DHL Express und Malaysia Aviation Group (MAG) haben eine Partnerschaft bekannt gegeben, die darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen durch den Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) im Luftlogistiknetz von DHL erheblich zu reduzieren. Die Zusammenarbeit, die in einer gemeinsamen Erklärung am 19. März formalisiert wurde, umfasst den DHL-Dienst GoGreen Plus, der im Vergleich zum Vorjahresbaseline 2026 300 Tonnen Lebenszyklus-Kohlenstoffdioxidäquivalente (CO2e) einsparen soll.
Einfluss auf Logistik und Emissionsreduktion
Das Projekt ist Teil eines umfassenderen Bemühungen, den Kohlenstofffußabdruck internationaler zeitkritischer Lieferungen zu verringern. Julian Neo, Geschäftsführer von DHL Express Malaysia und Brunei, erklärte, dass SAF einer der vielversprechendsten Lösungen mit geringerem Kohlenstoffgehalt für Langstreckenflüge sei. „Es ist daher ermutigend, einen nationalen Flugbetreiber wie MAG in seiner Position im nachhaltigen Flugkraftstoffökosystem zu sehen und dabei zu helfen, die breitere Branche zu mobilisieren“, sagte Neo.
GoGreen Plus, der 2023 eingeführt wurde, ermöglicht es Kunden, indirekte Emissionen im Scope 3-Bereich entlang ihrer Wertschöpfungskette zu reduzieren, insbesondere von Auf- und Abwärts-Transport und -Verteilung. Der Dienst wird durch SAF-Verträge unterstützt, die DHL mit Partnern wie BP, Neste, Cosmo Energy und Cathay Group abgeschlossen hat. SAF, hergestellt aus nachhaltigen Rohstoffen wie gebrauchtem Speiseöl und anderen Abfällen, kann den Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Jetkraftstoff um bis zu 80 Prozent reduzieren.
Das Programm arbeitet mit einem „book-and-claim“-Modell, das DHL ermöglicht, fossilen Kraftstoff in ihrem Netzwerk durch SAF zu ersetzen und die dadurch erzielten Emissionsersparnisse an Kunden wie MAG weiterzugeben, auch wenn die Sendungen nicht physisch mit SAF-angetriebenen Flugzeugen transportiert werden. Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ohne direkten Zugang zu SAF-Infrastruktur zu benötigen.
Unterstützung der Nachhaltigkeitsstrategie von MAG
Der Abonnementvertrag umfasst den Ein- und Auslagerungstransport, den DHL Express für MAG in den wichtigsten Handelsrouten in den USA, Europa und dem Asien-Pazifik-Raum abwickelt. Der Schritt unterstützt MAGs breitere Nachhaltigkeitsstrategie, indem er Emissionen behebt, die mit den internationalen Logistikoperationen von MAG verbunden sind.
Als Luftfahrtunternehmen mit Fluggesellschaft und Frachtgeschäft betont MAG, dass es weiterhin nach skalierbaren SAF-Anwendungen in den Bereichen Business-to-Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B) sucht, als Teil seiner langfristigen Dekarbonisierungsstrategie. Das Unternehmen arbeitet zudem mit Branchenpartnern und lokalen Rohstofflieferanten zusammen, um die lokale Produktion von SAF zu erkunden und kommerziell tragfähige Lösungen für Reisenden, Geschäftsreisen und Frachtoperationen zu fördern.
Philip See, Chief Sustainability Officer von MAG, erklärte, dass SAF ein entscheidender Hebel für den Übergang der Luftfahrtbranche zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 sei. „Als schwer abbaubare Branche erfordert die Skalierung von SAF koordinierte Aktionen entlang der Wertschöpfungskette – von Politik bis Produktion, Infrastruktur und Nachfrage“, sagte See. „Unsere Zusammenarbeit mit DHL Express spiegelt den wachsenden Impuls für marktbasierte Lösungen wider, wie das book-and-claim-Modell, das die Einführung von SAF über gesetzliche Vorgaben hinaus beschleunigen kann.“
Zukünftige Auswirkungen und Branchentrends
Die Partnerschaft zwischen DHL Express und MAG wird voraussichtlich Wellen in den Logistik- und Luftfahrtsektoren auslösen. Durch die Nutzung von SAF und das book-and-claim-Modell setzen die beiden Unternehmen ein Vorbild dafür, wie Emissionsreduktionen in internationalen Lieferketten erreicht werden können, ohne sofortige Änderungen an der bestehenden Infrastruktur zu erfordern.
Laut Branchenanalysten gewinnt die Nutzung von SAF weltweit an Bedeutung, wobei mehrere große Fluggesellschaften und Logistikunternehmen sich verpflichtet haben, den Einsatz in den nächsten Jahren zu erhöhen. Die International Air Transport Association (IATA) schätzt, dass SAF bis 2030 20 Prozent des Flugkraftstoffbedarfs ausmachen könnte, wenn die aktuellen Trends anhalten.
Die Zusammenarbeit unterstreicht auch die Bedeutung von Querschnittspartnerschaften, um Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Mit zunehmender Anzahl von Unternehmen, die ähnliche Strategien verfolgen, wird der Preis für SAF voraussichtlich sinken und für eine breitere Palette von Unternehmen und Verbrauchern zugänglicher werden.
Da der globale Logistiksektor einen erheblichen Anteil an Kohlenstoffemissionen verantwortet, werden Initiativen wie diese zunehmend notwendig, um internationale Klimaziele zu erreichen. Die Partnerschaft zwischen DHL und MAG ist nicht nur ein Schritt vorwärts für ihre jeweiligen Betriebe, sondern auch ein Zeichen für den breiteren Branchenumstieg zu nachhaltigeren Praktiken.
Ausblickend haben sowohl DHL als auch MAG Pläne angestellt, ihre SAF-Initiativen bis 2026 zu erweitern. Dazu gehören die Erforschung neuer Rohstoffe, die Verbesserung der Produktionseffizienz und die Erhöhung der Verfügbarkeit von SAF in ihren Netzwerken. Das letzte Ziel ist es, eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Lieferkette zu schaffen, die den globalen Handel unterstützen kann, während sie den Umweltimpact minimiert.
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