Ein Drohnenflugobjekt mit militärisch anerkannten Sprengstoffen wurde am 5. August in einem gesicherten Bereich des Flughafens Leipzig/Halle entdeckt, wie deutsche Behörden mitteilten. Die Drohne befand sich in der Nähe der südlichen Startbahn, wo Frachtflüge operieren. Ein Sprengstoffroboter wurde eingesetzt, und der Zünder wurde entfernt. Bilder zeigten die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs. Am selben Tag traf ein zweites Flugobjekt ein Frachtschiff in der Nähe des Flughafens, wodurch leichte Schäden entstanden. Das Flugzeug landete jedoch sicher in Hannover.

Deutschland verschärft Kontrollen und schließt russische Kulturzentren

Bundesaußenminister Johann Wadephul ordnete die Schließung der russischen Konsulatsstelle in Bonn und des russischen Kulturzentrums Russian House in Berlin an. Zudem verschärft Deutschland die Kontrollen für Einreisende aus Russland. Ein US-Verteidigungsbeamter in Europa teilte CNN mit, die USA hätten bereits beurteilt, dass die Drohne von einem russischen Geheimdienst gesteuert wurde. Moskau wirft Deutschland vor, einen „Vorwand“ herzustellen und warnt, dass es auf Maßnahmen reagieren werde.

Sorgen um hybride Bedrohungen und eskalierende Spannungen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete den Vorfall als „professionelles hybrides Angriffsszenario“ und betonte, dass ein mit Sprengstoff beladenes Drohnenflugobjekt an einem Flughafen ein „neues Bedrohungsszenario“ sei. Er wies darauf hin, dass die Situation auf eine zunehmende hybride Bedrohung hindeutet, die nicht-militärische Taktiken wie Cyberangriffe, Desinformation und Terrorismus umfasse. Experten vermuten, dass der Angriff auf kürzliche ukrainische Schläge auf russische Infrastruktur reagiert, einschließlich logistischer Zentren weit entfernt von den Frontlinien.

„Es wird immer aggressiver“, sagte der Sicherheitsexperte Hans Jakob Schindler, der die Eskalation auf Russlands Niederlage in der Ukraine zurückführt. „Wenn du dort angreifen kannst, tust du es überall.“ Obwohl keine offizielle Organisation als Täter benannt wurde, vermuten politische Führer und Sicherheitsexperten, dass Russland hinter dem Angriff stehe. Dobrindt hat sich öffentlich nur auf „ausländische Mächte“ bezogen, obwohl einige Experten meinen, dass er Russland explizit nennen sollte.

Ermittlungen laufen, Reaktion erwartet

Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass die Ermittlungen „relativ weit“ seien und dass die Regierung in Kürze ihre Erkenntnisse und angemessene Reaktion bekanntgeben werde. Regierungsquellen sagten, dass eine einfache Ausweisung von Diplomaten möglicherweise nicht ausreiche. Stattdessen könnten Maßnahmen wie die Einberufung des Botschafters des verantwortlichen Landes oder andere diplomatische Schritte folgen. Die Regierung konzentriere sich darauf, dass die Reaktion proportional und unverzüglich sei, sobald die Beweise bestätigt seien.

Innerminister Alexander Dobrindt betonte, dass der Staat erst nach Beweisen handeln werde. Laut Berichten ist dies der erste Fall in Europa, bei dem eine mit Sprengstoff beladene Drohne an einem Flughafen entdeckt wurde. Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete den Vorfall als „sehr ernst.“

Russlands Sprecherin für auswärtige Angelegenheiten, Maria Zakharova, wirft Deutschland vor, einen „Vorwand“ zu konstruieren und sagte: „Deshalb suchten sie etwas, an das sie sich klammern konnten.“ Der Vorfall hat die Sicherheitsbedenken in Europa verschärkt und die zunehmende Verbreitung hybrider Taktiken in internationalen Konflikten unterstrichen.