Die deutsche Bundeskanzlerin Ursula von der Leyen und der NATO-Generalsekretär Mark Rutte kündigten an, schneller und besser auf russische Handlungen reagieren zu wollen. „Wir müssen uns jetzt stärker aufstellen, um auf die Übergriffe Russlands zu reagieren“, sagte von der Leyen laut BBC. Rutte betonte, die Allianz, einschließlich der USA, stehe „voll und ganz an der Seite Deutschlands“.
Drohnen und Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle
Am 4. August wurde eine Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle, einem wichtigen NATO-Standort und regelmäßigem Zwischenstopp für ukrainische Antonow-Transportflugzeuge, durch einen Roboter entschärft. Eine zweite Drohne soll mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein. Zehn Tage später entdeckten Behörden angeblich eine dritte Drohne am Flughafen. Nach Ermittlungen der deutschen Geheimdienste und Polizei kam man zu dem Schluss, dass Russland hinter den Vorfällen steckt. Der Innenminister teilte mit, die Komponenten der Drohne und der Sprengstoff entsprächen denen, die in anderen russischen Hybridoperationen verwendet wurden, berichtete die BBC.
Diplomatische und Sicherheitsreaktionen
Deutschland kündigte an, das russische Konsulat in Bonn und das kulturelle Zentrum Russian House zu schließen. Beide Einrichtungen werden verdächtigt, Propaganda für den Kreml zu verbreiten. Russland reagierte mit der Drohung, in „Spiegelbild“-Form zu kontern, und rief den deutschen Chargé d’affaires Bernd Finke, um die sogenannten „völlig unbegründeten Vorwürfe“ zurückzuweisen.
Russlands Präsident Wladimir Putin verteidigte Moskau gegen die Vorwürfe und behauptete, die Bundesregierung wolle mit dem Vorfall ihre schwachen Umfragewerte steigern. „Ich glaube, das ist ein weiterer Fehler, ein schwerwiegender Fehler, und meiner Meinung nach steht das klar im Widerspruch zu den Interessen des deutschen Volkes“, sagte Putin laut The Irish Times.
Sanktionen und Finanzhilfe für die Ukraine
Auf Sanktionsseite bereitet die EU ein neues Paket vor, das über 1.600 Unternehmen betreffen soll. Allerdings fordern die Ukraine und ihre Verbündeten weitere Maßnahmen. Zudem hat die Ukraine 90 Milliarden Euro an Krediten aus dem European Peace Facility beantragt, einem Fonds, der Ländern die Kosten für Waffenlieferungen an die Ukraine erstattet. Der ukrainische Verteidigungsminister Evgeniy Khmara forderte die EU-Mitglieder auf, die Zahlungen zu beschleunigen, die bis 2026 und 2027 verteilt werden sollen.
Die Ukraine möchte zudem den Kredit nutzen, um US-gebaute Patriot-Interceptoren zu kaufen, um russische Luftangriffe abzuwehren. Dazu wäre eine Ausnahme von den Regeln nötig, die den Kauf europäischer Produkte priorisieren. EU-Länder sind am kommenden Montag zu einer Abstimmung vorgesehen. Gleichzeitig ist ein Vorschlag, eingeschlossene russische Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine zu nutzen, wieder aufgekommen, blieb aber 2023 wegen Widerstands aus Belgien, wo sich die meisten Vermögenswerte befinden, stecken.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts