Der US-Dollar und der Schweizer Franken stiegen am Montag deutlich an, als Angriffe im Nahen Osten Investoren dazu veranlassten, sichere Anlagen zu suchen. Präsident Donald Trump und Israel starteten am Wochenende militärische Angriffe auf Iran, bei denen zahlreiche hochrangige iranische Führungskräfte, darunter der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei, getötet wurden. Im Gegenzug startete Iran Gegenangriffe in der Region, was die Spannungen verschärfte und globale Finanzmärkte erschütterte.
Steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen treibt Währungen an
Der DXY-Dollar-Index, der den Wert des US-Dollars gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen verfolgt, stieg auf ein Fünf-Wochen-Hoch von 98,566 in der frühen europäischen Handelszeit. Der Euro fiel auf 0,9032 Schweizer Franken, das niedrigste Niveau seit der Entfernung der Kursbindung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Jahr 2015, wie LSEG-Daten zeigen.
Thu Lan Nguyen, Währungsanalystin bei Commerzbank, erklärte in einem Bericht, dass der Dollar in Kriegszeiten typischerweise profitiert, da er die Weltreservewährung ist. Ein erheblicher Teil von grenzüberschreitenden Krediten und Anleihen ist in Dollar verzeichnet, und die Nachfrage nach der Währung steigt in Zeiten von Unsicherheit.
Die steigenden Rohölpreise als Reaktion auf den Konflikt trugen ebenfalls zum Anstieg des Dollars bei. Die USA sind ein Nettoexporteur von Öl, wodurch höhere Rohölpreise die Handelsbedingungen verbessern. Zudem erhöhen höhere Ölpreise das Risiko, dass die Inflation weiterhin hoch bleibt, was die Aussicht auf weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve verringert.
Schweizer Franken profitiert, als traditionelle sichere Anlagen nachlassen
Der Schweizer Franken stärkte sich in Zeiten von Unsicherheit, da er die ultimative sichere Währung ist, sagte Nguyen. Der Grund, warum der Franken derzeit besonders profitiert, liegt darin, dass der Status anderer traditioneller sicheren Anlagen in den letzten Jahren nachgelassen hat – insbesondere der Dollar aufgrund unvorhersehbarer Politik aus dem Weißen Haus und der japanische Yen aufgrund wachsender Haushaltsbedenken.
Die Möglichkeiten der Schweizerischen Nationalbank, den Franken zu schwächen, sind begrenzt, da der Zinssatz bereits auf null steht und Währungsinterventionen wahrscheinlich nur sparsam eingesetzt werden. Die SNB ist zudem nicht bereit, ihre Bilanz mit zusätzlichen Währungsreserven zu vergrößern, während Trump eine Abneigung gegen Interventionen hat, die darauf abzielen, eine Währung zu schwächen.
Matthew Ryan, Chefstrategieoffizier bei Ebury, erklärte in einem Bericht, dass die Zeit und die Ausdehnung des Konflikts viele überrascht haben könnten. Allerdings könnte die unmittelbare Auswirkung relativ begrenzt bleiben, da das Risikopremium bereits teilweise in die Märkte eingepreist war und die Angriffe während des Marktschlusses stattfanden.
„Zu sagen ist jedoch, dass der Risikovermeidungshandel für den Moment dominieren wird“, sagte Ryan.
Regionale Währungen reagieren auf den Anstieg der Ölpreise
Der stärkere Dollar zog den Euro auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,1697 Dollar in der frühen europäischen Handelszeit, wie LSEG-Daten zeigen. Der Anstieg der Ölpreise stärkte zudem den norwegischen Krone, da Norwegen ein großer Ölexporteur ist. Der Euro fiel auf ein zweieinhalbjähriges Tief von 11,1358 Kronen.
Analysten beobachten die Situation genau, während der Konflikt zwischen Iran und Israel weitergeht. Das Risiko einer weiteren Eskalation wirft Bedenken über die breiteren wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen auf, insbesondere auf den globalen Handel und die Energiemärkte.
Da der US-Dollar und der Schweizer Franken weiter an Wert gewinnen, raten Investoren, vorsichtig zu bleiben und die Auswirkungen der anhaltenden Spannungen auf ihre Portfolios zu berücksichtigen. Die Haltung der Federal Reserve zu Zinssätzen und die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank werden in den nächsten Wochen entscheidende Faktoren sein.
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