PRIMORSK, Russland — Der Preisunterschied zwischen Russlands Urals-Rohöl und Brent betrug am Freon-Board-Basis 28 Dollar pro Barrel, wie Daten von Argus gemäß Kommersant berichten. Dies ist der tiefste Spread seit April 2023.

Der tatsächliche Urals-Preis für die fünf Tage sank um 1,77 Dollar auf 42,28 Dollar pro Barrel. Separate Reuters-Daten zeigten, dass der FOB-Preis in Primorsk am Mittwoch bei 44,14 Dollar lag, während Dated Brent am Donnerstag bei 72,45 Dollar lag — was erneut einen Unterschied von etwa 28 Dollar zeigt.

Westliche Sanktionen wegen des Krieges Russlands in der Ukraine haben die Öl-Einnahmen stark beeinträchtigt, die einen Großteil des staatlichen Haushalts finanzieren. Laut Finanzministerium sanken die Einnahmen aus Öl und Gas im Jahr 2025 um 24 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 2020. Dollar-Ölpreise schwankten, obwohl der Rubel gegenüber dem Dollar stieg.

Exporte nach Indien, Russlands zweitgrößtem Käufer nach China, sind stark zurückgegangen. Russische Verkäufer senkten Preise, um Nachfrage zu steigern, nachdem die USA Zölle auf indische Waren reduzierten, im Austausch für die Einstellung russischer Ölkäufe durch Ne Delhi. Kommersant nannte diesen Wechsel als entscheidenden Treiber.

Stürmische Bedingungen im Baltikum haben die Frachtkosten erhöht, was den Urals-Preis weiter unter Druck setzte. Schiffe mussten sich mit Verzögerungen und höheren Kosten durch gefrorene Gewässer in der Nähe von Primorsk und Ust-Luga, zwei Hauptexportzentren, kämpfen.

Urals, Russlands Hauptexportmischung, hat seit der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 zu Problemen geführt, als G7 und die EU den Großteil des russischen Ölexportes boykottierten. Moskau leitete den Fluss nach Asien um, doch Käufer wie Indien verlangen jetzt stärkere Rabatte, da der globale Markt überangeboten und die Nachfrage schwächer ist.

Der Preisrückgang erhöht den Druck auf Präsident Wladimir Putin. Öl und Gas machen in den letzten Jahren etwa 40 Prozent der Bundeshaushaltsausgaben aus. Geringere Erträge bedeuten schwierigere Entscheidungen bei der Ausgabenplanung für militärische Operationen und Sozialprogramme.

Händler erwarten, dass der Preisrückgang ohne politische Veränderungen anhält. Indische Raffinerien, darunter Reliance Industries und Nayara Energy, haben russische Importe seit Anfang 2026 deutlich reduziert. China bleibt stabil, aber auch staatliche Käufer drängen auf Konditionen.

Russlands Antwort besteht in Produktionskürzungen gemäß OPEC+-Abkommen. Die Gruppe, zu der Moskau gehört, versprach im Dezember 2025 tiefere Kürzungen, um die Preise zu stützen. Dennoch bleibt Urals weiter hinter Brent zurück.

Analysten verfolgen wöchentliche Argus-Bewertungen für Urals-FOB-Preise. Der Zeitraum vom 9. bis 13. Februar spiegelt Spot-Handel bei geringen Volumina wider. Spätere Daten könnten zeigen, ob die Preise stabil bleiben, wenn das Wetter besser wird und Käufer sich anpassen.

Moskauer Beamte minimieren den Einfluss. Energieminister Pawel Sorokin sagte letzte Woche, dass die Haushaltsprognosen bereits Sanktionen berücksichtigen. Dennoch hat das Finanzministerium seine Annahme für den Ölpreis im Jahr 2026 von 65 auf 60 Dollar pro Barrel gesenkt.