründung der Nationalen Agentur für Lebenslange Berufsberatung führte, um eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildung und Arbeitsvermittlung zu fördern.
Mousiouttas betonte die Modernisierung von Ausbildungs- und Praktikumsprogrammen als Teil der Bemühungen, die technische und berufliche Bildung zu stärken und die Beschäftigungschancen junger Menschen zu verbessern. Seit 2014 wurden Änderungen vorgenommen, um Ausbildungsprogramme besser an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anzupassen.
Nach dem Ende der Nationalen Jugendstrategie für den Zeitraum 2017 bis 2022 bereitet die Jugendkommission Zyperns nun die zweite Nationale Jugendstrategie für das Jahr 2030 vor. Diese wird auf die acht politischen Schwerpunkte der vorherigen Strategie bauen, darunter Beschäftigung, Bildung und soziale Inklusion, und wird Eingaben von jungen Menschen und öffentlichen Institutionen einbeziehen.
In verwandten Entwicklungen ist Mousiouttas derzeit in Brüssel, um den EU-Rat für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz (EPSCO) am Montag zu leiten. Der Gipfel wird sich auf den Europäischen Semester 2026, menschliche Kapazitäten und den Einfluss künstlicher Intelligenz auf Arbeitsplätze konzentrieren. Zu den Tagesordnungspunkten gehört die erwartete Annahme einer neuen EU-Empfehlung zur menschlichen Kapazität, die auf Lücken im Qualifikationsniveau abzielen und die Koordination zwischen Ausbildung und Bildungspolitik verbessern soll.
Zudem wird der Rat die vorläufige Vereinbarung zur Überarbeitung der Verordnung über den Europäischen Fonds für die globale Anpassung prüfen, der schnelleren Unterstützung für Arbeitnehmer bei Arbeitslosigkeit bieten soll. Die Änderungen sollen Arbeitnehmer dabei unterstützen, entweder den Arbeitsmarkt wieder zu betreten oder schneller in andere Rollen zu wechseln.
Die EU-Minister für Beschäftigung werden zudem eine politische Debatte zum Thema „Von der Innovation zu qualifizierten Arbeitsplätzen: KI zur Stärkung der Arbeitsqualität und der Arbeitnehmerrechte“ führen. Die Diskussion wird von der stellvertretenden Vorsitzenden der Europäischen Kommission, Roxana Mînzatu, geleitet und mit der Teilnahme des Nobelpreisträgers für Wirtschaftswissenschaften Christopher Pissarides stattfinden.
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