Lindsay Clancy habe um Hilfe gebeten, bevor sie ihre drei Kinder tötete, teilte ihre ehemalige Schwiegermutter am Dienstag mit, wie der BBC-Bericht zitiert. Susan Clancy beschrieb ihre Schwiegertochter während des Mordprozesses als „sehr ängstlich und traurig“.

Clancys Verteidigung

Clancys Anwälte bestreiten nicht, dass sie die Tötungen begangen hat, aber sie leugnen die Anklage des Mordes. Sie argumentieren, dass Clancy zum Zeitpunkt der Taten unter postnatalem Psychosen litt. Die Staatsanwaltschaft hingegen wirft ihr eine geplante Entscheidung vor, ihre drei Kinder – Cora (5), Dawson (3) und Callan (8 Monate), vorsätzlich umzubringen.

Als ein Verteidigungsanwalt Susan Clancy fragte, ob Lindsay Clancy „immer daran interessiert gewesen sei, besser zu werden und Ärzte aufzusuchen“, antwortete diese: „Sehr sogar.“ Clancy beschrieb ihre Schwiegertochter als „sehr fördernde, sehr liebevolle“ Mutter, die „um Hilfe flehte“.

Aussagen aus der Familie

Nach drei Wochen mit Zeugenaussagen legte die Staatsanwaltschaft am Montag ihr Verfahren nieder. Die Verteidigung begann daraufhin mit der Präsentation ihrer Argumente, darunter persönliche Geschichten aus der Familie. Clancy steht unter Anklage wegen dreifachen Mordes in erster Instanz.

„Sie wollte immer Mutter sein, viele Kinder haben und ich fühlte, dass es das Beste war, was ihr je passiert ist“, sagte Paula Musgrove, Clancys Mutter, am Montag. Clancy habe aber angefangen, nicht mehr zu schlafen und habe eine Nachricht geschrieben, in der sie sich „sehr krank“ fühlte.

Einen Monat vor den Taten habe ihre Tochter sich bei ihr und Patric Clancy gemeldet, erklärte Musgrove. „Sie sagte uns, sie habe Gedanken, den Kindern Schaden zuzufügen“, sagte Musgrove. Sie fügte hinzu, dass Lindsay Clancy, eine Krankenschwester, ihr gesagt habe: „Das bin nicht ich. So war ich noch nie.“ Musgrove stimmte zu, weil das nicht ihre Art gewesen sei.

Details zum Vorfall und Verteidigungsargument

Die Staatsanwaltschaft hat gesagt, dass Clancy im Januar 2023 ihre drei Kinder in ihrem Massachusetts-Haus mit Fitnessbändern erwürgte, bevor sie aus einem Fenster im zweiten Stock sprang. Clancy, die mittlerweile 36 Jahre alt ist, wurde durch den Sprung gelähmt und nimmt den Prozess im Rollstuhl wahr.

Die Verteidigung argumentiert, dass Clancy nach der Geburt ihres Sohns Callan Halluzinationen und Wahnvorstellungen hatte und medizinisch behandelt wurde. Kurz vor den Taten habe sie sich für einige Tage in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Clancy habe ihrer Schwester Allison Ozga zudem gesagt, dass sie sich während des Monats vor den Taten täglich Selbstmordgedanken machte, wie Ozga in ihrer Aussage berichtete.

Die britische National Health Service (NHS) definiert postnatale Psychosen als eine seltene, ernste psychische Erkrankung, die Menschen kurz nach der Geburt betreffen kann. „Postnatale Psychosen sind sehr unterschiedlich von den sogenannten ‚Baby-Blues‘“, fügt die NHS hinzu. „Es handelt sich um eine ernste psychische Erkrankung, die als medizinische Notfall behandelt werden sollte.“