MONTREAL. Die FIA hat am Dienstag Maßnahmen gegen den Streit um Formel-1-Motoren vorgeschlagen und plant die Ausweitung der Sprint-Rennen auf 12 pro Jahr ab 2027.

Motorenhersteller wie Mercedes und Ferrari haben gemeinsam eine Methode entwickelt, um Kompressionsverhältnis-Schwankungen von Kaltstart bis Betriebstemperatur zu messen, teilte die FIA mit. Ab 1. August 2026 müssen Motoren bei Umgebungstemperatur und simulierten 130 Grad Celsius das 16:1-Limit einhalten, hieß es in einem Statement.

Die Regel zielt auf eine Lücke ab, durch die Mercedes-Motoren laut Rivalen nach dem Aufwärmen Richtung 18:1 klettern. Red Bull und Ferrari meldeten im Vorjahrestest Bedenken. Der Mercedes-Motor treibt Mercedes, McLaren, Williams und Alpine an und liefert bis zu vier Zehntelsekunden pro Runde Vorteil, sagten sie.

Das World Motor Sport Council entscheidet voraussichtlich in zehn Tagen. „Die Hersteller haben eine Methode erarbeitet, um Schwankungen zu quantifizieren“, hieß es in der FIA-Mitteilung. „Nach Validierung liegt ein Vorschlag vor.“

Mercedes äußerte sich nicht öffentlich. Die vier Kunden-Teams liegen in den frühen 2026-Tests in Bahrain und Barcelona auf vier der ersten acht Plätze.

Getrennt berichtete die FIA von Teamgesprächen nach Fahrerumfragen zu 2026-Prototypen. Fahrer lobten geringeres Gewicht, kleinere Abmessungen, bessere Bodenfreiheit und schärferen Antritt in Barcelona und Bahrain.

Themen waren Handling, Energiemanagement, Aerodynamik, Überholmanöver, Reifen und Grip. Es gab keine großen Regeländerungen. „Erste Daten und Feedback sind unreif“, erklärte die FIA und plant Beobachtung bis zum Bahrain-Test vor Saisonstart im März.

Teams forderten Startverfahrensänderungen. Die FIA testet nun Systeme und Onboard-Management in Bahrain.

Zu Sprints bestätigte die FIA Interesse von Promotern und Fans. Die Samstagsformate ersetzen ein Training durch Qualifying und Rennen mit Punkten. Sie bringen Action, doch Fahrer kritisieren volle Wochenenden.

Lewis Hamilton nannte Sprints nach China letztes Jahr „erschöpfend“. Max Verstappen bemängelte Vorbereitungszeitmangel.

Die Ausweitung hänge von Kommissionsfreigabe ab, betonten FIA-Vertreter. Aktuelle Sprints in China, Miami, Österreich, USA, Brasilien und Katar sorgten letztes Jahr für Rekord-TV-Zahlen, hieß es.

Die Ankündigungen beenden einen turbulenten Testwinter. Rivalen wandten sich im Februar an die FIA wegen Mercedes-Dyno-Ergebnissen mit Überschreitungen nach Warm-up. Die FIA senkte das 2026-Limit von 18:1 auf 16:1 für Effizienz mit nachhaltigem Kraftstoff.

Mercedes-Ingenieure betonen volle Regelkonformität, sagten Teamnahe. Unabhängige Prüfung bei 130 Grad könnte klären, Kritiker sehen Sommer-Vorteil durch späte Einführung.

Barcelona-Feedback vor zwei Wochen hob Porpoising-Fixes und Traktion bei niedrigen Geschwindigkeiten hervor. George Russell fuhr schnellste Zeit mit 1:28,567 vor Charles Leclerc.

Bahrain-Tests bauen darauf auf, mit Nässe-Reifenläufen nach Regen. Die FIA wählt bedachten Weg, um vergangene Regelchaos zu vermeiden.

Teams sind vor Bahrain-Finale optimistisch, doch Sprint-Erweiterung stößt auf GPDA-Widerstand. Abstimmungen zu Motorregeln und Kalender stehen vor Melbourne am 16. März an.