Der Demokratische Kongo (DRC) hat seine Entscheidung bekräftigt, seine Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen. Damit ist das Land das jüngste, das solche Pläne verkündet.

Ankündigung nach Präsidentenbesuch

Nach einem Besuch des kongolanischen Präsidenten Felix-Antoine Tshisekedi in Israel teilten beide Länder in einer Erklärung mit, Schritte zur „Verlegung der Botschaft des Demokratischen Kongo von Tel Aviv nach Jerusalem“ zu unternehmen, meldete die Nachrichtenagentur AFP.

Historischer Hintergrund und sich verändernde Beziehungen

Der Plan stammt aus September 2023, als Tshisekedi mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York traf. Im Jahr 2020 kündigte der kongolanische Präsident an, nach zwei Jahrzehnten einen Botschafter in Israel zu ernennen und eine wirtschaftliche Abteilung der Botschaft in Jerusalem einzurichten, während die Botschaft weiterhin in Tel Aviv blieb.

Die Beziehungen sind seitdem gewachsen. Im November besuchte der israelische Präsident Isaac Herzog die Hauptstadt Kinshasa. Tshisekedi hat sich seit Jahren positiv über Israel geäußert. Er begründet seine Unterstützung mit seinem christlichen Glauben. Zudem hat er auf Unterstützung aus den USA gehofft, die immer mehr Druck auf Ruanda ausübt, da dort bewaffnete Rebellen in den Kongo vordringen.

Weiterer geopolitischer Wandel

Die Ankündigung erfolgte Wochen nachdem der neue konservative Präsident Kolumbiens, Abelardo de la Espriella, ebenfalls kündigte, die Botschaft seines Landes nach Jerusalem zu verlegen. Das ist ein scharfer Bruch mit seiner linken Vorgängerregierung, die Israel wegen des Krieges gegen Gaza kritisiert hatte.

Auch Fidschi, Guatemala, Honduras, Papua-Neuguinea und Paraguay folgten. Die USA verlegten ihre Botschaft im Jahr 2018 während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump nach Jerusalem. Kosovo und Somaliland, die keine Mitglieder der Vereinten Nationen sind, unterhalten ebenfalls diplomatische Vertretungen, die sie als Botschaften betrachten.

Die meisten Länder, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten, halten ihre Botschaften im Tel-Aviv-Bereich. Sie argumentieren, dass der Status Jerusalems durch Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern entschieden werden müsse. Israel betrachtet die gesamte Stadt als seine Hauptstadt und hat ausländische Regierungen ermutigt, Botschaften dort einzurichten. Die Palästinenser wünschen sich, dass die besetzte Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates bilden soll.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Maßnahmen abgelehnt, die den Status Jerusalems verändern würden, und appelliert an die Länder, keine diplomatischen Vertretungen dort einzurichten.