Bei einer Razzia in Uganda wurden Dutzende Hunde aus sogenannten Tierheimen befreit, die in Wirklichkeit für Online-Betrug genutzt wurden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, zwei weitere sollen noch auf der Flucht sein, berichten Tierschutzorganisationen.

Tierquälerei-Vorwürfe

Owen Godfrey Membe hat sich schuldig nicht bekannt und wird bis zum 27. Mai in Haft bleiben. Er wird angeklagt, ein Tier unnötig grausam getötet zu haben, laut dem ugandschen Tierschutzgesetz. Die Hunde Membes sowie eines nahegelegenen Betriebs befinden sich nun in der Obhut der Animal Welfare Alliance Uganda, einem Netzwerk aus lokalen und internationalen Aktivisten, das organisierte Tierausbeutung bekämpft.

Notfall-Unterbringung für gerettete Hunde

Das Netzwerk, das aus qualifizierten Tierärzten besteht, hat bereits Grundstücke gesichert, um eine Notunterkunft einzurichten. Der Fall gegen Membe wurde von der Animal Justice Center, einer ugandschen Organisation, angestrengt. Finanzielle Unterstützung kommt von der britischen Gruppe We Won’t Be Scammed, die Online-Aktivisten einsetzt, um gefälschte Tierheime in Uganda aufzudecken. We Won’t Be Scammed arbeitet daran, die Hunde in bestehende Partner-Einrichtungen in Uganda zu überstellen.

Der Betrug aufgedeckt

Die Festnahme und Rettung der Hunde folgten einer BBC-Ermittlung, die zeigte, wie Betrüger in Mityana durch Posts von leidenden Hunden internationale Spender um hunderttausende Pfund betrügen. Die BBC filmte heimlich und zeigte, dass viele der Inhalte nicht den Hunden zugutekamen, sondern dafür genutzt wurden, um Luxusleben zu finanzieren. Zudem wurden Fälle bekannt, in denen Hunde absichtlich verletzt wurden, um Inhalte zu produzieren.

Russet überlebte nicht. Der BBC gelang es, den Fall von Russet zu rekonstruieren, einem Hund mit schweren Beinverletzungen, der in Dutzenden sozialen Medien Accounts gezeigt wurde, zusammen mit Spendensammlungen für seine Behandlung. Die Ermittlung verfolgte die Geschichte von Russet von den Tierheimen in Mityana bis zu einer Tierklinik in der Hauptstadt Kampala, wo ein Chirurg feststellte, dass die Verletzungen möglicherweise absichtlich verursacht wurden.

„Dies ist der erste Festnahme nachdem die Welt gesehen hat, wie dieser Betrug in eine Online-Inhalts-Industrie umgewandelt wurde“, sagte Bart Kakooza, stellvertretender Vorsitzender der Animal Welfare Alliance Uganda. „Die ganze Welt beobachtet nun, wie Uganda diese Fälle verfolgt und wie diese Tiere eine neue Chance auf ein Leben ohne Grausamkeit erhalten.“