Der Ferrari Luce, das erste Elektrofahrzeug des italienischen Herstellers, wurde bei einer Auktion von RM Sotheby’s in Kalifornien für 40 Millionen Dollar versteigert. Damit wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Nie zuvor wurde ein Neuwagen bei einer Auktion für so viel Geld verkauft. Der Erlös wird die Bildungsprogramme der Ferrari Foundation unterstützen.
Seit seiner Vorstellung im Mai löste der Luce kontroverse Debatten aus. Kritiker argumentierten, das batteriebetriebene Modell mit fünf Sitzplätzen verliere einen Teil der Marke Ferrari. Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini und ehemaliger Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo äußerten Bedenken. Letzterer bezeichnete das Fahrzeug als „eine Gefahr für die Legende“.
Ferraris Leiter der Designabteilung, Flavio Manzoni, verteidigte die Innovation. In einem Interview im Mai betonte er, Kritik sei Teil des kreativen Prozesses und er glaube, dass die Menschen den Luce am Ende zu schätzen lernen würden.
Der Luce markiert Ferraris Eintritt in den Elektromobilitätsmarkt, der von Tesla und chinesischen Herstellern dominiert wird. Die Präsentation des Fahrzeugs galt als eine der bedeutendsten Automobilneuheiten in den letzten Jahren. Sotheby’s bezeichnete das versteigerte Exemplar als „unvergängliche Gelegenheit“, das erste Serienmodell des Elektro-Sportwagens zu besitzen.
Das spezielle Exemplar des Luce verfügt über eine einzigartige weiße Lackierung, besondere Räder und maßgeschneiderte Bremsen. Sotheby’s nannte den Käufer nicht namentlich, doch der gesamte Erlös fließt in die Bildungsinitiativen der Ferrari Foundation.
Zu den geladenen Gästen, die den Luce vor der Veröffentlichung betrachten durften, gehörten italienischer Präsident Sergio Mattarella und Papst Leo. Dennoch sank der Kurs von Ferrari am Tag nach der Vorstellung des Modells aufgrund der negativen Reaktionen.
Laut einem Bericht der Financial Times hat Ferrari bereits dieses Jahr das Verkaufsziel für den Luce erreicht, getrieben von starkem Nachfrage aus China. Der Hersteller hat jedoch keine konkreten Verkaufsziele für das Modell bekannt gegeben.
Sotheby’s betonte, die Auktion sei ein „greifbares Zeichen von Innovation, Verantwortung und langfristiger Vision für zukünftige Generationen“.
Obwohl dieser Verkauf einen Rekord für ein Neuwagenmodell aufstellte, war der höchste bislang gezahlte Betrag bei einer Auktion 2022 mit 142 Millionen Dollar für einen Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé aus dem Jahr 1955. 2025 brachte eine maßgeschneiderte Ferrari Daytona SP3-Supersportwagen 26 Millionen Dollar für die Bildungsinitiativen des Herstellers ein und stellte damit einen früheren Rekord für eine Neuwagenauktion auf.
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