Jeffrey Kuntz, ein Richter, der im April von Donald Trump nominiert und mit einer Mehrheit von 51 zu 46 im republikanisch dominierten Senat bestätigt wurde, hat nun die Leitung des 10-Milliarden-Dollar-Diffamationsverfahrens gegen die BBC übernommen.
Kuntz ersetzt Richter Roy Altman, der ebenfalls 2019 von Trump nominiert wurde. Altman hatte zuvor das Verfahren geleitet, in dem Trump gegen die BBC klagt, weil das Panorama-Programm des Senders eine Rede des ehemaligen Präsidenten am 6. Januar 2021 vor dem Kapitol in Washington DC bearbeitet hatte.
Dieser Fall ist einer von 17, die Kuntz nach seiner Ernennung zum Richter am US-Bundesgericht für den Southern District of Florida im Juli übernommen hat.
Trump lobt Rekord des Richters; Prozess ist für 2027 angesetzt
Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social lobte Trump Kuntz für seine Arbeit am Florida Fourth District Court of Appeal. Er schrieb: „Jeffrey hat sich als STRAKK und KLUG erwiesen und für den Sunshine State starke Ergebnisse geliefert.“
Trump’s Klage gegen die BBC ist für einen Prozess im Februar 2027 angesetzt. Der ehemalige Präsident hat einen Geschworenenteilprozess beantragt.
Die BBC hat bereits eine Entschuldigung für die Bearbeitung zweier Teile der Rede Trumps vor den Unruhen am Kapitol 2021 abgegeben. Dennoch hat der Sender beantragt, dass das Verfahren abgeblasen wird, da das Programm die gesetzlichen Kriterien für Diffamation nicht erfülle und das Gericht in Florida keine Zuständigkeit habe, da das Programm dort nicht ausgestrahlt wurde.
Vorherige Beteiligung an ähnlichen Fällen und Ethische Bedenken
Die Ernennung Kuntz durch Trump im April löste bei Kritikern Vorwürfe einer Interessenkonflikts aus. So wurde bekannt, dass Kuntz zu dem Zeitpunkt, als er über eine mögliche Ernennung zum Richter sprach, an einem anderen Fall beteiligt war, der die Pulitzer Prize-Jury betraf.
In diesem Fall war Kuntz einer von drei Richtern, die im Februar 2025 für Trump entschieden und ihm erlaubten, seine Klage gegen die Pulitzer Prize-Jury weiterzuführen. Diese hatte die New York Times und den Washington Post die Pulitzer-Preise für Berichte über angeblichen russischen Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen 2016 verliehen. Der Fall läuft noch.
Kuntz erklärte, die Ethischen Regeln Floridas hätten ihn nicht verpflichtet, sich aus dem Fall zurückzuziehen. Er sei erst nach Abgabe seiner Rechtsmeinung vom Weißen Haus kontaktiert worden.
Als Berufungsrichter war Kuntz auch an einer Vielzahl anderer Fälle beteiligt, darunter die Veröffentlichung von Informationen aus einer Grand Jury-Untersuchung über den Sexstraftäter Jeffrey Epstein und die Frage, ob ein Überlebender des Schussangriffs in der Pulse-Nachtclub-Schusserei 2016 eine Sicherheitsfirma verklagen konnte, die den Täter ausgebildet und beschäftigt hatte.
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